Unter einer Venenschwäche versteht man eine nachlassende Spannung der Venenwände, die oft angeboren ist und sich mit zunehmendem Alter verschlimmert. In Deutschland leidet etwa jeder achte Bürger unter diesem Beschwerdebild, welches oftmals gerade im Anfangsstadium gar nicht bemerkt wird. Heiße Sommertage können die ersten Hinweise geben. Die Beine sind plötzlich müde und schwer und eventuell sind sogar Wasseransammlungen im Knöchelbereich sichtbar.

Medizinische Grundlagen

Bei jeder Bewegung und jedem Schritt ziehen sich die Beinmuskeln zusammen und entspannen sich wieder. Dadurch werden die zwischen den Muskeln liegenden Venen im gleichen Rhythmus zusammengepresst, um das Blut nach oben in Richtung Herz zu pumpen. Dies kann nur geschehen, weil in den Venen Ventilklappen sitzen, die verhindern, dass das nach oben gepumpte Blut wieder zurückfließt. Venenleiden entstehen langsam und schleichend über viele Jahre. Aufgrund einer Bindegewebsschwäche erweitern sich die Venen, dadurch können sich die Venenklappen nicht mehr richtig schließen. In der Folge wird das Blut langsamer zum Herzen transportiert oder fließt sogar in die Beine zurück. Dadurch erhöht sich der Druck in den Venen mit der Folge, dass sich die schon geschwächten Venen noch mehr erweitern – ein regelrechter Teufelskreis.

Symptome

Durch den erhöhten Venendruck erhöht sich die Durchlässigkeit und es tritt Flüssigkeit in das umliegende Gewebe aus, die sich zu Beginn nur im unteren Teil der Beine zeigt (Symptom der geschwollenen Füße bzw. dicken Knöchel). Die Beine werden schwer und schmerzen. Auch Juckreiz, eine Farbänderung der Haut, unruhige Beine oder Wadenkrämpfe insbesondere in der Nacht, weisen auf eine Venenerkrankung hin. Vermehrt bilden sich Besenreiser und Krampfadern.

Unter Venenschwäche leiden oft Menschen, die beruflich den ganzen Tag stehen müssen. Weiter begünstigende Faktoren sind: Übergewicht, zu enge, einschnürende Kleidung oder Schuhe, lange Sonnenbäder oder Saunagänge, zu viel Alkohol und Tabak.

Maßnahmen, die helfen

Machen sich die schwachen Venen bisher nur leicht bemerkbar, kann man sich gut selber helfen:

  • So oft wie möglich die Beine hochlegen
  • Regelmäßige Bewegung, z. B. statt Fahrstuhl öfters die Treppe benutzen. Durch vermehrte Bewegung werden die Beinmuskulatur trainiert und die Venen unterstützt
  • Langes Sitzen oder Stehen immer wieder durch Bewegungsübungen auflockern. Im Büro kann man beispielsweise unbemerkt im Sitzen abwechselnd die Fersen und Fußspitzen anheben und senken. Zu Hause „Radfahren in Rückenlage“
  • Kneipp-Anwendungen mit kalten Wassergüssen stärken die Beine
  • Öfters Schuhe mit flachen Absätzen tragen, damit der Fuß gut abrollen kann
  • Auf ausgedehnte Sonnenbäder verzichten
  • Bei Übergewicht Gewichtsreduktion anstreben, um die Beine zu entlasten
  • Alkoholkonsum stark einschränken, da dieser die Venen erweitert
  • Kühlende Salben und Gele mit Pflanzenextrakten wie z.B. Rosskastanie und Weinlaub in Kombination mit Heparin wirken lindernd und entspannend

Wirksame Medikamente

Außer den bereits angegebenen Salben gibt es auch Kapseln, Tabletten und Tropfen mit venenspezifischen Inhaltsstoffen. Besonders bewährt hat sich eine Kombination aus Troxerutin (sekundärer Pflanzeninhaltsstoff) und Vitamin E. Klinische Studien zeigen die synergistischen Effekte aus den beiden natürlichen Bestandteilen , die eine deutliche Senkung der Schmerzen (ca. 80%), sowie ein verbessertes Gesamtbefinden bewirken, die in dieser Stärke mit anderen gefäßunterstützenden Monopräparaten, wie z.B. nur Roßkastanienextrakt, nicht erreicht werden konnte.

Stützstrümpfe können auch modisch sein

Es gibt durchaus Stützstrümpfe, vor deren Aussehen sich keine Frau fürchten muss. Sie sind optisch von Feinstrumpfhosen nicht zu unterscheiden und bieten dabei eine gute Unterstützung der Beine auf anatomisch korrekte Weise. Bei stärkeren Beschwerden sollten Kompressionsstrümpfe getragen werden, aber auch hier gibt es Produkte, die den optischen Ansprüchen gerecht werden.

Die ersten Anzeichen einer Venenschwäche sollten auf jeden Fall beachtet und ernst genommen werden. Mit frühzeitig begonnen Maßnahmen können die Venen wirkungsvoll unterstüzt und bedenkliche Folgeerscheinungen, wie z.B. eine entzündliche thrombosierende Venenerkrankung vermieden werden.

Bitte beachten Sie, das ein Suite101-Artikel niemals ärztlichen Rat ersetzen kann!