
- Baden mit Naturkulisse - Marcel Blümel (LetZzgo)
Wenn im lokalen Freibad mal wieder überchlortes Wasser, hoher Eintritt und lärmende Menschenmassen das Badevergnügen verderben, werden Deutschlands Flüsse und Seen zu beliebten Alternativen für die sommerliche Abkühlung. Statt gefließten Becken spüren die Füße Kiesel und Sand, Ruhe und eine naturnahe Kulisse aus Vögeln, Bäumen und Wiesen bieten Erholung und Spaß ohne Eintritt. Doch nicht jedes Gewässer ist auch tatsächlich geeignet um schnell mal hineinzuspringen.
Baden in fließenden Gewässern
Städte und Dörfer liegen oft an Flüssen und Bächen. Sicherlich befindet sich auch in Ihrer Nähe eines dieser Gewässer. Leider gibt es jedoch einen Grund, warum fließende Gewässer oft kaum geeignet sind, um darin zu baden. Bei Flüssen geht dabei die größte Gefahr von Strömungen aus, die oft unterschätzt werden und einen Menschen sehr schnell mitreißen, ohne dass dieser es überhaupt erst merkt. Das Baden in Bereichen um Wehre, Schleusen, Brücken und sämtlichen anderen künstlichen Anlagen, die den Verlauf eines Gewässers beeinflussen, muss daher unbedingt vermieden werden.
Selbiges gilt natürlich für sämtliche natürlichen Stellen, an denen die Strömungsverhältnisse unklar sind. Zusätzlich sollte man wissen: In Kurven fließt das Wasser außen schneller als innen, und generell ist die Strömung in der Flussmitte am stärksten. Haben Sie nun ein schönes Plätzchen gefunden und stimmt jetzt noch die Wasserqualität, sollte dem Badespaß nichts mehr im Wege stehen.
Seen und Teiche
Auf den ersten Blick bieten stehende Gewässer nicht die Tücken eines Flusses. Meist stimmt das auch, doch beachten Sie auch hier: Staudämme, sowie Zu- und Abläufe sind oft gefährlich. Die meisten Seen sind dahingehend jedoch sicher. Schwer erkennbar sind auch Seen, die in einem ehemaligen Tagebau entstanden sind. Besonders in den neuen Bundesländern ist hier die Eigentümer- und Zuständigkeitsfrage häufig ungeklärt, und daher weiß man oft nicht, wie es um die Sicherheit für Badegäste bestellt ist.
Beim Finden von Badestellen sollte natürlich der gesunde Menschenverstand walten. Ufer und Wasser sollten übersichtlich und einfach zugänglich sein. Wichtig ist vor allem hier auch die Wasserqualität:
Güte von Fluss und See
Die Qualität des Badegewässers können Sie grob und schnell auch selbst einschätzen. Grundlegende merkmale eines guten Wassers sind:
- klares, sauberes Wasser mit weiter Sichttiefe
- wenig Algen und Pflanzenbewuchs
- ein ständiger, artenreicher Fischbestand
Auch die Lage verrät viel über die Güte Ihres Badeplatzes. Gewässer in und um landwirtschaftliche Nutzflächen sind oft überdüngt und daher mit sauerstoffverarbeitenden Algen und besonders mit der gefährlichen Blaualge, erkennbar an schaumigen Ausblühungen an der Wasseroberfläche, belastet. Finger weg!
Natürlich gibt es noch viele Faktoren, die der Laie nicht beurteilen kann. Flüsse fließen oft durch industrielle Ballungsgebiete und sind, obwohl sich die Lage in Europa seit den 1990er Jahren stark gebessert hat, nicht selten mit Schwermetallen und Chemikalien belastet. Informieren Sie sich daher vorher möglichst bei offiziellen Quellen.
Offizielle Badegewässer
Wer auf Nummer sicher gehen, will badet in den offiziell ausgewiesenen Badegewässern. Zuständig für Deutschland ist das Bundesamt für Umwelt. Informationen zu Standards und aktuellen Entwicklungen findet man im Internet. Weiterführend sind dort auch die jeweilig in den Bundesländern zuständigen Behörden verlinkt. Wer harte Daten und Fakten sucht, wendet sich an die Europäische Umwelbehörde. Eine schön gestaltete, übersichtliche Datenbank mit Karten, Statistiken und Untersuchungen gibt's leider nur englischsprachig.
Natur mit Eintritt
Einen Kompromiss bieten schließlich die zahlreichen Badestrände mit Eintritt. Mit meist aufgeschütteten Stränden findet man hier ein bisschen von Allem: viele Meschen um einen ruhigen See. Letztendlich sollten Sie sich jedoch auf ihren gesunden Menschenverstand verlassen. Wer sich stets bewusst ist, dass Baden in der Natur zwar mit Gefahren verbunden ist, jedoch mit Ruhe, Entspannung und abwechselungsreichem Badeerlebnis entlohnt, kann der sommerlichen Hitze auf seine Art entfliehen.
