
- Zutaten zu Pasta Nr. 2 - Gabriele Hefele
Da sitzt man friedlich und nichtsahnend auf der Couch vor dem Fernseher und dann klingeln plötzlich beste Freunde mit einer Flasche in der Hand. Warum dann immer den Chinesen, den Pizzaboten anklingeln oder teures Sushi anliefern lassen? Spaghetti finden sich doch meist in jedem guten Haushalt und schon geht es los. Die Freunde werden gleich zum Schnipseln und Schneiden der Zutaten verdonnert.
Pasta Primavera für sonnige Tage
Dieses Gericht geht ganz schnell: Spaghetti kochen, inzwischen Tomaten und Mozarella in Scheiben schneiden, Basilikum-Blätter pflücken. Anrichten beziehungsweise würzen wie zu der Vorspeise "Tomaten mit Mozarella und Basilikum", also salzen, pfeffern und Olivenöl darüber geben. Die heißen, abgetropften Nudeln auf die Teller verteilen, die angerichteten Tomaten und Mozarella (kalt) und Basilikum darüber geben. Die Gäste verrühren dies dann selbst, bis der Mozarella Fäden zieht.
Pasta mit Zucchini und Speckwürfeln
Durchwachsenen Speck oder Bacon würfeln, nach Geschmack auch Zwiebeln würfeln, mit Zucchini genauso verfahren. Wenn es geht, dann die hellen oder gestreiften Zucchini erwerben, die verfügen über einen besseren Eigengeschmack als die dunkelgrünen. Parallel nun in einem Topf heißes Wasser mit Salz zum Kochen bringen und Nudeln nach Geschmack al dente, also bissfest kochen. Am besten passen Penne dazu.
Für die Soße in einer Pfanne die Zutaten mit zwei Eßlöffeln Olivenöl und zwei Knoblauchzehen kurz anbraten, dann einen Eßlöffel Creme fraiche dazu geben sowie mit saurer Sahne und etwas Natur-Yoghurt aufgießen. Würzen mit Salz, Pfeffer, etwas Oregano, einem Schuss Weißwein und jetzt kommt der Geschmackstrick: eine Scheibe Gorgonzola in der Soße auflösen. Wer kein Fan von Sahnesoßen ist, der nimmt nur reichlich Olivenöl dazu und läßt dann aber auch den Gorgonzola weg.
Pasta Putanesca - Vorsicht scharf!
Allein die Geschichte dazu sorgt für gute Unterhaltung bei den Gästen: Das soll angeblich die Pasta sein, die sich die Huren von Neapel in den Pausen zwischen den Freiern kochen. Man nehme also bei vier Personen:
- sechs Tomaten, die man heiß abbrüht und die Haut abzieht. Wenn diese nicht im Haus, dann Tomatenmark nehmen.
- Circa 20 schwarze, entkernte Oliven,
- ein ganzes Glas Anchovis, also Sardinen,
- ein halbes Glas Kapern,
- pro Person mindestens eine Chilischote oder etliche Spritzer Tabasco.
Die Anchovis und Kapern gibt man zuletzt in die Soße, damit sie nicht zerkochen. Außerdem kann man nach Belieben Knoblauch zufügen. Dazu nimmt man auf jeden Fall die Nudelform der Penne und reibt stilgerecht den Käse Pecorino darüber, aber natürlich darf es auch Parmesan sein.
Wenn man ganz gut drauf ist, die Freunde wirklich liebenswert sind und man das Schwitzen vor dem Herd nicht scheut, dann kann man gleich ein „Tris“ servieren, beziehungsweise die drei Paste hintereinander. Es bietet sich übrigens als letzte Pasta auch die mit Alio und Olio an, mit Knoblauch und Olivenöl: Die gilt als echte „Verdauungspasta“ zum Abschluss eines solchen Nudelfestes und erspart den Grappa danach. Macht auch die Freunde gleich wieder nüchtern.
Quellen:
- Vico Torriani: Nudelfestival. Delphin-Verlag. 8,00 Euro
- Gabriel und Reinhild Steinschulte: überlieferte Rezepte aus der Toscana und Rom
