
- Schutzpatron, Kluftinger Klüpfel Kobr - Buchcover - Piper Verlag
Kluftinger ist Kult. Das steht nicht erst seit Kurzem fest, sondern eigentlich, seit der erste Allgäu-Krimi um den kauzigen Kommissar in den Regalen stand. "Milchgeld" war das Debüt der Autoren Volker Klüpfel und Michael Kobr im Jahr 2003, es folgten "Erntedank" (2004), "Seegrund" (2006), "Laienspiel" (2008) und "Rauhnacht" (2009). Mit "Schutzpatron" liefern Klüpfel und Kobr nun ihren bereits sechsten Roman um Kultfigur Kluftinger - und der macht Spaß wie alle anderen zuvor auch.
"Schutzpatron" - Der sechste Fall von Kommissar Kluftinger
Kommissar Kluftinger erfährt, dass viele Menschen, die angeblich eines natürlichen Todes sterben, in Wirklichkeit Mordopfer sind, was jedoch selten entdeckt wird. In Kluftingers aktuellstem Fall scheint es genau so eine Situation zu geben, als an der Leiche einer alten Frau Würgemale entdeckt werden. Dieser Mord scheint auch noch in Zusammenhang zu stehen mit einer antiken Monstranz, die jetzt in Kluftis Heimat Altusried ausgestellt werden soll. Nach weltweiter Ausstellung soll der Schatz des Heiligen Magnus nach Hause ins Allgäu zurückkehren, aber es deutet alles darauf hin, dass das wertvolle Stück gestohlen werden soll. Kluftinger setzt alle Hebel in Bewegung, um den Mordfall zu lösen, den Diebstahl an der Reliquie zu verhindern - und gleichzeitig seinen geliebten Passat wiederzufinden, der ihm vor der Nase weggeklaut wurde.
Kommissar Kluftinger - Held des Allgäu-Krimis nun in "Schutzpatron"
Ein echter Held ist Kommissar Kluftinger für die eingeschworene Lesergemeinde, die alle seine Fälle mit viel Vorfreude verfolgt. Sein kauziges Auftreten, seine tollpatschige, aber dennoch geniale Art und Weise, seine Fälle zu lösen und seine liebenswürdige Eigentümlichkeit - all das möchte der geneigte Kluftinger-Fan nicht mehr missen, wenn er sich erst einmal in die Reihe eingelesen hat. Den genauen Vornamen des Kommissars kennt keiner, dennoch ist man mit dem geliebten und mit Kosenamen Klufti versehenen Herrn längst per du. In "Schutzpatron" liefert Klufti auch wieder alles, was man von ihm möchte: Fantastische Einfälle mischen sich mit allerhand Fettnäpfchen zu einem köstlichen Spaß. Dazu kommt der plötzliche Verlust des treuen Passat, den der Kommissar vor 30 Jahren erwarb. Zur Höchstform läuft die Kultfigur dann ab der Mitte des Buches auf, wenn es einerseits gewaltig spannend wird, andererseits aber auch ungeheuer witzig, wenn Klufti notgedrungen erstmals ein Flugzeug besteigt und sich natürlich auch wieder mit dem verhassten Doktor Langhammer anlegt. Das Lokalkolorit kommt bei "Schutzpatron" vielleicht am Deutlichsten von allen Kluftinger-Krimis zum Vorschein, wenn die Geschichte und die Legenden des Allgäus ausgebreitet werden. Dies ist jedoch auch für Nicht-Allgäuer interessant und schmälert das Vergnügen höchstens, wenn die Ausschweifungen etwas zu weit gehen.
Volker Klüpfel und Michael Kobr - Autoren von "Schutzpatron"
Die Autoren von "Schutzpatron" und gleichzeitig Erfinder von Kommissar Kluftinger sind Volker Klüpfel und Michael Kobr. Die beiden Allgäuer sind bereits seit der Schulzeit befreundet und haben sichtlich Spaß an Kluftinger und seinen Abenteuern, wie man den Büchern deutlich anmerkt. Gemeinsam erhielten sie für ihre Klufti-Bücher bereits den Bayerischen Kunstförderpreis 2005, den Weltbild-Leserpreis Corine 2008 und zwei Mal den Krimi-Publikumspreis des Deutschen Buchhandels, die MIMI, in den Jahren 2008 und 2009. Erfolg haben Klüpfel und Kobr nicht nur durch den Verkauf ihrer Bücher, sondern auch durch ihre Website, die unter anderem mit unterhaltsamen Blogs, einem Newsletter bzw. Neuigkeitenbrief aus der Sicht des Kommissars und allerhand Merchandising-Artikeln wie einem Allgäuer Kochbuch und einem Kluftinger-Brettspiel aufwartet.
Fazit zur Rezension - Krimi "Schutzpatron" um Kommissar Kluftinger
Spaß und Spannung gab es bisher in allen Kluftinger-Romanen. So auch in "Schutzpatron", der wieder mit wunderbaren Szenen aufwarten kann. Durch die teilweise etwas argen Vertiefungen in Allgäuer Geschichten und Legenden kommt es für Leser ohne lokale Kenntnis gelegentlich zu ein paar Längen, aber spätestens zur Buchmitte hin drehen Kluftinger, sein Team und auch seine Gegenspieler jedoch gewaltig auf. Das Andrehen der Spannungs- und Spaßschrauben ist jedenfalls sehr gelungen, denn es geht stetig bergauf mit der Unterhaltung.
Bibliografische Angaben
Autoren / Titel: Volker Klüpfel, Michael Kobr - "Schutzpatron - Kluftingers neuer Fall"
Verlag / Erscheinungstag: Piper Verlag, 30. Mai 2011
ISBN: 9783492052054
400 Seiten / Gebunden / 19,95 Euro
Quellen
Offizielle Website zu Kommissar Kluftinger
