Seagate Momentus XT 750 GB: Hybridfestplatte schnell wie SSDs?

Festplattentechnologie - Mike73
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Die neue Momentus XT wird von Seagate stark wegen ihrer Schnelligkeit beworben. Kann die Hybridfestplatte dieses Versprechen halten?

Bei Speicherlaufwerken buhlen zwei Systeme um die Gunst der Käufer: die schnelle, aber teure SSD, und die herkömmliche langsame Magnetfestplatte mit großem Speicher für wenig Geld. Auch wenn durch die Flut in Thailand die Preise von Festplatten deutlich stiegen, bleibt etwas vom Vorsprung des preiswerten Speichers übrig. Außerdem werden die Preise nach Behebung des Flutschadens wieder weiter fallen.

2007 wurden die ersten Versuche unternommen, beide Technologien in Hybridfestplatten zu verbinden. Die meisten damals erhältlichen Produkte sind inzwischen nicht mehr auf dem Markt, da Sie keinen Geschwindigkeitsvorteil boten. Seagate schaffte es jedoch 2010, ein Laufwerk zu bauen, das die Bootzeit und Anwendungsstarts deutlich verkürzte. Jetzt ist die zweite Version dieser Hybridfestplatte erhältlich und wird mit der FAST-Technologie beworben. Neben der Anlehnung an den englischen Begriff „fast“ mit der Bedeutung „schnell“ heißt dies laut Seagate „Flash Assisted Storage Technology“. Hat es Seagate geschafft, mit Speicherplatz, Preis und Geschwindigkeit ein Paket zu schnüren, dass SSDs ersetzen kann?

Eigenschaften der Momentus XT 750 GB

Während die alte Version der Momentus XT maximal 500 GB Festplattenspeicher mit 4 GB SLC-Flashspeicher verband, sind es bei der neuen Momentus XT 750 GB bzw. 8 GB. Das soll Geschwindigkeit bringen. Die Festplatte sorgt dabei selbstständig für wichtige Wartung Trimming, Wearleveling, Perfomance-Monitoring, Dateimanagement und –Mirroring, Prozesse, die nicht jede SSD alleine übernimmt. Sie ist weiterhin eine 2,5 Zoll-Notebookfestplatte.

Ihre Schnelligkeit

Beim Bootvorgang schlägt sich die neue Momentus XT sehr gut: sie beschleunigt das System ab dem zweiten Booten desselben Betriebssystems um fast den Faktor 3 verglichen mit herkömmlichen Notebooklaufwerken. Selbst eine 600 GB große VelociRaptor-Desktopfestplatte von WD wird um mehr als 30 % geschlagen. Die alte Momentus XT, die weiterhin auf dem Markt bleibt, wird um 28 % übertroffen. Darüberhinaus lernt die Neuerscheinung bereits mit dem ersten Wiederholen eines Vorganges, das 500 GB-Modell tut dies erst nach dem zweiten Mal. Übertroffen wird die Hybridfestplatte nur durch die hervorragende SSD Crucial m4 256 GB um 31 %, ist aber durchaus in Reichweite.

Auch bei den Programmstartzeiten hält die neue Momentus XT ihr Versprechen: Sie kommt wieder bis auf ungefähr 30% an SSDs heran und verweist alle anderen getesteten Laufwerke auf die Plätze.

Bei der sequentiellen Lese- und Schreibleistung kann dieses Ergebnis leider nicht wiederholt werden. Das Laufwerk zeigt sich schnell für eine Notebookfestplatte, wird aber von der VelociRaptor um ungefähr 35 % distanziert. Gute SSDs zeigen in diesem Test ihre Stärke: im Durchschnitt sind sie um 200% leistungsfähiger.

Bei zufälligen Schreib und Lesezugriffen (IO-Leistung) ziehen die reinen Flashlaufwerke nun völlig davon: sie sind ca. 15 mal schneller als die Momentus XT 750 GB. Die VelociRaptor arbeitet gut doppelt so schnell. Leistungsfähige herkömmliche Notebookfestplatten sind ungefähr auf demselben Niveau und übertreffen das neue Produkt nur um ungefähr 10 %. Der Test zeigt vor allem die Eignung der Laufwerke für Web- und Fileserver und komplexe Anwendungsszenarien.

Stromverbrauch und Lautstärke

Im Stromverbrauch kann die Momentus XT sich nur von der VelociRaptor absetzen. Die mit ihr getesteten Notebookfestplatten und SSDs sind sogar ein wenig sparsamer. Nur wer eine sehr hohe Akkulaufzeit will, sollte eventuell andere Notebookfestplatten in die engere Wahl nehmen.

Beim Betriebsgeräusch liegen SSDs an der Spitze, da sie lautlos sind. Die VelociRaptor bildet das Schlusslicht, da ihre 10.000 Umdrehungen pro Minute ihrer Magnetplatter ihren Tribut zollen. Die neue Momentus XT ist wie andere Notebookfestplatten leise, aber nicht lautlos.

Fazit

Die Seagate Momentus XT 750 GB hat eine besondere Fähigkeit – bei Programmstarts und Bootzeiten liegt sie fast auf dem Niveau von SSDs, mit dreifacher Speicherkapazität und nahezu zum halben Preis. Anwender, die auf hohe sequentielle Datenübertragungsraten angewiesen sind, da sie oft große Dateien laden oder speichern, sind jedoch mit einer SSD oder der VelociRaptor besser bedient. Auch bei zufälligen Zugriffen (IO-Leistung), Lautstärke und Stromverbrauch ordnet sich das neue Laufwerk nur bei leistungsfähigen Notebookfestplatten ein.

Wer das Gefühl einer SSD beim Arbeiten mit dem Betriebssystem sucht und nicht zu hohe Ansprüche an die sonstige Leistungsfähigkeit stellt, wird bei der neuen Momentus XT fündig. Sie eignet sich fürs Notebook und für manchen Heim-PC. Bei HTPCs ist sie so etwas wie ein Geheimtipp: schnell beim Booten, klein, leise, kühl und mit viel Speicherplatz für die Videosammlung. Sie ist ein solides Produkt mit den Startzeiten einer SSD und dem Preis und übrigen Eigenschaften einer Notebookfestplatte. Seagate hat seine Hausaufgaben gut erledigt. Das Laufwerk ist erhältich zu diesen Preisen.

Weitere Informationen und Tipps zu Festplatten und ihrem Einbau erhalten Sie in meinen weiteren Artikeln.

Quellen:

Tomshardware.de 1 und 2 sowie Chip.de

Kai Grelke, fotografiert von Kai Grelke

Kai Grelke - Lieber Leser, natürlich dürfen Sie auch erfahren, wer hier so schreibt. Ich bin Kai Grelke, 1975 geboren und lebe in ...

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