Auch wenn heterosexuelle Männer beim Thema Schwulsein in Bezug auf sich selbst öffentlich noch so ablehnend reagieren: Jeder Mann fragt sich im Laufe seines Lebens, ob diese Art Sex etwas für ihn ist oder nicht. Vor allen Dingen in Zeiten, in denen darüber so offen geredet wird wie heute.
Der offene Umgang mit dem Schwulsein weckt Interesse
Sei es Frust in der Ehe, eine Enttäuschung in der Beziehung, das Gefühl, etwas verpaßt zu haben oder schlichte Neugier – der Kreis derjenigen heterosexuellen Männer, die Sex mit einem Mann ausprobieren, wird größer. Stammtischgespräche, die Offenheit von Lesben und Schwulen im Kollegenkreis – schnell kommt man(n) da auf die Idee, es auch einmal ausprobieren zu wollen. Es baut sich der Eindruck auf, dass nicht falsch sein kann, was scheinbar so viele tun.
Und schon früher getan haben: Im alten Griechenland lebten in besser situierten Häusern sogenannte Lustsklaven, die Dienerarbeiten verrichteten und nebenher den Hausherren für sexuelle Handlungen zur Verfügung standen. Ganz offiziell. Die Frauen hatten ihre Ruhe, die Männer blieben entspannt.
Ein Beispiel: Der Heizungsbauer Ralfpeter S. aus Köln
Ralfpeter S., 38, ist in zweiter Ehe verheiratet und hat insgesamt drei Kinder. Er ist Chef eines erfolgreichen Installationsbetriebes mit fünfzehn Mitarbeitern und vom Erscheinungsbild her ein gutaussehender Womanizer. Ralfpeter spricht Klartext: „Natürlich wäre es mir nie in den Sinn gekommen, etwas mit einem Typen anzufangen. Aber alle reden irgendwie darüber. Neugierig war ich schon. Dann hatte ich eine Baustelle in einem Mehrfamilienhaus. Der Eigentümer war schwul. Als wir beide Zeugen des Streits eines Ehepaars wurden, machte der Kunde Bemerkungen, dass der Umgang unter Männern solche Situationen in der Regel nicht kennt. Daraus entwickelte sich ein längeres privates Gespräch und am Ende sind wir im Bett gelandet.“
Das Internet unterstützt die Kontaktsuche
Während Schwulsein noch vor zwanzig Jahren in Waldstücken am Rande von Autobahnparkplätzen praktiziert wurde, helfen heute Chatrooms bei der Kontaktherstellung. Beispiel Gayromeo.com: Hier sind die sexwilligen Homosexuellen mit Bildchen gelistet wie die Autos bei Mobile.de, die auf Käufer warten. Unzählige Plattformen dieser Art eröffnen ungeahnte Möglichkeiten, sich sexuell auszuprobieren.
Hat Sex mit schwulen Männern Vorteile für heterosexuelle Männer?
Dazu Ralfpeter S. aus Köln: „Klar hat Sex mit einem Mann für einen Mann Vorteile. Erstens ist er unkompliziert. Zweitens weiß ein Mann viel besser und aus eigener Erfahrung heraus mit dem Körper eines anderen Mannes umzugehen. Er weiß, was wie zu tun ist und was er wie einsetzen muß, um Spaß zu haben. Und drittens läuft er nicht Gefahr, in eine Liebesfalle hineinzugeraten. Der Körper ist gefragt, sonst nichts.“
Sexaffairen zwischen Mann und Frau laufen oft aus dem Ruder
Selbst wenn Frau und Mann sich eingangs des Kennenlernens einig sind, dass es sich bei dem, was beide wollen, nur um Sex handelt, kann das schnell doch wieder auf Liebe und Beziehungswunsch hinauslaufen und entsprechend kompliziert werden. Sucht der Hetero Entspannung mit einem Mann, entfällt dieses Risiko komplett.
Unerfüllte Träume
Und dann sind da noch diejenigen Sexpraktiken, von denen ein Hetero träumt, sie aber zu Hause und von seiner Frau nicht erfüllt bekommen kann. Der Wunsch nach simplem Oralverkehr zum Beispiel: Sei es, weil sie ein männliches Geschlechtsorgan nur als Mittel zum Zweck betrachtet und es gar nicht wirklich liebt bzw liebkosen will oder sei es, weil sie echten Ekel davor empfindet. Andere Sexpraktiken funktionieren gar nicht, weil einer Frau bestimmte Körperteile fehlen und sie demnach andere Sehnsüchte des Freundes oder Ehemannes nicht erfüllen kann.
Offen dazu stehen oder im Geheimen ausprobieren?
Ralfpeter S. hat das Problem zu Hause ganz einfach gelöst. Er hat mit seiner Gattin gesprochen. Die Ehefrau hat den Geliebten ihres Ralfpeter kennengelernt und begriffen, dass ein Mann im Bett keine Bedrohung für ihre Lebensgemeinschaft mit Ralfpeter ist. Damit, dass ihr Ehemann auch mit einem Mann schläft, kann sie besser umgehen, als wenn sie sich gegen eine weibliche Konkurrentin behaupten müßte.
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Natürlich ist das der zweite Schritt. Wenn ein Mann die Neugier verspürt, herauszufinden, wie sich ein anderer Mann anfühlt, dann sollte er das tun. Ein schlechtes Gewissen oder die Angst vor gesellschaftlicher Ächtung sind überflüssig. Solange er auf Sicherheit achtet und Kondome benutzt, kann er ein erstes mal auch durchziehen, ohne seine Lebenspartnerin oder Ehefrau darüber in Kenntnis zu setzen. Aber danach bietet es das Gebot der Fairness und Ehrlichkeit, die Gattin zu informieren.
Nur nicht abhalten lassen
Ralfpeter S. ist überzeugt davon, dass jeder Mann einmal seinen Gedanken, Wünschen und Träumen nachgeben und sich nicht von Gerede über Schwuchteln und anderen, schwulenfeindlichen Bezeichnungen abhalten lassen sollte: „Es macht Spaß, aber jeder sollte für sich entscheiden, ob er dabei bleibt oder nicht. Und niemals vergessen, sich vor Aids zu schützen! Aus Verantwortung anderen gegenüber, aber auch sich selbst gegenüber!“
Appetithappen gibt es genug: Gale Harold, Roy Peter Link oder Henry Cavill wecken Begehrlichkeiten
Selbst das Fernsehen nimmt inzwischen auf schwule Interessen Rücksicht und präsentiert mit gutaussehenden Serienhelden wie beispielsweise Henry Cavill attraktive Typen, die weibliche wie männliche Klientel gleichzeitig ansprechen. Und dies nicht nur in der Kult-Serie "Queer as folk" über eine Clique schwuler, aber völlig normal auftretender junger Männer, die auf schwule Jungs, aber auch auf Frauen anziehend wirken.
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