
- Der Anfang fürs Auslandsjahr beginnt im Flugzeug - Erich Westendarp
Die Kenntnisse einer Fremdsprache verbessern und ein Abenteuer erleben – das ist es, was viele junge Menschen nach oder während ihrer Schulzeit wollen. Doch da ist schon der Kern des Problems: Sollte man lieber während der Schulzeit als Austauschschüler ins Ausland gehen oder doch besser bis zum Ende warten und dann als Au-pair Kinder betreuen? Über diese Frage stolpert wohl jeder junge Mensch mindestens einmal, wenn er davon träumt ein Auslandsjahr zu verbringen.
Doch welche Unterschiede gibt es zwischen einem Au-pair-Aufenthalt und einem Schüleraustausch? Diese Frage soll nun beantwortet werden und somit den jungen Erwachsenen und ihren Eltern helfen eine richtige Entscheidung zu treffen.
Bewerbung als Au-pair oder als Austauschschüler
Um als Austauschschüler die Welt zu entdecken, muss man zunächst eine Agentur finden, die einem zusagt. Die Agentur vermittelt nicht nur Gastfamilien, sondern organisiert auch die An- und Abreise und hilft bei Problemen. Viele Agenturen für Schüleraustausch bieten auch Nebenleistungen an, etwa die Organisation von Reisen für Austauschschüler. Je nachdem, in welchem Land man leben möchte, sind die Voraussetzungen verschieden und die Bewerbungsfrist individuell. Die Austauschagentur gibt dazu genauere Informationen. Nicht selten zieht sich die Bewerbungszeit einschließlich Vorgesprächen über mehrere Monate hinweg. Jedoch sollte man beachten, dass man nur während der eigenen Schulzeit ein Austauschjahr absolvieren kann. Die meisten Austauschschüler gehen nach der zehnten Klasse ins Ausland, um pünktlich zum Abitur wieder in Deutschland zu sein.
Auch als Au-pair kann man sich bei einer Au-pair-Agentur bewerben, die einem bei der Organisation hilft und bei Problemen zur Seite steht. Wenn man in die USA möchte, ist es sogar Pflicht dies über eine Agentur zu machen. Möchte man lieber in Europa bleiben, so kann man sich auch auf Au-pair-Börsen im Internet selbst eine Gastfamilie aussuchen oder sogar über das Profil von einer Gastfamilie im Wunschland gefunden werden. Solche Au-pair-Börsen sind wesentlich günstiger, (für Au-pairs oft sogar kostenlos) als eine Agentur. Jedoch muss alles selbst organisiert werden. Ein stärkendes Rückgrat, wenn es im Ausland doch nicht so klappt wie erwünscht, hat man nicht. Voraussetzungen für einen Aufenthalt als Au-pair ist das Mindestalter von 18 Jahren und Erfahrung in der Kinderbetreuung. Näheres zur Kinderbetreuungserfahrung sollte in den jeweiligen Agenturen oder bei privater Vermittlung bei der Familie erfragt werden.
Das Leben als Austauschschüler versus das Leben als Au-pair
Als Austauschschüler lebt man in einer Gastfamilie und geht im Gastland zur Schule. Im Normalfall hat man Gastgeschwister, ungefähr des gleichen Alters. In der Schule nimmt man am gewöhnlichen Unterricht teil, schreibt Klassenarbeiten mit und erhält am Ende ein Zeugnis. Durch den Schulbesuch ist es leichter Kontakte für die Freizeit knüpfen und die Sprachkenntnisse rasch zu verbessern. Jedoch gibt es des Öfteren auch Schulen, an denen sehr viele Austauschschüler gleichzeitig sind und es für diese einige Extra-Stunden und teilweise sogar Klassen nur mit Austauschschülern gibt. Das kann sich nachteilig auf die Fortschritte in der Fremdsprache und der Anpassung an die neue Kultur auswirken, da man sehr viel Zeit mit anderen Ausländern verbringt und viel in der eigenen Muttersprache kommuniziert.
Es ist als Austauschschüler dennoch leichter Kontakte zu knüpfen und seinen Freundeskreis rasch zu erweitern, als für ein Au-pair, denn als Au-pair lebt man ebenfalls in einer Gasfamilie, aber mit kleineren Kindern. Die Aufgaben eines Au-pairs umfassen im Allgemeinem die Kinderbetreuung und Hilfe im Haushalt. Dadurch ist man stark an den Alltag der Familie gebunden und Zeit um andere Leute kennenzulernen bleibt lediglich in der Freizeit oder während eines Sprachkurses. Um aber Menschen aus dem Gastland kennenzulernen, braucht es einige Zeit und nicht selten ist die Unterstützung der Gastfamilie dabei notwendig. Es ist jedoch relativ einfach andere Au Pairs während des Auslandsjahres kennenzulernen, was ebenfalls sehr wichtig ist. So kann man sich Kummer von der Seele reden und sich über die verschiedenen Aufgaben austauschen.
Durch die Hauptaufgabe der Kinderbetreuung baut sich meist schnell ein gutes Verhältnis zu den Kindern auf und das Au Pair wird als große Schwester (oder Bruder) akzeptiert. So verbringt man viel Zeit mit den Kindern und hat über sie eine weitere Möglichkeit andere Menschen kennenzulernen.
Die Kosten von Schüleraustausch und Au-pair
Ein Schüleraustausch ist teurer als ein Au-pair-Jahr. Während man beim Schüleraustausch mit Preisen im vier- bis fünfstelligen Bereich rechnen kann, hat man als Au-pair nur die eigene An- und Abreise zu zahlen (außer für die USA). Bei der Vermittlung durch eine Au-pair-Agentur kommen noch Kosten dafür dazu. Zusätzlich bekommt ein Au-pair-Taschengeld von der Gastfamilie – je nach Vereinbarung monatlich oder wöchentlich.
Doch auch die Eltern von Austauschschülern müssen keine Millionäre sein, um ihrem Kind den Traum zu erfüllen. Es gibt Stipendien, die einen Großteil der Kosten übernehmen. Um ein Stipendium muss der Schüler sich rechtzeitig bemühen und je nach Art bestimmte Kriterien erfüllen. Darüber hinaus gibt es Vereine und Organisationen, die Austauschschüler finanziell unterstützen.
Quelle: Raus von zu Haus.de; Bildnachweis: (c) Erich Westendarp / pixelio.de
