Schwanenblume für den Gartenteich

Blumenbinse oder Wasserliesch blüht im Frühsommer

Blütendolde der Schwanenblume - Gerhard Ott
Blütendolde der Schwanenblume - Gerhard Ott
Die Schwanenblume ist eine schöne und edle Sumpfpflanze für den Teich im Garten oder das Staudenbeet an feuchten Standorten.

Die Schwanenblume, auch Blumenbinse oder Wasserliesch genannt, ist in Europa, im mittleren West-Asien und in Nordafrika beheimatet. Wild wachsend kommt die Pflanze nur noch selten vor. Sie bevorzugt an Röhricht reiche Teiche, findet sich aber auch hin und wieder an den Ufern langsam fließender Gewässer.

Botaniker reihe sie in die Familie der Butomaceae (Wasserlieschgewächse) ein. Ihr wissenschaftlicher Name ist Butomus umbellatus. Der Gattungsname Butomus leitet sich ab vom Griechischen bus (Ochse, Rindvieh) und temnein (schneiden). Der merkwürdige botanische Name erklärt sich aus den Erfahrungen der Bauern: An den scharfkantigen Blättern kann sich das weidende Vieh verletzen. Der Artname umbellatus ist lateinischen Ursprungs und bedeutet doldenförmig, was sich auf den Blütenstand bezieht. Die Gattung ist monotypisch, das heißt, es gibt in der Gattung Butomus nur diese eine Art umbellatus.

In der Natur blüht die Schwanenblume rosa, im Garten auch weiß

Die Schwanenblume ist eine Rhizompflanze. Die Laubblätter wachsen in einer extrem grundständigen Rosette. Die linealischen, scharfkantigen, an der Basis dreikantigen Blattspreiten erreichen bei einem Zentimeter Breite das hundertfache dieses Maßes an Länge. Der Blütenstand ist doldig. 20 bis 30 Blüten stehen auf einem Schaft, der die Laubblätter überragt. Die Blüten sind freikronblättrig und bestehen aus drei rosa-farbenen Kelchblättern, drei längeren Kronblättern, sechs bis neun Staubblättern und sechs bis neun Fruchtblättern. Die Kelchblätter sind dunkelrot geadert. Es gibt – zumindest in der Gartenteich-Kultur – auch eine reinweiß blühende Form. Die Schwanenblume blüht im Frühjahr und Frühsommer.

Schwanenblume blüht am besten bei voller Sonne

Ein kalkarmer, etwas mooriger Grund bei vollsonnigem Standort wird bevorzugt. Dann erscheinen auch die meisten Blüten. Die Pflanze sollte an flache Stellen mit kräftiger Bodenfeuchtigkeit gepflanzt werden; der Wasserstand sollte einige wenige Zentimeter nicht überschreiten. Bei sehr hohem Wasserstand werden flutende Wasserblätter ausgebildet. Dann bleiben aber meist die Blüten aus. Damit sich die Pflanze gut entwickelt, ist für ausreichend Nährstoffe zu sorgen. Mit organischen Düngern darf man am und im Teich aber nicht arbeiten. Das würde eine Algenplage provozieren. Ein satter Lehmzusatz zum Boden ist deshalb angebracht. In Kies oder Sandgrund kommt Butomus nicht voran.

Ableger für die Staudenbörse

Die Schwanenblume neigt dazu, viele Seitentriebe zu bilden. Daher gibt es bei zusagenden Kulturverhältnissen keine Probleme mit dem Nachwuchs. Man teilt entsprechende Rhizomstücke mit einem scharfem Messer (Hippe) ab, pudert die Schnittstellen mit Holzkohle gegen Fäulnis, und setzt die Jungpflanzen zunächst halbschattig wieder ein. Eine Vermehrung durch Aussaat kommt nicht infrage. Es dauert nämlich viel zu lange, bis man blühfähige Pflanzen erhält.

Schwanenblumen in eigener Gesellschaft

Die Schwanenblume wirkt erst richtig, wenn sie in einem größeren Trupp steht. Sparsame Gartenteich-Liebhaber könnten daher auf die Idee kommen, sich irgendwo in der Natur mit ausreichend Pflanzenmaterial zu versorgen. Das aber wäre Frevel an der heimischen Flora, da die Schwanenblume zu den gefährdeten Arten gehört. Butomus umbellatus kann im entsprechenden Fachhandel für Stauden und Gartenteich erworben werden.

Gerhard Ott, Annegret Ott

Gerhard Ott - Ott, Gerhard Manchmal genutztes Pseudonym: Perdurus Eus *11. Febr. 1954 in Walsum am Niederrhein, Studium Erziehungswissenschaften ...

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