Schweinegrippe-Symptome: Fieber, Husten & Co

Diagnose-Merkmale: Atemnot, Halsschmerzen, Kopfschmerzen & Schnupfen

Schweinchengrippe?: ARS-Veterinäre testen Ferkel auf Influenza H1N1. - ARS: Courtesy of James Fosse
Schweinchengrippe?: ARS-Veterinäre testen Ferkel auf Influenza H1N1. - ARS: Courtesy of James Fosse
Die Symptome der Schweinegrippe vom Typ Influenza-A-H1N1 sind als Falldefinition vom RKI formuliert. Die wichtigsten Diagnose-Merkmale sind Fieber, Husten & Schnupfen.

Mexiko-Grippe, Neue Grippe und Schweinegrippe: Einen ganzen Ringelschwanz an Namen verpasste man 2009 dem Pandemie-Grippevirus vom Typ Influenza A H1N1. Es war und ist bisher ein Sauglück, dass die Schweinegrippe weiterhin nur milde Krankheitsverläufe auslöst. Zwischen dem 29. April 2009 und 31. März 2010 wurden "nur" 252 Schweinegrippe-Todesfälle in Deutschland registriert – und das bei über 200.000 laborbestätigten Schweinegrippe-Erkrankungen (siehe Grafik des Pandemiejahres 2009). Auch in der nachpandemischen Grippesaison 2010-2011 galoppierten H1N1-Virusstämme des Pandemie-Grippevirus im Schweinsgalopp durch deutsche Lungen – die Weltgesundheitsbehörde (WHO) empfiehlt auch für die Grippesaison 2011-2012 den im Saison-Impfstoff enthaltenen Schweinegrippe-Stamm A/California/7/2009 (hier finden Sie die Grippefälle-Updates der AGI für Deutschland vom 12. Juli 2011, sowie von EuroFlu für Europa vom 15. Juli 2011).

Schweinegrippe-Symptom Fieber tritt nach 1 bis 2 Tagen Inkubationszeit auf

Nach der Falldefinition unterscheiden die Ärzte nunmehr zwischen dem pandemischen Influenzavirus A(H1N1) 2009 (Schweinegrippe), den saisonal zirkulierenden Influenzaviren des Subtyps A(H1N1), A(H3N2) und des Subtyps B (saisonale Grippe), sowie der aviären Influenza (Vogelgrippe). Die Influenza-typische Symptomatik (ILI: influenza-like illness) kennzeichnet den plötzlichen Erkrankungsbeginn mit Fieber über 38,5 Grad Celsius, dabei liegt die Inkubationszeit der Schweinegrippe im Bereich von 24 bis 48 Stunden. Die Krankheitsdauer liegt dagegen für gewöhnlich zwischen 5 bis 7 Tagen. Nach einer Studie über die ersten 10.000 Schweinegrippe-Patienten litten etwa 80 Prozent aller Patienten an Fieber (siehe Schweinegrippe-Symptome in Deutschland). Nach einer Untersuchung von Arnold S. Monto aus dem Jahr 2000 tritt bei Grippe-Erkrankungen Fieber über 37,8 Grad Celsius bei knapp 70 Prozent aller Grippe Patienten auf. Dagegen tritt Fieber über 37,8 Grad Celsius bei einer normalen Erkältung nur bei etwa 40 Prozent aller Patienten auf. Ein fiebriges Gefühl wie Schüttelfrost tritt bei Grippe und Erkältung dagegen bei etwa 90 Prozent aller Patienten gleich häufig auf.

Husten ist eines der häufigsten Schweinegrippe-Symptome

Husten war während der Pandemie im Jahre 2009 mit über 80 Prozent das häufigste Schweinegrippe-Symptom, allerdings dient trockener Reizhusten nicht zur sicheren Unterscheidung zwischen einer Grippe, Schweinegrippe oder Erkältung. Zu den typischen Grippe-Symptomen gehören auch Heiserkeit und ein trockener Hals. Als zusätzliches Diagnose-Kriterium tritt Husten als Grippe-Symptom nach Monto et al. bei 93 Prozent aller Grippe-Patienten und als Erkältungssymptom bei etwa 80 Prozent aller Patienten auf. Bei Kindern kann auch Krupp-Husten auftreten. Auch Atemnot (Dyspnoe) oder Kurzatmigkeit sind keine sicheren Kriterien für eine Grippe. Generell leiden etwa ein Drittel aller Grippe-Patienten an einer fieberhaften Virusinfektion, bei einem Drittel Patienten kommt es zu einem leichteren Krankheitsverlauf – beim letzten Drittel kommt es dagegen zu einem asymptomatischen Krankheitsverlauf.

