Schwarzer Tee und seine Wirkung

Assam, Darjeeling und Ceylontee schmecken gut und sind gesund

Schwarzer Tee - Martina Liel
Schwarzer Tee - Martina Liel
Schwarzer Tee ist nicht nur Genussmittel. Er wirkt blutdrucksenkend, nervenberuhigend und konzentrationsfördernd. Zu viel davon schadet allerdings dem Magen.

Bei schwarzem Tee denkt man sofort an England oder Ostfriesland. Angebaut wird er aber in Indien, Sri Lanka oder China. Die Blätter des Teestrauchs werden dort gepflückt und weiterverarbeitet. Werden sie gequetscht und oxidieren ihre so sich vermischenden Inhaltsstoffe danach an der Luft in feuchter Umgebung, ist ihr Schicksal als Schwarztee besiegelt. Bleibt ihnen diese Prozedur erspart, werden sie als grüner Tee so manchen gesundheitsbewussten Gaumen spülen.

Echte Teekenner können die Geschmacksunterschiede der Sorten ausmachen. Assam wird dabei als kräftig und würzig, Darjeeling als eher lieblich und Ceylontee als herb fruchtig beschrieben. Ostfriesentee und English Breakfeast sind Mischungen aus diesen Grundsorten und es gibt neben dem Earl Grey zahlreiche mit Aromen angereicherte Varianten.

Geerntet wird das ganze Jahr. Der Tee soll aber ein besonders gutes Aroma entfalten, wenn er von Februar bis April oder Juni bis Juli gepflückt wird. Ersterer fällt dann unter die Kategorie First Flush und hat ein mildes Aroma. Den im Sommer gepflückten Tee bezeichnet man als Second Flush und zeichnet sich durch ein kräftigeres Aroma aus.

Inhaltsstoffe und Wirkung

Die Inhaltsstoffe des schwarzen Tees sind kleine Wundertüten. Bekannt ist das Koffein, das bei kurzer Ziehdauer eine anregende Wirkung hat. Schwarztee enthält aber auch Theobromin und Theophyllin, Substanzen, die Husten lösend, Gefäß oder Bronchien erweiternd wirken und wovon letztere beispielsweise gegen Asthma eingesetzt wird. Dabei ist es aber wichtig anzumerken, dass schwarzer Tee keine Medikamente ersetzen kann, die ganz anders zusammengesetzt und dosiert sind. Des Weiteren hat man in den Teeblättern einige Mineralien und Spurenelemente gefunden, wie Kalium, Kalzium und Magnesium. Sogar Vitamin B1 und B2, wichtig für Nerven und Stoffwechsel, tummeln sich im dunklen Gebräu.

Lässt man schwarzen Tee mehr als zehn Minuten ziehen, ist er kaum noch genießbar. Das liegt daran, dass sich nun auch die Gerbstoffe ins Wasser herauslösen und dem Tee einen bitteren Geschmack verleihen. Doch auch sie können einen positiven Effekt haben. Sie wirken leicht antibakteriell und schmerzlindernd. Außerdem bewirken sie auf Schleimhäuten, dass sich durch Zusammenziehen der oberen Schichten eine Art Schutzhülle bildet. Diese Eigenschaften führen dazu, dass schwarzer Tee ein wirksames Mittel bei Durchfallerkrankungen oder bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum ist. Allerdings sind die Gerbstoffe auf Dauer nicht gut für Magen und Leber. Daher sollte man die Anwendung zeitlich begrenzen.

Schwarzer Tee kann aber noch mehr: Steigt der Blutdruck kurzfristig nach dem Genuss an, ist die langfristige Wirkung stressabbauend und blutdrucksenkend, da das Stresshormon Kortisol vermidnert wird. So steigt auch gleichzeitig die Konzentrationsfähigkeit. Außerdem stärken beinhaltete Aminosäuren das Immunsystem. Und wer regelmäßig mit Schwarztee den Mund spült, bekämpft säurebildende Bakterien und vermindert somit das Kariesrisiko. Zusätzlich wird der Zahnschmelz gehärtet, da im schwarzen Tee auch noch Fluor enthalten ist. Immer wieder hört man, dass er sogar Krebs vorbeugen soll. Dies ist aber nicht hinreichend untersucht und gilt wohl auch nicht für alle Krebsarten gleichermaßen, so dass hierüber keine zuverlässigen Aussagen gemacht werden können.

Worauf man bei schwarzem Tee achten sollte

Schwarzer Tee kann die Magenschleimhaut reizen, besonders, wenn er lange zieht und sich um so mehr Gerbstoffe lösen. Daher sollte man ihn bei empfindlichen Magen nicht zu lange ziehen lassen und nur in Maßen genießen. Schwarztee sollte als Genussmittel gesehen und auch so getrunken werden. Wenn man ausschließlich schwarzen Tee trinkt, kann es zu Eisenmangel kommen. Damit der Tee nur seine positiven Wirkungen entfaltet, werden nicht mehr als drei bis vier Tassen am Tag empfohlen.

Schwangere Frauen und stillende Mütter sollten nicht mehr als zwei Tassen am Tag trinken. Koffein wirkt sich negativ auf das Wachstum des Babys aus. Weiterhin ist zu beachten, dass Gerbstoffe für eine verschlechterte Aufnahme von Medikamenten sorgen. So sollte man Tabletten nie mit schwarzem Tee zu sich nehmen. Wer seinen Tee als White Tea, also mit Milch genießt, muss auf die gesundheitsfördernden Effekte des Tees verzichten. Die Kaseine der Milch neutralisieren die Wirkstoffe des Tees.

Lagerung und Zubereitung

Tee sollte grundsätzlich kühl und trocken gelagert und vor anderen Gerüchen bewahrt werden. So sehen gut verschließbare Teedosen aus Kunststoff, Metall oder Porzellan nicht nur dekorativ aus, sondern sie erfüllen genau diesen Zweck. Zwei Jahre kann der Tee nun in der Dose verbringen, büßt aber im Laufe der Zeit sein Aroma ein.

Zur guten Entfaltung des Aromas eignen sich Porzellan- oder Stoffilter. Filter oder Beutel sollte man nicht ausdrücken, weil dadurch mehr Bitterstoffe in den Aufguss gelangen. Für eine Tasse nimmt man einen Teelöffel des losen Tees, den man mit noch sprudelndem, kochenden Wasser aufgießt. Soll der Tee eine anregende Wirkung haben, lässt man ihn zwei Minuten ziehen. Soll er beruhigen, aber nicht zu bitter schmecken, lässt man ihn drei bis fünf Minuten ziehen.

Schwarzer Tee ist also nicht nur ein Genussmittel, er kann bei richtiger Handhabung und Zubereitung durchaus zur Gesundheit beitragen. Ein kleiner Tipp zum Schluss: Tunkt man einen Wattebausch in schwarzen Tee und tupft damit anschließend über Pickel und entzündete Stellen, können die Gerbstoffe für eine Beruhigung und ein Abklingen der Entzündung führen.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

Martina Liel, Martina Liel

Martina Liel - An den Universitäten Bonn und St Andrews (Schottland) habe ich Germanistik und Vergleichende Religionswissenschaft (Schwerpunkt ...

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