Schreibwettbewerb – Tschernobyl-Geschichte neu schreiben

Eine Kampagne der anderen Art: Greenpeace ruft auf, sich an einem Fortsetzungsroman mit dem Thema Atomunfall in Tschernobyl zu beteiligen.

Anlässlich des 25. Jahrestages der Explosion des Kernkraftwerks in Tschernobyl hat Greenpeace eine neue Kampagne gestartet, bei der jeder dazu eingeladen ist, an einer neuen Tschernobyl-Geschichte mitzuschreiben. Ziel ist es, gemeinsam einen Fortsetzungsroman in sechs Kapiteln zu schreiben, der von der Comiczeichnerin Anike Hage durch passende Zeichnungen ergänzt wird. Am 26. April, zum Jahrestag der Katastrophe, soll das Gesamtwerk fertig sein und ins Netz gestellt werden.

Hintergrund: Super-GAU in Tschernobyl

25 Jahre sind nunmehr vergangen, seit in Prypjat der Reaktor Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl explodierte. Am 26. April 1986 hat sich damit eine der schlimmsten Katastrophen auf der Welt ereignet, die bis heute einen großen Landstrich um die ukrainische Region an der Grenze zu Weißrussland unbewohnbar macht. Noch immer kämpfen die Menschen und die Natur mit den Spätfolgen des als Super-GAU in die Geschichte eingegangenen Unglücks: Die freigesetzte hochradioaktive Strahlung hat nach Einschätzung von Experten zwei Millionen Kinder verstrahlt. Krebserkrankungen und Schädigungen des Erbgutes sind in der Region weit verbreitet. Dass sich eine solche Katastrophe wie in Tschernobyl jederzeit wieder ereignen kann, zeigt jüngst das Reaktorunglück des AKW Fukushima 1 in Japan, das nach einem schweren Erdbeben ausgelöst wurde.

Erinnerung und Mahnung

Die von Greenpeace initiierte Kampagne soll die Nachwelt an die Geschehnisse in Tschernobyl erinnern und mahnen. Vor dem Hintergrund des aktuellen Unglücks in Japan ist dies eine berechtigte Forderung. Die Idee dieser Greenpeace-Kampagne ist, möglichst viele Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren und zu zeigen, dass die Menschen in der Region um Tschernobyl noch heute mit den Auswirkungen zu kämpfen haben. Gleichzeitig soll es ein Mahnmal sein, insbesondere für die Politiker, die noch immer an der Atompolitik festhalten.

Der Schreibwettbewerb: ein Fortsetzungsroman in sechs Kapiteln

Greenpeace lädt jeden, der Spaß am Schreiben hat, dazu ein, sich an dem Fortsetzungsroman zu beteiligen. Insgesamt schreiben die Teilnehmer bis zum 26. April sechs Kapitel, die zusammengenommen eine lineare Erzählung mit Anfang, Höhepunkt und Ende ergeben soll. Die Geschichte wird in Form von Kommentaren in einem Blog weitergeschrieben.

Für ihre Kampagne konnte Greenpeace die erfolgreiche Mangazeichnerin Anike Hage gewinnen, die jede Woche einen ausgewählten Beitrag in einen Comic verwandelt. Das Thema „Atomunglück“ ist für die 25-jährige Anike Hage nicht neu: 2008 hat sie sich bereits in ihrem Manga-Buch „Die Wolke“ mit dem Unglück in einem Atomkraftwerk auseinandergesetzt. Darin hat sie Gudrun Pausewangs bekannte Erzählung „Die Wolke“, in der es um die verheerenden Folgen einer Atom-Katastrophe in Deutschland geht, als Comic umgesetzt.

Veröffentlicht wird die Fortsetzungsgeschichte der Greenpeace-Kampagne schließlich über Social-Media-Kanäle. Wer mitschreiben will, muss sich vorher auf der Kampagnen-Seite von Greenpeace registrieren.

Denise Fritsch - Jahrgang 1982, Studium der Politikwissenschaften, Sinologie, Germanistik und Soziologie in Bochum, Shanghai und Hagen. Denise Fritsch lebt ...

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