Schweinegrippe-Symptome: Schnupfen oder verstopfte Nase

Ein weiteres Grippe-Symptom ist die verstopfte Nase, die aber auch bei der normalen Erkältung mit Schnupfen als laufende Nase läuft. Das Symptom verstopfte Nase dient auch nicht zur sicheren Entscheidung. Nach Monto tritt die verstopfte Nase als Grippe-Symptom und Erkältungssymptom bei etwa 90 Prozent aller Patienten auf. Eine laufende Nase muss auch bei älteren Menschen nicht unbedingt als Grippe-Symptom laufen – ältere Patienten zeigen eher eine allgemeine Müdigkeit und manchmal Verwirrtheit.

Schweinegrippe-Symptom: Halsschmerzen

Halsschmerzen können auch nicht zur sicheren Unterscheidung zwischen einer Grippe, Schweinegrippe oder Erkältung herangezogen werden. Halsschmerzen dienen jedoch als zusätzliches Diagnose-Kriterium. Nach Monto et al. treten Halsschmerzen als Grippe-Symptom und Erkältungssymptom bei etwa 84 Prozent aller Patienten auf.

Weitere allgemeine Grippesymptome: Kopfschmerz & Co.

Fieber dient unseren Hausärztinnen und Hausärzten am Anfang einer Untersuchung als wichtigstes Unterscheidungskriterium, ob eine normale Erkältung oder eine Grippe vorliegt. Tritt Fieber mit zwei weiteren der vorher genannten Symptomen auf, folgt eine weitere abgesicherte Diagnose durch die Labordiagnostik. Weitere allgemeine Grippe-Symptome und Erkältungssymptome sind: Kopfschmerzen, Muskelschmerzen an Rücken, Beinen oder Armen (Myalgien), Erschöpfungszustände und Schwäche. Auch Übelkeit und Appetitlosigkeit, sowie Erbrechen und Durchfall (Diarrhoe) sind mögliche Grippe-Symptome – hier helfen getestete Medikamente gegen Grippe und Erkältung.

Weitere Informationen & Literatur

H. Wilking et al. (2010): "Mortality of 2009 pandemic influenza A(H1N1) in Germany". Euro Surveill., Volume 15, Issue 49 (pii=19741).

A. Gilsdorf, G. Poggensee und Working Group Pandemic Influenza (2009): "Influenza A(H1N1)v in Germany: the first 10,000 cases". Euro Surveill. 2009; Volume 14, Issue 34 (pii=19318).

Die Orginalarbeit von Arnold S. Monto et al. "Clinical Signs and Symptoms Predicting Influenza Infection" können Sie sich in englischer Sprache auf der Internet-Präsenz des "Archives of Internal Medicine" als pdf-Datei kostenlos herunter laden.

Die Falldefinition der Schweinegrippe finden Sie als "RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten – Merkblätter für Ärzte" in der aktualisierten Fassung vom 31. Januar 2011 im Epidemiologischen Bulletin (Epid. Bull.) des Robert Koch-Instituts (RKI). Die Schweinegrippe-Pandemiekurve wurde mit der Datenbank SurvStat des RKI erstellt (http://www3.rki.de/SurvStat, Datenstand vom 13. Juli 2011).

Bild-Informationen: TEM: Abkürzung für Transmissions-Elektronen-Mikroskopie. Schema eines Influenza-A-Virus nach ViralZone (UniProtKB/Swiss-Prot viral protein entries): Hämagglutinin (HA, rosa); Neuraminidase (NA, türkis); Nucleo-Protein (NP, orange); Nucleares Export Protein (NEP, grau); Matrix-Protein (hellgrün); M2-Ionen-Kanal (M2-IK, rot). Die photorealistische Szene erstellte der Autor mit POV-Ray (Persistence of Vision). POV-Ray ist ein kostenloser Ray-Tracer – ein 3D-Computergrafik-Programm.

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Dr. Gerald Albach, Dr. Gerald Albach

Dr. Gerald Albach - Schreiben macht Spaß: mit Licht und mit Worten! Damit ich weiß, worüber ich schreibe, habe ich als Diplom-Biologe in der ...

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