
- Schokolade löst Glücksgefühle aus - Ruth Weitz
Schokolade macht glücklich. Spätestens dann, wenn man den Film "Chocolat" mit Juliette Binoche gesehen hat, muss man die Erkenntnis gewinnen, dass Schokolade und Glück ganz eng verbunden sind. Das ist sogar wissenschaftlich erwiesen. In der Universität Leipzig hatten sich im April 2011 Forscher mit dem Phänomen des glücklich machenden Genussmittels Schokolade befasst. Das Untersuchungsergebnis war eindeutig: Schokolade ist ein Glücksmacher. Dazu tragen Zucker und Tryptophan bei. Letzteres ist die Vorstufe des Hormons Serotonin, das auch "Glückshormon" genannt wird. Es ist ein komplizierter Stoffwechselprozess, der zur Ausschüttung von Serotonin führt.
Das Tryptophan in der Schokolade wird zum "Glückshormon" Serotonin
Die Aminosäure Tryptophan gelangt über den Blutkreislauf ins Gehirn. Sind noch zahlreiche andere Aminosäuren – sprich Eiweißbausteine – vorhanden, hat es das Tryptophan schwer, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden. Nach einer eiweißreichen Mahlzeit ist die Tryptophan-Konzentration deshalb gering. Je mehr andere Eiweißbausteine sich vor der Schranke tummeln, desto geringer ist die Aufnahme von Tryptophan.
Die Schokoladensorten: Vollmilch, Halbbitter, Bitter und Weiß
Die Auswahl an verschiedenen Schokoladensorten ist groß. Es gibt sie in Vollmilch, Halbbitter, Bitter und sogar in Weiß, und das in unzähligen Varianten. Der Nährwert variiert je nach Zutaten wie zum Beispiel Marzipan oder Nüsse. Besonders hoch ist der Zuckeranteil in Vollmilchschokolade. In hundert Gramm des süßen Glückmachers sind 55 Gramm enthalten. Deutlich weniger Zucker ist in Bitterschokolade, nämlich nur 15 Gramm.
Im PET wird das Glück sichtbar, das Schokolade auslöst
Mit der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) hat der Wissenschaftler Dr. Swen Hesse die Reaktion des Gehirns nach dem Verzehr von Schokolade untersucht und dies im Bild festgehalten. Darauf zu sehen sind bunte Explosionen, die nichts anderes darstellen als der Zucker, der – wie es anmutet – im Gehirn fröhliche Urständ‘ feiert. Hesses Kommentar: "…Wenn viel Schokolade und Zucker gegessen wird, kommt es zu einer richtigen Lichtorgie im Gehirn." Der Leipziger Mediziner vom integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum für Adipositas macht klar, dass die Stimmung zunehmend wächst, je mehr Serotonin ausgeschüttet wird. Auf den Punkt gebracht heißt das: "Schokolade macht glücklich".
Niedriger Serotonin-Spiegel, niedriger Stimmungspegel
Ist der Serotonin-Spiegel niedrig, ist auch die Stimmung mies. Wer miese Stimmung hat, greift gerne zur Schokolade. Symptomatisch ist das bei Menschen, die sich gerade das Rauchen abgewöhnen oder bei Frauen mit Menstruationsstörungen. Leider ist der zu üppige Genuss von Schokolade auch mit dem Risiko verbunden, an Gewicht zuzunehmen. Wer dem Serotonin-Glück dennoch nicht entsagen will, hat aber noch andere Möglichkeiten als den Verzehr von Schokolade. Tryptophan ist auch in Bananen, Milchprodukten, Fisch, Geflügel und Eiern enthalten. Das schönste Glücksgefühl sackt nämlich rapide in den Keller, wenn der Blick auf die Waage enthüllt, dass es wohl doch etwas zu viel Schokolade zum Glücklichmachen war.
Quellen: gesund-bleiben-im-job.de, ernaehrung.de, bernd-leidenberger.de
