
- Schulmuseum in Friedrichshafen - Renate Hämmerle
Die ersten Bildungseinrichtungen entstanden im frühen Mittelalter in den Klöstern. Der christliche Glaube, der zu dieser Zeit in Europa eine immer größere Verbreitung fand, sollte durch die Einrichtung von Klosterschulen gefestigt und ausgebaut werden.
Klosterschulen vermitteln das christliche Gedankengut in Europa
Die Klosterschule waren in zwei Bereiche eingeteilt, die innere und die äußere Schule In der inneren wurden Jungen und Mädchen auf ein Leben im Kloster als Mönch und Nonne vorbereitet, während die äußere Schule von Laienkindern adliger Herkunft besucht wurde. Auf dem Lehrplan der mittelalterllichen Schule standen die Sieben Freien Künste, Grammatik, Logik, Geometrie, Musik, Rhetorik, Arithmetik und Astronomie. Wer diese Disziplinen beherrschte, war ein „Siebengescheiter“. Der erste Raum im Museum entführt die Besucher in die besondere Atmosphäre einer Klosterschule.
Aufschwung des Handels im 13. Jahrhundert erfordert neue Schultypen
Ab 1250 begannen die Städte durch Handel und Gewerbe aufzublühen. Kaufleute und Handwerker mussten, um in ihren Geschäften erfolgreich zu sein, lesen, schreiben und rechnen können. Städtische Lateinschulen entstanden. Daneben gab es aber auch Privatunterricht durch Lese - und Schreibmeister, die in einer Ecke ihrer Wohnung unterrichteten, die sogenannte Winkelschulen.
Die Reformation bringt Aufschwung für die Institution Schule
Durch die Reformation erfuhr die Schule in Deutschland einen bedeutenden Aufschwung. Für die Verbreitung der reformatorischen Gedanken war es wichtig, dass das Volk die Bibel, die Martin Luther ins Deutsche übersetzt hatte, lesen konnte. So forderte er die Einrichtung von Schulen in allen Orten, in denen es eine Pfarrstelle gab. Weitsichtig handelte der württembergische Herzog Christoph (1515-1568), der schon damals erkannte, das in einem an Bodenschätzen armen Land wichtig ist, in die Bildung seines Volkes zu investieren, um zukunftsfähig zu sein. Er führte als erster Regent 1559 die Schulpflicht für alle Kinder ein. In den sogenannten Volksschulen lernten die Kinder in erster Linie den Katechismus lesen und auswendig lernen. Die Eltern waren über den Schulbesuch ihrer Kinder nicht besonders begeistert, da sie jede Arbeitskraft, auch die Kinder, auf Hof und Feld dringend benötigten, vor allem im Sommer. Wohlgemerkt: Bis sieben galt man als Kind. Danach hieß es: Pack mit an!
Erfindungen und Entdeckungen führen zur Einrichtung der Realschule
Der Besuch der Höheren Schulen war den Söhnen aus Adels, Offiziers-, und Beamtenfamilien vorbehalten.Für begabte Landkinder bestand die einzige Möglichkeit, die Höhere Schule zu besuchen, wenn sie später den Pfarrerberuf ergriffen. Erfindungen und Entdeckungen im 18. Jahrhundert erforderten neue Unterrichtsfächer wie Chemie, Physik, Biologie und Geografie sowie moderne Fremdsprachen . So entstand ein neuer Schultyp, die Realschule. In den Volksschulen standen weiterhin Religion, Lesen, Schreiben, Rechnen und Singen auf dem Stundenplan. Diese Drei -Gliederung der Schularten ist heute noch erhalten.
Schulmuseum in Friedrichshafen am Bodensee / Friedrichstraße 14 / Öffnungszeiten: April bis Oktober: täglich 10 -17 Uhr, November - März: Dienstag bis Sonntag 14 -17 Uhr
