Schulkleidung als verbindlicher Dresscode für Lehrer und Schüler

Eine Schülerjacke - Trigema
Eine Schülerjacke - Trigema
Meinungen zu Wert, Mode und Ökologie von Schulkleidung oder Schuluniform von Politikern, Schülern, Eltern, Lehrern, die Entscheidungen erleichtern können.

Seit einigen Jahren überlegen Pädagogen in Deutschland ob eine Schulkleidung für Schüler Vorteile haben könnten. Es gibt unterschiedliche Meinungen von Verantwortlichen und Schülern.

Eine Schulkleidung wird von Vielen akzeptiert, weil sie, im Gegensatz zur Schuluniform, mehr Auswahl bietet. Im Buch „Kleidung wie sie schützt und stärkt“, von Harald Jordan, wird auch auf die Schutzfunktion von Stoffen, Schnitten, Farben, Strukturen und Symbolen eingegangen.

Anonyme Meinungen zur Schulkleidung

Schulkleidung, zu der T-Shirts lang oder kurzärmelig, Röcke, Hosen, Kaputzenshirts, und Basballkappen gehören können, ist die Arbeitskleidung für alle Schüler. Sie soll Schulkleidung, so erhoffen sich Politiker, Eltern und Pädagogen, die Akzeptanz der Schule als Ort des Lernens erhöhen und neue Schüler leichter in eine Klasse einbinden. Sie soll die Stellung der weniger Bemittelten in den Klassen stärken und die Schüler nicht von ihrer Arbeit ablenken. Es scheint für die Fachleute logisch, dass Schulkleidung nicht zu einer Gleichmacherei, sondern zu einer besseren persönlichen Entwicklung der Schüler führen müsste. Das Selbstwertgefühl der Einzelnen müsse, aufgrund einer so gestärkten Persönlichkeit und einer erworbenen Sozialkompetenz, steigen. Befürworter einer Schulkleidung geben zu bedenken, dass, wenn Schüler ihre preisgünstige „Arbeitskleidung“ bis in den Nachmittag tragen, sie deutlich weniger Kleidung benötigen. Immer mehr Schulen setzen bei der Schulbekleidung auf ein einheitliches Logo bei der Schulkleidung und anderen Teilen die zu einem Corporate Design gehören. Bei der Ökologie wird Wert auf eine hautfreundliche, unbedenkliche, biologisch abbaubare, zertifizierte und fair produzierte Kollektion gelegt.

Schülermeinungen zum Dresscode

Cathleen Haack, Sprecherin des Landesschülerrats Brandenburg, begründet warum Schüler eine Schulkleidung wollen: „Wenn Jugendliche sich darstellen, tun sie das abends, im Club oder in der Disko.“ „Es gibt doch auch Klamotten, die sportlich und leger sind und trotzdem nicht nur aus Strickpullis und Cordhosen bestehen.“ „Vielleicht hat ein Dresscode für Lehrer auch etwas mit der eigenen Wertschätzung, Wertschätzung der Arbeit und Wertschätzung Schüler zu tun?“ Kinder, die sich auf der Internetseite "spickmich.de" angemeldet haben, wählten den besten Lehrer Deutschlands im Jahr 2011, aus.

Politiker argumentieren zum Thema Schulkleidung

Brigitte Zypries (SPD) und Annette Schavan (CDU) haben im Jahr 2006 zum ersten Mal, Partei übergreifend, den Vorschlag, einheitliche Schuluniformen einzuführen, gemacht. Im Jahr 2010 gab die Parlamentarische Staatssekretärin im Umweltministerium, Katherina Reiche (CDU), bekannt, „dass einheitliche Kleidung gemeinsame Identität mit der Schule zum Ausdruck bringt und den Geldbeutel der Eltern erheblich entlastet.“ Patrick Meinhardt, bildungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag, argumentiert, dass Schuluniformen Problem nicht lösen, sondern verlagern. Er ist sich sicher, dass soziale Unterschiede auch weiterhin in den Schulen bestehen werden. Er vermutet, dass sich dann von den Schülern andere Statussymbole, wie Uhren, Schuhe oder Handys genutzt werden. „Eltern, Schüler und Lehrer müssten die Freiheit haben, vor Ort zu entscheiden, ob sie durch gemeinsame Polo-Shirts, Symbole oder Kleidung die Identifikation mit ihrer Schule stärken wollen. Dies könne nicht in den Landeshauptstädten und schon gar nicht in Berlin entschieden werden“, sagt der Ministeriumssprecher Ludwig Unger.

