Ängste und Stress wegen der Schule, können Kinder in allen Altersstufen zeigen. Leider wenden sich die wenigsten Kinder an ihre Eltern und teilen ihre Sorgen mit. Im Gegenteil. Oft suchen Kinder die Schuld bei sich und schämen sich, weil sie schlechte Noten nach Hause bringen oder sich nicht gegen andere Schüler durchsetzen können. In unserer Gesellschaft zählen Leistung und Macht. Dies ist sehr wohl auch schon den Kleinsten bewusst. Sie fühlen sich als Versager und fressen den Kummer in sich hinein. Oft reagieren Kinder mit typischen psychosomatischen und physischen Stresssymptomen.
Was verursacht Kindern in der Schule Stress?
Aufgrund des immer steigenden Leistungsdruck, steht die Angst vor schlechten Noten an Platz eins. Wurde noch vor einigen Jahren an zweiter Stelle die Angst vor Klassenarbeiten und die Unsicherheit um Versetzung genannt, geben Kinder jetzt die Auseinandersetzung mit anderen Schülern an. Probleme mit Lehrern sind zwar auch immer ein Thema, aber nicht mehr so häufig. Der Lehrer als Respektsperson ist im jetzigen Wertesystem nicht mehr so bedeutend wie noch vor zehn Jahren.
Was versteht man unter Mobbing in der Schule?
Der Begriff Mobbing stammt aus dem Englischen und bedeutet anpöbeln, fertigmachen. Mobbing ist eine Form offener und/oder subtiler Gewalt gegen Personen über längere Zeit mit dem Ziel der sozialen Ausgrenzung. Mobbing am Arbeitsplatz ist eine vertraute Kombination. Als der Begriff Mobbing in einem Atemzug mit Schule genannt wurde, waren viele anfangs überrascht. Mittlerweile ist dies leider auch eine gängige Formulierung, da sehr viele Kinder jeden Tag in der Schule gemobbt werden. Mobbing kann zwischen Schülern aber auch zwischen Lehrern und Schülerin stattfinden. Es werden Schüler von anderen, meist Schülergruppen, erpresst sogenanntes Schutzgeld zu zahlen. Oder das ausländische Mädchen wird beispielsweise von anderen Schülerinnen gemieden und hinter ihrem Rücken ausgelacht. Wenn ein Lehrer einen ganz besonderen Liebling in der Klasse hat, kann es vorkommen, dass der sich jede Stunde verbale Abwertungen gefallen lassen muss. Dies alles und noch viel mehr ist Mobbing.
Wie erkennt man, ob ein Kind Stress hat?
Die häufigsten Stresssymptome bei Kindern sind:
- Schlafstörungen
- Kopfschmerzen
- Bauchschmerzen
- Essstörungen wie Appetitlosigkeit aber auch übermäßiges Essen
- Konzentrationsprobleme
- Plötzliches Absacken der schulischen Leistungen
- Alpträume
- Veränderung im Verhalten wie sozialer Rückzug, verminderter Selbstwert
Was kann man als Eltern tun?
Das Wichtigste ist mit seinem Kind im Gespräch zu bleiben. Das heißt nicht, dass man sein Kind jeden Tag nach der Schule ausquetschen sollte, wie es heute war. Sondern Interesse zeigen und dem Kind die Zeit geben sich mitzuteilen. Dies geht leider oft in der Tageshektik unter. Wenn man als Eltern sensibel ist für sein Kind, wird man die Signale erkennen, die gestresste Kinder aussenden. Viele Kinder reagieren zuerst abweisend, wenn man sie auf diese Veränderungen anspricht. Empathie ist hier gefragt. Hilfreich ist auch, sich das Arbeitspensum des Kindes anzusehen. Nicht nur die Schul- und Lern- beziehungsweise Hausübungsstunden, sondern auch Freizeitaktivitäten wie Ballett- oder Fußballtraining. Denn auch wenn diese Aktivitäten meist Spaß machen, können sie im übertriebenen Ausmaß zu Stress führen. Freizeit, Zeit für sich zu haben, Entspannung ist für jedes Kind (überhaupt für jeden) absolut wichtig. Sieht man sich der Sache nicht mehr gewachsen, kann man die Hilfe von Schulpsychologen hinzuziehen.
