Kaum ein Thema beschäftigt die Massen im Moment mehr als die sogenannte Schweinegrippe. Mit welchen Symptomen macht sie sich bemerkbar, wie schützt man sich vor einer Ansteckung, wie sinnvoll ist eine Impfung, welche Risiken und Nebenwirkungen können auftreten? Alles Fragen, die im Zusammenhang mit der „Neuen Grippe“ heiß diskutiert werden. Doch wie sieht es eigentlich mit der Ansteckungsgefahr für oder durch unsere Haustiere aus?
Katze mit Schweinegrippe
Seitdem in den USA vor einigen Wochen bei einer Hauskatze das neue Influenza-Virus A/H1N1nachgewiesen wurde, sind Haustierhalter auch hierzulande zunehmend um ihre Lieblinge besorgt. Die Katze hatte sich vermutlich bei Ihrem Herrchen angesteckt, generell ist eine Übertragung der Schweinegrippe vom Menschen auf Haustiere also möglich. Doch ein Grund zur Panik besteht nicht; allem Anschein nach handelt es sich um einen Einzelfall und die betroffene Katze ist mit Hilfe tierärztlicher Behandlung wieder genesen.
Hunde, Frettchen und Vögel können an Schweinegrippe erkranken
Auch Hunde können theoretisch an Schweinegrippe erkranken, bisher sind allerdings keine Fälle bekannt. Kleintiere wie Hamster und Frettchen sowie Vögel sind ebenso gefährdet, erste Fälle von Schweinegrippe wurden bei ihnen bereits nachgewiesen, auf einer Farm in Chile haben sich Puten mit dem Influenza-Virus angesteckt. Fest steht bisher, dass Haustiere aller Art sich zwar durch den Menschen mit dem Virus anstecken können, es selbst allerdings nur sehr selten weitergeben. Dennoch ist es sinnvoll, eine Übertragung der Schweinegrippe auf und durch Haustiere zu vermeiden, da es sonst zu nicht absehbaren Mutationen kommen könnte, die das Virus laut Experten in Zukunft auch für den Menschen deutlich gefährlicher machen könnten.
Hände waschen und Abstand halten
Bei der Vorsorge spielen Verhaltensregeln seitens der Tierhalter eine entscheidende Rolle. Wie auch beim zwischenmenschlichen Kontakt ist eine konsequente Hygiene beim Umgang mit Haustieren von großer Bedeutung, um das Risiko einer Infizierung mit der Schweinegrippe zu minimieren. Häufiges Händewaschen steht dabei an oberster Stelle.
Infizierte Menschen sollten sich von den Tieren fernhalten, auf Kuscheln und Streicheln lieber ganz verzichten. Anhusten und –niesen sollte unbedingt vermieden werden, genau wie das Ablecken von Gesicht und Händen durch Hund oder Katze. Auch Füttern und Gassi gehen überlässt man lieber gesunden Familienmitgliedern, Freunden oder Nachbarn.
Schweinegrippe-Impfung für Haustiere gibt es nicht
Eine Schweinegrippe-Schutzimpfung für Haustiere ist im Moment nicht verfügbar. Zwar haben Tests ergeben, dass der für den Menschen erhältliche Impfstoff auch bei Tieren angewendet werden könnte, allerdings wurde bisher keine Zulassung beantragt. Wer sein Haustier also vor der Schweinegrippe schützen will, sollte streng auf die Einhaltung der erwähnten Hygienemaßnahmen achten. Um ganz sicher zu gehen, können sich auch alle Menschen im engeren Umfeld des Tieres vorsorglich impfen lassen.
Schweinegrippe oder anderer Influenza-Typ?
Wer bei seinem Haustier grippetypische Symptome wie Fieber, Husten, Niesen, eine laufende Nase und allgemein lethargisches Verhalten feststellt, sollte den Tierarzt aufsuchen. Ob es sich dabei tatsächlich um die Schweinegrippe oder eine andere, bei Tieren häufig vorkommende Form der Influenza handelt, kann erst durch die Untersuchung von Speichelproben durch das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit in Greifswald abgeklärt werden. Ein erkranktes Tier auf keinen Fall ohne Rücksprache mit dem Tierarzt eigenmächtig mit menschlichen Grippemedikamenten behandeln! Nichtgeimpfte Menschen sowie andere Tiere sollten den Kontakt mit einem an Influenza erkrankten Tier möglichst meiden.