Ist eine Schulkleidung politisch durchzusetzen?

Es gibt Befürworter und Kritiker zum Thema: Schuluniform statt Markenzwang. Eltern und Schüler können sich, wenn sie Schulkleidung nicht befürworten, zwar auf das Grundgesetz und das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit berufen, aber: „Zur Sicherung des Schulfriedens und des Unterrichtsbetriebs kann die Schule Vorgaben machen, um provozierende oder störende Kleidung zu vermeiden“, heißt es bei der Berliner Senatsschulverwaltung.

Schulkleidung im Test oder im Gebrauch

In der Columba-Neef-Realschule, im niederbayerischen Ortenburg, testeten Schülerinnen einer achten Klasse den Schuldress. Zu betonen sei, dass die Idee, Schulkleidung zu nutzen in der Columba-Neef-Realschule von den Schülerinnen angeregt wurde, sagt Konrektorin Beatrix Kröninger. Die Kollektion beschränke sich auf T-Shirts, Sweatshirts und Kapuzenjacken in fünf verschiedenen Farben, die mit dem Schullogo versehen sind.

Schulkleidung wurde in der Realschule Haag, im Kreis Mühldorf, in Oberbayern, für die fünfte Jahrgangsstufe, verbindlich eingeführt. Der Schulleiter Dieter Landthaler kündigt an, dass zukünftig, zu den Shirts, auch Taschen, Schlüsselbänder und Käppis, angeboten werden. Er wies auf einen "Second-Hand-Shop" in der Schule hin, in dem gebrauchte Schulkleidung preisgünstig gekauft werden könne.

Interessant auch der Artikel:“Forschungen mit Kinderkleidung die schlau macht.

Warum sich Lehrer und Schüler, besonders im Sommer, einen Dress-Code wünschen

Oliver Dickhäuser, Professor für Pädagogische Psychologie in Mannheim, benennt Konfliktregionen alltagsnah und pragmatisch: „Wenn Teile des Schülerpopos zu sehen sind oder die Tätowierung mit dem Namen „Arschgeweih“ oder auch gewagte Dekolletés, sind es vor allem die Lehrer, die mit diesen Konflikten umgehen müssen.“

Eine Kleiderordnung auch für Lehrer wird im Lehrer Blog „Die Anstalt“ gefordert. Dort wird von Lehrern bedauert, dass es keinen offiziellen Dresscode für Lehrer gibt.

Elternmeinungen im Blog „Gute Frage. net“

„Die Schuluniformen sollten nicht nur eine einheitliche Freizeitkleidung sein sondern klassisch-konservativ. Das heißt ordentliche Stoffhose (auch Shorts) bzw. Rock, Hemd bzw. Bluse, Lederschuhe, V-Pulli oder Pullunder oder Sakko zum drüber ziehen. Nur so wird sie auch dem Ernst der Schule gerecht.“

„Wenn Schüler am Nachhauseweg Unsinn machen, weiß man gleich bei welcher Schule man sich beschweren soll“

„Keine morgendlichen Diskussionen mehr“ (Modetrends Winter 2011 für Kids)

Infoquelle Wolfgang Grupp,TRIGEMA, Hess natur, EPEA Internationale Umweltforschung GmbH, Hamburg, Schulkleidung.com

Online-Redakteurin, Gerlinde Ahrend, Gerlinde Ahrend

Gerlinde Ahrend - Ich bin Journalistin, Online-Redakteurin und Autorin, mit eigenem Journalistenbüro In der Vorbereitung meiner Ausbildung zur ...

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