
- Schokoladenköche - Thomas Dapper
Gegen das Vergessen der alten Kultur des multiethnischen Zusammenlebens im Banat veröffentlichte Magda Waigand 1970 eine Sammlung von Kochrezepten. Essen und Genuß waren Hauptmerkmal des Wohlstandes und ein gutes Dessert durfte Sonntags nicht fehlen. Schon gar nicht wenn Gäste bewirtet werden sollten. Dann wurde in der Küche gezaubert.
Der Begriff „Koch“ lässt sich aus dem Rezept nur als Soufflé interpretieren und deutet auf ein Wasserbad hin.
Schokoladenkoch
Die Zutaten im Originalrezept (und deren heute gebräuchliche Mengenangaben in Klammer)
10 Dgr. Butter (100 Gramm Butter)
6 Eidotter (Eigelb)
6 Dgr. Schokolade (60 Gramm Schokolade)
10 Dgr. Zucker (100 Gramm Zucker)
10 Dgr. samt der Schale geriebener Mandeln oder Nüsse (100 Gramm Mandeln oder Nüsse)
Eischnee von 6 Eiern
Eventuell Schokoladenguß
Die Zubereitung
Zunächst die Eier trennen in Eigelb und Eiklar. Butter und Eigelb flaumig rühren und im Ofen erweichte Schokolade dazu mischen, ebenso dann den Zucker und die Mandeln (oder Nüsse). Zuletzt den Eischnee unterheben. Wer noch die alten Keramikformen sein Eigen nennt, kann diese gern nutzen. Heutige Muffinformen eignen sich allerdings besser, weil sie nicht im Wasser kippen können. Die Formen werden mit Butter oder Margarine bestrichen und leicht mit Mehl bestäubt, dann der Teig eingefüllt.
Im Originalrezept wird auf die Angabe der Backtemperatur verzichtet. Sehr wahrscheinlich gab es früher in den Holzöfen nur zwei Temperaturen: Ofen kalt und Ofen befeuert.
Die Backzeit wird mit 45 Minuten angegeben. Insofern erscheint eine Temperatur im Elektroofen (Ober- und Unterhitze) bei etwa 150°C angemessen. Der Versuch ergab ein köstliches und ästhetisch durchaus ansprechendes Ergebnis.
Der Serviervorschlag der Magda Waigand sieht einen Schokoladenüberzug vor. Allerdings eignen sich ebenso im warmen, ofenfrischen Zustand Vanilleeis und diverse Cremeliköre hervorragend.
Grießkoch
Die Zutaten im Originalrezept (und deren heute gebräuchliche Mengenangaben wieder in Klammer)
7 Dzl Milch (0,7 Liter Milch)
2 Dzl Grieß (0,2 Liter Grieß, Mengenangabe auf Messbecher wie Mehl)
14 Dgr Butter oder 3 Dgr Fett (140 Gramm Butter oder 30 Gramm Fett)
(100 Gramm Zucker; fehlen zwar im Originalrezept und können deshalb auch weg gelassen werden. Das Ergebnis wäre dann aber keine Süßspeise mehr, sondern eher eine Beilage zur Hauptspeise)
6 Eidotter (6 Eigelb)
Eischnee von 6 Eiern
Die Zubereitung
Milch, Zucker und Grieß gut kochen, dann auskühlen lassen. Eier trennen in Eigelb und Eischnee. Butter (oder Fett) werden mit dem Eigelb verrührt. Dann den Grieß darunterrühren und zuletzt den Eischnee vorsichtig unterheben. Die Backform (siehe oben) mit Fett bestreichen und mit Mehl bestäuben. 45 Minuten Backzeit bei Ober- und Unterhitze im Wasserbad.
Variationen
Bei der Verwendung von etwa einem Teelöffel Backpulver wird aus dem „Koch“ ein Muffin der trägt dann die dem banater Koch fehlende Mütze.
Statt Nüssen oder Mandeln bietet sich Mohn ebenso wie die gemahlene Frucht des Johannisbrotbaums an. Beide Zutaten kennt man im Banat bis heute und verwendet sie für verschiedene Süßspeisen.
Quellen:
- Eigene Recherchen
- Kochbuch der Donauschwaben, Magda Waigand, Eigenverlag der Autorin 1970
