Das Pucken geht auf eine alte Wickeltechnik zurück, welche schon in der antiken und römischen Geschichte angewendet wurde. Durch die Eingrenzung des Bewegungsablaufes fühlt sich das Baby an seinen natürlichen Entwicklungsraum im engen Mutterleib zurückversetzt. Die einfache Wickeltechnik wird heute bei Säuglingen bis zum fünften Lebensmonat angewendet. Dabei werden die Säuglinge fest in ein Tuch gewickelt, so dass sie weder ihre Arme noch Beine bewegen können. Diese Art „Zwangsjacke“ stellt die Säuglinge ruhig und lässt sie besser schlafen.
Schuld ist der Moro-Reflex
Nicht nur frischgebackene Eltern leiden unter Schlafmangel, sondern auch Säuglinge.
Bedingt durch den so genannten Moro-Reflex, auch Schreckreflex genannt, wacht das Baby durch unkontrollierte Zuckungen und Bewegungen auf und findet selten in einen erholsamen Schlaf zurück. Bereits in der Schwangerschaft entwickelt jedes ungeborene Lebewesen den Moro-Reflex. Für Säuglinge ist dieser Reflex überlebenswichtig, steuert er doch den ersten Atemzug. Weiterhin wird der Säugling durch die reflexartige Öffnung der Luftröhre vor dem Erstickungstod bewahrt. Innerhalb der ersten fünf Monate verschwindet der Moro-Reflex, da sich das Nervensystem weiterentwickelt.
Anleitung zum Pucken
Ein Kind zu pucken ist nicht schwer. Mit ein wenig Übung dauert der Vorgang nur wenige Minuten. Da man zum Pucken nur eine Babydecke oder ein normales Kopfkissenbezug benötigt, ist es zudem noch kostengünstig und schont die Nerven vieler stressgeplagter Eltern. Dabei legt man die Decke quer auf einen weichen Untergrund, beispielsweise auf ein Bett. Der Säugling wird am oberen Ende platziert. Es gilt zu beachten, dass der Kopf frei bweglich bleiben sollte, damit dem Baby nicht die Luft abgeschnürt wird. Die Arme des Kindes liegen nah am Körper und die Beine werden fest zusammen gehalten. Die rechte Seite der Decke wird nach links umgeschlagen und unter dem Körper eingeklemmt. Die linke Seite der Decke wird auf die rechte Seite umgeschlagen und hinter dem Rücken geführt. Den unteren Zipfel der Decke schlägt man nach hinten um.
Ein kleines Paket Mensch
Obwohl der gepuckte Zwerg in seiner Lage aussieht wie ein kleines Paket Mensch, hilft die Methode des Puckens dem Säugling einfacher in den Schlaf zu finden. Pucken kann man tagsüber und auch Nachts anwenden. Zu beachten gilt, dass sich das Baby nicht freistrampeln kann und vor Auskühlung oder Überhitzung geschützt ist. Daher ist die Auswahl der passenden Schlafwäsche unabdingbar.
Hebammen zeigen wie es funktioniert
In Deutschland haben Eltern die Möglichkeit sich vor und auch nach der Geburt von einer Hebamme begleiten zu lassen. Diese Möglichkeit sollte man in Anspruch nehmen. Die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen. Hebammen können den Eltern mit wenigen Tricks den Umgang mit den neuen Erdlingen zeigen und den Alltag erleichtern. Nicht nur eine Babymassage sondern auch das Pucken gehört mit zum Repertoire einer gut ausgebildeten Hebamme. Im Handumdrehen kann mit Hilfe der Puck-Technik aus einem Schreibaby ein zufriedenes Baby werden.
Ohne direkt zu Medikamenten zu greifen.
Bitte beachten Sie, dass ein Siute101-Artikel ärztlichen Rat nicht ersetzen kann.
