Den Reichtum, den mancher Besitzer einer Baumwollplantage im 18. und 19. Jahrhundert in den Vereinigten Staaten anhäufen konnte, hatte er der unentgeltlichen Zwangsarbeit seiner Sklaven zu verdanken. Seit etwa 1830 war die Sklaverei das Reizthema zwischen den Nord- und Südstaaten. Als Abraham Lincoln im Jahr 1860 zum Präsidenten gewählt wurde, traten die meisten Südstaaten aus der Union aus.

Die Nordstaaten beenden durch den amerikanischen Bürgerkrieg die Sklaverei

Der Sezessionskrieg begann am 12. April 1861 mit der Beschießung von Fort Sumter durch die Konföderierten. Er endete am 23. Juni 1865, als die letzten Truppen der Südstaaten den Kampf aufgaben. An diesem Tag hörten die Konföderierten Staaten von Amerika auf zu existieren.

Bereits während der Auseinandersetzungen hatte Präsident Lincoln am 1. Januar 1863 mit einer Proklamation die Befreiung aller Sklaven verfügt. Nach dem Sieg der Union war dieser Erlass auch für die Südstaaten bindend.

Den Sieg seiner Truppen und damit die Wiederangliederung der Südstaaten erlebte Lincoln nicht mehr. Am 15. April 1865 erlag er den schweren Schusswunden, die ihm der Südstaatensympathisant John Wilkes Booth am Vorabend im Ford-Theaters in Washington, D.C. beigebracht hatte.

Die Gründung des Ku Klux Klans am Heiligabend 1865

Lincoln war ein gemäßigter Gegner der Sklaverei gewesen. Nach seinem Tod wurden radikalere Stimmen in den Reihen der Republikaner laut, die dafür eintraten, dass die ehemaligen Sklaven nun vollwertige Bürger werden sollten.

Am Ende des Jahres 1865 waren sämtliche Südstaaten wieder in die Union eingegliedert. Einigkeit zwischen Nord und Süd herrschte jedoch nicht. Der Krieg hatte die Fronten eher verhärtet. Der Richtung der Republikaner konnten sich die Südstaaten jedoch auf offiziellem Weg nicht widersetzen. Was blieb, war der Weg in den Untergrund.

Vor diesem Hintergrund gründeten sechs Offiziere der im Sezessionskrieg unterlegenen Konföderation am 24. Dezember 1865 den ursprünglichen Ku Klux Klan. Calvin E. Jones, John B. Kennedy, Frank O. McCord, John C. Lester, Richard R. Reed und James R. Crow trafen sich an diesem Abend in Pulaski, Tennessee und legten den Grundstein für die vom Rassismus getriebene Organisation.

Der Klan wird zur Terrororganisation

In den Anfangstagen des Klans war sein Weg unter Umständen noch nicht vorgezeichnet. Vielleicht hatten die sechs Männer den Klan in der Tat nur zum Zweck der Geselligkeit und gegen die Langeweile nach dem Krieg gegründet. Jedoch gab es in den Köpfen vieler Südstaatler das Gefühl, sich gegen den Norden wehren zu müssen. Und während der Klan wuchs, wurden diese Köpfe seine neuen Mitglieder.

Es dauerte dann auch nicht lange, bis die ersten Übergriffe auf schwarze Bürger bekannt wurden. In ihren weißen Kapuzenmänteln, die die Gründer des Klans bereits in den Anfangstagen ihrer Verbindung zu ihrem Markenzeichen machten, zogen des Nachts maskierte Reiter über das Land und verbreiteten Angst und Schrecken.

Fast unmittelbar nach seiner Gründung hatte der Klan sich in eine aktive Terrororganisation verwandelt, die während der Rekonstruktion mit brutaler Gewalt gegen die befreiten Sklaven und die Republikaner vorging. Seine Mitglieder waren der festen Überzeugung, dass die Verleihung der amerikanischen Bürgerrechte an die befreiten Sklaven gegen die Verfassung und den Willen Gottes sei. Darüber hinaus wollten sie die Vorherrschaft der weißen angelsächsischen Protestanten nicht aufgeben.