Schuhkartons voller Überraschungen nehmen den Weg nach Osten

Verpacken der Kartons - Kadereit
Verpacken der Kartons - Kadereit
Jedes Jahr sammelt eine evangelische Kirchengemeinde im Remscheider Stadtteil Bergisch Born Weihnachtsgeschenke ein, die in Schuhkartons verpackt werden.

Bergisch Borner sammeln nun schon im neunten Jahr für bedürftige Kinder, und nun wird seit dem 15. Oktober wird im Stadtteil das Wort „Schuhkarton“ wieder groß geschrieben. Vier Wochen lang sammelten zwölf Borner Warenspenden für bedürftige Kinder in osteuropäischen Ländern. Bulgarien, Rumänien und Weißrussland gehören zu den Empfängerstaaten. Überregionaler Träger der Aktion ist der Verein Geschenke der Hoffnung e.V., eine Organisation mit christlichem und missionarischem Hintergrund, welches derzeit Menschen in 16 Ländern unterstützt. Jedes beschenkte Kind bekommt einen Schuhkarton voller Dinge, die im bei den Armen einfach Mangelware sind.

Schuhkartons versandfertig machen

Am 15. November war Annahmeschluss. Da fing allerdings für die Gruppe um Margarete und Klaus Clever die Arbeit erst richtig an.An einem Mittwochmorgen krempelten sie die Ärmel hoch und dann ging es in dem großen Gemeinschaftsraum im Gemeindezentrum Bergisch Born so richtig rund. Auf vielen Tischen mussten die Schuhkartons unter die Lupe genommen werden, denn die Zollbestimmungen sind streng. Ein einziger Fehler kann zur Folge haben, dass bei einer Stichprobe die gesamte Ladung aufgehalten wird. Es gibt eine Liste der Gegenstände, die keinesfalls verschickt werden dürfen. Dazu gehören beispielsweise Nüsse, weil viele Kinder Allergien dagegen entwickeln können, aber noch nie welche gegessen haben. Besonders, wenn das Empfängerland nicht zur EU gehört, sind die Behörden dort sehr pingelig.Nach der Sichtung und Ergänzung mit allerlei begehrten Gegenständen wie Schreibblocks, Wollsocken, Kuscheltieren, Kugelschreibern, Solarrechnern und Zahnpasta kamen dann die Packbandabroller ins Spiel, damit alle Kartons den Transport gut überstehen.

Empfängergruppen außen markiert

Ein Etikett stellt sicher, dass jedes Paket die richtige Zielgruppe wie „Girl 5 – 9 Jahre“ erreicht. Oftmals haben die Spender persönliche Grüße beigefügt. Das Bild eines vierjährigen Absenders mit Weihnachtsgrüßen und „viel Freude am Schuhkarton“ werden dem Empfänger sicher genau so viel Wärme rüber bringen wie der Vermerk „Liebe Grüße aus Deutschland von einer Oma aus Remscheid-Lennep“ mit Foto vom evangelischen Kirchturm. Im Hintergrund des Raumes warteten die Umkartons, in denen sich zwölf Schuhkartons unterbringen lassen. Die müssen gefüllt werden, ehe der LKW zum Laden kommt.Kartons kamen auch von Anette Dürholt aus Radevormwald, die in Wuppertal tätig ist. Sie sammelt seit sechs Jahren im Kollegenkreis, brachte gleich im ersten Jahr zehn Schuhkartons zusammen und kam in diesem Jahr auf die stolze Anzahl von 75. „Eine Aktion, die immer mehr Kreise zieht“, freut sich die Radevormwalderin.

Erfolgreiche Sammler

Ferner gehören zu den erfolgreichen Sammelstellen in der Stadt die Lenneper Röntgen-Apotheke und die Hasenberger Apotheke. Viele Bergisch Borner Bürger gehören zu den ständigen Spendern. Manche bringen komplett gepackte Kartons, andere einen Bargeldbetrag, weil ihnen das Packen zu viel Mühe macht. Ein Unternehmen spendierte jede Menge Farbstifte, eine Dame lieferte insgesamt 50 Paar Kindersöckchen, eine andere strickte zwölf Monate lang Schals und Socken. Beim letzten Kirchenkonzert kamen in der Sammelbox an die 700 Euro zusammen. Auch die flossen in die Aktion, denn auch die Transportkosten für die mehr als 400 Schuhkartons wollen aufgebracht sein.

In den vergangenen Jahren kamen bundeswei jeweils mehr als eine halbe Million an Päckchen zusammen. Wie mag es 2011 aussehen? Die Spendenbereitschaft ist gut.

Hans Kadereit, Autor aus Remscheid, Bildrechte bei Hans Kadereit

Hans Kadereit - Seit 1974 bin ich journalistisch tätig, habe für Wochenzeitungen, aber gelegentlich auch für Tageszeitungen und das Radio ...

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