
- Säbelkampf mit Andreas Weitzel und Bernd Tröger - Systema Nürnberg
Die altrussische Kampfkunst Systema wurde von Kriegern, wie den Kosaken, begründet, die als gute und gefährliche Reiter galten und dementsprechend auch ihre Kampfkunst daran anpassten. So zählt auch heute der Säbel und die damit verbunden Techniken zu einer wichtigen Disziplin mit der sich der heutige Systema-Schüler beschäftigen sollte.
Säbel- und Schwertkampf – Grundprinzipien ohne Partner
Zu allererst muss die Schwerthaltung und -führung geschult werden, die ebenso, wie bei den waffenlosen Disziplinen des Systema so entspannt und mit dem geringsten Kraftaufwand wie möglich erfolgen sollte. Dementsprechend werden die Bewegungen mit dem Schwert aus dem ganzen Körper heraus ausgeführt, was Arm und Schulter nicht unnötig belastet und anstrengt. Die Hauptbewegungen mit dem Schwert sind Hiebe und Stiche, bei der Handhabung mit dem Säbel kommen noch Schnittbewegungen dazu. Die Bewegungsrichtung der Hiebe ist vertikal, horizontal und schräg. Schräg bedeutet von rechts unten nach links oben, von links oben nach rechts unten und entsprechend mit der anderen Seite beginnend. Würde man einen Pinsel so auf einer Leinwand wäre ein Kreuz und ein darin um 45 Grad gedrehtes Kreuz, also letztlich ein Stern, zu sehen. Die Bewegungen mit einem Schwert sind ununterbrochen und fließend, was dazu führt, dass die einzelnen Hiebe mit Halbkreisen verbunden werden und so zu großen Kreisen werden, die mit der Drehung des Körpers ausgeführt quasi eine Kugel um den Schwertkämpfer bilden. Die Haltung der Waffe und die Bewegung des Körpers liegt dem Gedanken zugrunde möglichst wenig Widerstandsfläche zu bieten, was zum einen zum eigenen Schutz vorteilhaft ist, aber gleichzeitig auch die Bewegung des Schwertes für den Gegner schwerer erkennbar macht.
Säbel- und Schwertkampf mit Partner
Erst wenn die Schwertführung alleine geschickter und sicherer wird, geht man zu Partnerübungen über. Die Übungen erfolgen langsam und präzise, denn hier wird der größte Schwerpunkt auf den richtigen Distanzen und Winkeln und nicht auf Schnelligkeit. Der Partner weicht aus und greift dann selbst an. Wenn soweit alles stimmig wird, kann man das Augenmerk auf den psychischen Aspekt richten und den psychischen Druck erhöhen, indem die Übung mit mehreren Angreifern erweitert wird. Hier geht es für den darum nicht die Kontrolle sich, die Angreifer und die Gesamtsituation zu verlieren.
Systema und Schwertkampftraining
Nachdem die ersten Etappen soweit absolviert sind und man gelernt hat ein Schwert zu führen und die Bewegungen des Gegners zu sehen, geht man zum eigentlichen Schwertkampftraining über. Zunächst weicht man nur über Schrittarbeit dem gegnerischen Schwert aus und beginnt dann nach und nach mit seinem eigenen Schwert weiterzuleiten, zu sichern, zu kontern, aber niemals zu blocken, denn das kann dem Gegner als Impuls für eine weitere Aktion dienen. Das eigene Schwert sollte sich weiterhin stets zwischen dem Körper und dem gegnerischen Schwert befinden. Die gegnerische Klinge wird kontrolliert um sie abzuleiten, aber niemals um direkt zu blocken.
