Paul Biedermann hat am 3. Tag der Beckenwettbewerbe seine zweite Bronzemedaille geholt. Ryan Lochte entthronte den deutschen Titelverteidiger. Dahinter holte sich Superstar Michael Phelps die Silbermedaille.

Helge Meeuw konnte in den Kampf um Edelmetall nicht eingreifen. Über 100 Meter Rücken siegten die Franzosen Camille Lacourt und Jérémy Stravius zeitgleich vor dem Japaner Ryosuke Irie. Meeuw wurde in guten 53, Siebter und befindet sich auf einem guten Weg hinsichtlich der Olympischen Spiele 2012 in London.

Schwimm-WM 2011 in Shanghai: Lochte Weltmeister über 200 Meter Freistil – Phelps Zweiter

Gleich im ersten Endlauf kam es zum attraktiven Duell zwischen Paul Biedermann und den Amerikanern Michael Phelps und Ryan Lochte. Superstar Phelps schwamm das Rennen von vorne, musste nach der dritten Wende aber Lochte vorbeiziehen lassen. Biedermann lag zu dem Zeitpunkt auf Rang 4, schob sich aber wie gewohnt im Finish immer weiter nach vorne und landete nur 9/100 Sekunden hinter dem achtfachen Olympiasieger von Peking 2008. Auch in London im nächsten Jahr wird es zum Dreifach-Duell dieser Ausnahmeschwimmer kommen.

100 Meter Rücken der Damen: Zhao mit erstaunlichem Schlussspurt

Die zweite Entscheidung des Tages endete mit einem Erfolg einer Chinesin. Über 100 Meter Rücken zog Jing Zhao auf den letzten Metern noch an Anastasia Zueva vorbei und hatte um 1/100 Sekunde die Nase vorn. Die zur Halbzeit führende Natalie Coughlin landete auf dem Bronzerang. Zhao machte einen fast unglaublichen Sprung in diesem Wettbewerb. Als Siebtschnellste des Jahres war sie in Shanghai angetreten und schwamm nun deutliche persönliche Bestzeit. Sie überraschte ähnlich wie ihre Landsfrau Ye Shiwen gestern über 200 Meter Lagen.

1500 Meter Freistil: Friis schwimmt von vorne

Ein zuweilen langweiliges Renne sahen die Zuschauer im Indoor Stadium über 1500 Meter der Damen. Die Dänin Lotte Friis lag von Beginn an vorne und unterbot bis zur 500-Meter-Marke sogar die Weltrekordzeit beständig. Kate Ziegler, die 2003 und 2007 jeweils Weltmeisterin über diese Distanz geworden war, musste nur auf den ersten Bahnen die Chinesin Yiwen Shao, die letztlich nur Achte wurde, fürchten. In Richtung Goldmedaille hatte sie allerdings keinerlei Chancen. Friis legte immer dann zu, wenn die Amerikanerin etwas aufholte. Dritte wurde die zweite Chinesin im Finale, Xuanxu Li.

100 Meter Rücken der Herren: Französischer Doppelsieg - Meeuw wird Siebter

Einen ungewöhnlichen Ausgang nahm die Distanz über 100 Meter Rücken. In 52,76 Sekunden schlugen Camille Lacourt und Jérémy Stravius gemeinsam an und bescherten Frankreich gleich zwei Goldmedaillen. Ryosuke Irie, der 2009 in Rom über die 200 Meter Rücken Silber gewonnen hatte, musste sich mit Bronze begnügen.

In einem engen Rennen schien Helge Meeuw die erste Rennhälfte etwas verschlafen zu haben. Auf der zweiten Bahn kam er zwar noch einmal heran, letztlich blieb in 53,28 Sekunden der siebte Platz. Die Zeit ist allerdings völlig in Ordnung. Der Fokus liegt bereits jetzt auf London 2012. Dort will Meeuw nach eigener Aussage unter 53,00 Sekunden schwimmen – sonst sei eine Medaille kaum in Reichweite.

100 Meter Rücken der Damen: Soni erwartungsgemäß vorne – Jones wird Zweite

Im letzten Wettbewerb des Tages gab es keine Überraschungen. Titelverteidigerin Rebecca Soni (USA) gewann überlegen Gold vor Leisel Jones aus Australien. Dahinter gelang der Chinesin Ji Liping der Sprung aufs Podium. Soni brauchte für ihren Erfolg 1:05,05 Minuten und distanzierte Jones, die Olympiasiegerin von Peking 2008, die nach einer Pause zurück zu alter Stärke findet, um 1,2 Sekunden und bestätigte damit die Eindrücke aus dem Halbfinale. Dort war die Amerikanerin in 1:04,91 Minuten sogar unter 1:05 Minuten geschwommen. Jones und Liping hatten auch dort die Plätze 2 und 3 belegt.

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Quellen:

Schedule, www.fina.org

Results, www.fina.org