
- Original Schweizer Käsefondue - Joujou / Pixelio.de
Im Winter hat das Käsefondue Hochsaison. Es ist nicht nur beliebt, weil es hervorragend schmeckt, sondern auch, weil es sich so gut zum gemütlichen Beisammensein mit Freunden oder Familie eignet. Es hat etwas Anheimelndes an sich, wenn sich mehrere Menschen um einen Topf versammeln, unter dem ein flackerndes Feuer brennt und aus dem würzige Düfte aufsteigen. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass das Käsefondue für viele nicht einfach nur ein Essen ist, sondern mit bestimmten Regeln versehen wird, wie lustige Strafen für das Fallenlassen des Brotes, dass sich mehrere Mythen und Legenden um die Entstehung des Fondues ranken und dass die richtige Getränkewahl schon mal zum Streitthema werden kann.
Wein, Kirschwasser oder Tee zum Käsefondue?
Eine Studie des Britischen Ärzteblattes beschäftigte sich mit der hochwissenschaftlichen Frage, ob man zum Käsefondue Alkohol trinken sollte oder nicht. Zwanzig Probanden durften sich die Bäuche mit original Schweizer Käsefondue vollschlagen, doch die einen tranken dazu Schwarztee, die anderen Weißwein und ein Gläschen Kirschwasser. Sehr zum Bedauern der Anhänger des Verdauungsschnaps wurde dem Kirschwasser keine verdauungsfördernde Wirkung nachgewiesen. Im Gegenteil: Die Versuchspersonen, die Schwarztee zum Fondue tranken und ihr Mahl mit einem Glas Wasser abschlossen, verdauten den Käse schneller. Ob man der Verdauung zuliebe gänzlich auf den Alkohol verzichtet, oder sich zumindest den „Coup de Milieu“ (ein Gläschen Kirschwasser während des Essens) gönnt, bleibt trotzdem jedem selbst überlassen.
Die Entstehung des Käsefondue – Mythen und Legenden
Ursprünglich musste sich wohl niemand Gedanken darüber machen, ob der Wein zum Fondue passt. Das Käsefondue wurde vermutlich irgendwo in den Alpen von Hirten und Bergbauern erfunden. Ob dies in der Schweiz oder in Frankreich geschah, da scheiden sich die Geister. Die Bauern mussten auf die Lebensmittel zurückgreifen, die sie hatten und das waren unter anderem die Milch von ihren Ziegen, aus der dann Käse hergestellt wurde, und Weißbrot. So köchelten dann bereits vor Jahrhunderten feine Käsefondues über den offenen Feuern der urigen Berghütten. Jedoch erst Mitte der fünfziger Jahre wurde das Fondue zum Trend, der sich bis heute hält.
Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Varianten, wie das Käsefondue entstanden sein könnte: Eine der Mythen besagt, dass Mönche im Mittelalter das Fondue entwickelt haben, um so das Fastengebot zu umgehen. Außer Brot war damals keine feste Nahrung erlaubt, so dass sich mit dem geschmolzenen Käse das Gebot gut umgehen ließ. Eine andere datiert die Entstehung auf den Schweizer Kappelerkrieg zurück, wo nach dem Friedensschluss die gegnerischen Heere angeblich gemeinsam das Fondue verzehrt haben.
Fondue-Regeln: Welche Strafe steht auf das Verlieren des Brotes?
Sein Brot in den Käse fallen zu lassen gilt als unverzeihlicher Fauxpas – und passiert jedem Fondueliebhaber regelmäßig. Einige Regeln, die von Runde zu Runde variieren, sollen dieser Unsitte Einhalt gebieten oder einfach nur der Unterhaltung dienen. Eine der Regeln besagt, dass derjenige, der sein Brot verliert einen Schnaps trinken muss. Dass der Abend hierbei sehr feucht-fröhlich endet, muss sicher nicht extra erwähnt werden. Männer spendieren alternativ dazu dem Gastgeber eine Flasche Wein. Für Frauen gelten oft spezielle Regeln: Sie müssen je nach Abmachung ihrem rechten Sitznachbarn oder allen anwesenden Männern einen Kuss geben. Humanere Regeln untersagen dem Gestraften beispielsweise einige Minuten das Essen oder verpflichten zum Vortragen eines Liedchens.
Die Strafe, die bei „Asterix bei den Schweizern“ auf das dreimalige Fallenlassen des Brotes erfolgte, war wesentlich dramatischer: Hier wurden dem ungeschickten Fondue-Freund Steine an die Füße gebunden und er wurde im Genfer See versenkt. Der Humor des Statthalters Feistus Raclettus, der diese Regel zur Belustigung seiner Gäste einführte, ist schwer nachzuvollziehen, so dass die echten Fondue-Regeln rein der Unterhaltung dienen und nicht als ernsthafte Strafe gedacht sind.
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