
- Zeitiger Wintereinbruch in Schweden - Jeremiah Stefan Richter
Mit einem Paukenschlag meldete sich im November 2010 der Winter zurück in Schweden. Innerhalb weniger Stunden sanken die Temperaturen auch in Südschweden bis an den Gefrierpunkt. Nachts liegen sie bis zu 10 Grad darunter.
Schneekanonenwetterlage im Osten Schwedens
Der kräftige Temperaturrückgang wurde durch eine sogenannte Schneekanonenwetterlage eingeleitet. Eine solche Wetterlage trifft oft am Anfang des Winters ein, wenn die Ostsee noch nicht kalt ist. Über der Ostsee sammeln sich in solchen Wetterlagen feuchte Luftmassen, die dann durch Luftströmungen aus östlichen Richtungen über das Land geführt werden. Die Folge sind dann ergiebige Niederschläge, die teils als Regen, teils als Schnee niedergehen können. Dem Niederschlagsgebiet folgt dann in der Regel ein kräftiger Temperaturrückgang, verursacht durch das Einströmen von Kaltluft aus Osteuropa.
Überfrierendes Hochwasser im Osten Smålands
Besonders hart betroffen von dieser Wetterlage war der kleine Ort Smedby vor den Toren der ostsmåländischen Residenzstadt Kalmar. Als Folge des Regens stieg der Pegel des sonst eher verschlafenen Flüsschens Ljungbyån und überschwemmte Teile des Ortes. Nur mit knapper Not konnte eine Anlage für Betreutes Wohnen für Autisten vor der Überschwemmung gerettet werden. Die Lage in der Region hingegen ist nach wie vor kritisch.
Schneechaos auch in anderen Teilen Schwedens
Auch in anderen Teilen des Landes hat der Winter mit eiserner Hand zugeschlagen. Es gab viele Unfälle auf überfrorenen und verschneiten Straßen. Lastkraftwagen und Pkw wurden an verschiedenen Orten des Landes durch die plötzlich aufgekommenen starken Winde regelrecht von den Straßen gepustet. Auch die Brücke nach Öland und die Öresundbrücke waren teilweise gesperrt.
Dabei ist dieser Wintereinbruch zumindest im Süden des Landes ungewöhnlich früh. Im Norden des Landes herrschen derzeit Temperaturen von etwa -30 Grad. Auch das ist ungewöhnlich für diese Jahreszeit. Der schwedische Wetterdienst SMHI sagt für die nächsten Tage anhaltende Kälte mit Temperaturen um -30 Grad im Norden und -10 Grad im Süden voraus. Dabei kommt es immer wieder zu Schneefällen. Der SMHI erwartet weitere ergiebige Schneefälle, die nun durch ein Tiefdruckgebiet verursacht werden, das von Polen her über Südschweden erwartet wird. Von diesen Niederschlägen werden dann wohl vor allem die südlichen Provinzen Schonen, Blekinge und wiederum Småland betroffen sein.
Allerdings scheint der Winterdienst 2010 weit besser auf den Winter vorbereitet zu sein als in den zurückliegenden Wintern.
"Kanonväder" für die Kinder
Für die Kinder ist dieses Wetter natürlich ein Segen, der auch in den nächsten Tagen noch anhalten soll und die Vorweihnachtszeit vergoldet. Sie bezeichnen dieses in ihren Augen schöne Wetter landauf landab als "Kanonväder", Kanonenwetter. Schneekanonenwetter.
