Schwierige Menschen - eine Herausforderung

Kopfstand - Dörthe Huth
Kopfstand - Dörthe Huth
Schwierige Menschen sind eine Herausforderung. Mit ihnen umzugehen, ohne sich selbst dabei aufzureiben, kann man lernen.

Beziehungen sind wichtig, das wissen wir alle und dennoch stoßen wir im Kontakt zu anderen Menschen immer wieder einmal an eine Grenze. An eigene Grenzen ebenso wie an fremde, im Alltag ebenso wie im familiären Kontext oder im Beruf.

Gerade da, wo es um Kontakt geht, trifft man auf schwierige Menschen. Denn genau an diesen Beziehungs-Schnittstellen kommt es zu Konflikten und Problemen. In der Nachbarschaft, auf der Arbeit, im Verein, in der Familie oder beim Einkaufen. Häufig hat es etwas mit unterschiedlichen Meinungen, Forderungen, Bedürfnissen und Lebenseinstellungen zu tun, die sich bei zwei Menschen nicht so einfach vereinbaren lassen und in Streitigkeiten ausarten können.

Schwierig sein ist Ansichtssache

Interessant ist, dass nicht alle Menschen, die man selbst als schwierig wahrnimmt, auch von anderen Menschen gleichermaßen als schwierig eingestuft werden. Wen der eine für einen schwierigen Menschen hält, mit dem kommen andere gut aus.

Klar ist aber wohl, dass man selbst anderen auch manchmal schwierig erscheint. Wer kann sich schon von schlechter Laune frei sprechen, von der Fehlinterpretation einer Situation, auf die man entsprechend reagiert oder vom Kopf-durch-die-Wand-Phänomen, wenn es um eine Sache geht, die einem selbst sehr wichtig ist. Solche Verhaltensweisen sind einfach menschlich.

Manche Menschen sind einfach "schwierig"

Dennoch braucht man nicht bei jedem Menschen gleich eine Erklärung oder gar eine Entschuldigung für dessen Verhalten zu finden. Schwierige Zeitgenossen gibt es tatsächlich. Dazu gehören diejenigen, denen man nichts recht machen kann, mit denen keine einvernehmliche Regelung möglich ist, die ausschließlich auf ihrer Position beharren, die ihre Aggressionen an anderen abreagieren und diejenigen, die immer wieder die persönlichen Grenzen anderer überschreiten.Unter schwierigen Menschen verstehen wir in der Regel solche, mit denen sich nicht reden lässt, mit denen keine Einigung möglich ist, die uns ärgerlich machen, benachteiligen oder kränken.

An der Herausforderung wachsen

Die Schwierigkeiten, die wir an anderen Menschen wahrnehmen, haben auch immer etwas mit uns selbst zu tun. Die Ursache ist nicht ausschließlich beim anderen zu suchen. So kann man jede Schwierigkeit in Beziehungen nutzen, um persönlich zu wachsen. Das ist nicht immer einfach.

Eventuell greift die schwierige Person ein Thema auf, über das man sich selbst gar nicht im Klaren ist. So sticht sie, ohne es zu wissen, in ein Wespennest. Und dieses Wespennest liegt in einem selbst.Wenn andere Menschen beispielsweise immer wieder die eigenen Grenzen missachten, ist das ein Paradebeispiel für die Herausforderung, selbst für eine bessere Abgrenzung zu sorgen. Das eigene Beziehungsthema heißt dann: Grenzen setzen – aber wie?

Wie man eigenen Beziehungsthemen auf die Spur kommen kann

Menschen, die man selbst als schwierig erlebt, aktivieren negative Gefühle in uns, was wiederum zu einer erhöhten inneren Anspannung führt. So kann es leicht zu einer unkontrollierten, emotionalen Entladung kommen, bei der man sich selbst nicht wiedererkennt. Man fühlt sich hilflos und genau das macht es einem so schwer, adäquat zu reagieren.Um den eigenen Beziehungsthemen auf die Spur zu kommen und damit wieder eine bessere Steuerung der Situation einzuleiten, lohnt es sich, zu schauen, wie viel Anteil an den Schwierigkeiten auf der eigenen Seite zu finden ist. Die folgenden und ähnliche Fragen sind eine gute Vorbereitung auf zukünftige Situationen.

Fragen, die man sich in schwierigen Situationen stellen kann

  • Was genau bewirkt der Mensch in mir, den ich als schwierig erlebe: er kränkt mich, macht mich wütend, ich fühle mich grundlos angegriffen, hilflos …
  • Arbeitet ein unerledigtes Thema in mir, das der „schwierige Mensch“ in mir aktiviert?
  • Erinnert mich der Mensch, den ich als schwierig empfinde, an jemanden, den ich kenne?
  • Geht mir das vielleicht öfter so, auch mit anderen Menschen?
  • Wie schaffe ich es in solchen Situationen eine innere Distanz herstellen?
  • Wie werde ich zukünftig mit diesem „schwierigen Menschen“ umgehen?

Vorbereitung auf zukünftige Situationen

Um zu reagieren, wie man reagieren möchte, ist es sinnvoll, sich auf den Umgang mit schwierigen Menschen gut vorzubereiten.

Atmen Sie in der Begegnung mit einem schwierigen Zeitgenossen erst einmal tief durch und nehmen etwas Abstand von Ihren Gefühlswallungen. Manchmal braucht es erst eine Entladung, doch spätestens dann versuchen Sie sich zu distanzieren und von den überschäumenden Emotionen zu befreien.

Wer auf dem Kopf steht, sieht die Welt aus einer völlig anderen Perspektive. Aber es reicht schon, einen Schritt beiseite zu treten und sich in Ruhe seine weiteren Reaktionen zu überlegen.

Dörthe Huth, privat

Dörthe Huth - Als Autorin ranken sich meine Themen rund um Körper, Geist und Seele. In den folgenden Bereichen kenne ich mich besonders gut ...

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