Etwa Mitte der 80er Jahre füllten sich die ersten kleinen Ladenlokale in den Städten mit gebrauchter Kleidung. Das war zunächst vor allen Dingen Kinderkleidung. Abfällig sagte manch einer "Altkleider" dazu, viele rümpfte die Nase und zogen weiter.
Weil Kinder schnell groß werden
Oft frequentiert wurden diese kleinen Secondhand-Läden anfangs vornehmlich von jungen Müttern.
Der Säugling braucht jede Menge Wäsche, und für die Erstlingsausstattung kommt finanziell einiges zusammen. Rasch wächst der kleine Erdenbürger aus den ersten Stramplern raus. Das geht im Kleinkindalter mit Latzhosen, Jeans, Pullis, T-Shirts und vielem anderen so weiter. Bis der junge Mensch erwachsen ist, haben sich die Ausgaben für Kleidung ordentlich summiert.
Kinder verschleißen die Kleidung kaum, so schnell wachsen sie heran. Der Grundgedanke, die Kleidung weiterzureichen an Geschwisterkinder ist schon immer da gewesen und wird auch heute noch praktiziert. Wo keine Geschwister sind, hat sich schon immer der Secondhand-Laden angeboten.
Kostspieliges Vergnügen
Kinderkleidung ist nicht nur ein Kostenfaktor unter dem Gesichtspunkt, dass die Kinder reichlich davon benötigen und rasch herausgewachsen sind. Im Laufe der Jahre hat sich die Kleidung für unsere Jüngsten gewandelt und steht dem Chic der Erwachsenenbekleidung kaum noch nach. Das ist nicht nur schön, sondern erst recht ein kostspieliges Vergnügen für die Eltern.
So wurden die Sortimente besonders bei Kinderbekleidung in den Secondhand-Läden nicht nur reichhaltiger hinsichtlich der angebotenen Menge, sondern auch qualitativ sehr viel besser. Teure Markenbekleidung zu teilweise unglaublich günstigen Preisen können für die Kleinen eingekauft werden. Ein Secondhand-Laden, der etwas auf sich hält, bietet einwandfreie, wie neu wirkende Kleidungsstücke an. Über die Kleidung hinaus können auch Kinderbetten, Wiegen, Kinderwagen und sonstiges Zubehör günstig erstanden werden.
Secondhand auch für preisbewusste Erwachsene
Längst sind die Secondhand-Läden im Stadtbild fest etabliert. Mittlerweile hat sich das Sortiment über das Angebot für Kinder weit hinaus entwickelt. Auch Erwachsene können sich heute von Kopf bis Fuß mit Kleidung aus 2. Hand eindecken. Zwischenzeitlich gibt es Geschäfte, die sogar gebrauchte Luxusmarken preiswert anbieten.
Was einst in die Kleidung investiert wurde, holen sich manche Verbraucher im Secondhand-Laden teilweise wieder zurück. Beim Verkauf eines Artikels erhält der Ladenbetreiber einen kleinen Obulus für seine Dienstleistung des Anbietens und Verkaufens. Der Rest wird dem früheren Eigentümer ausgezahlt. Das ist ein Geschäft auf Basis echter Gegenseitigkeit, denn alle sind zufrieden.
Sparen in Zeiten hoher Preise und kleiner Portemonnaies
Es erstaunt sicher nicht, dass Menschen, die früher einmal die Nase rümpften über die Möglichkeit gebrauchte Kleidung zu tragen, heute anders denken und bereit sind, sich das Angebot der Secondhand-Läden zumindest einmal gründlich anzuschauen. Tatsächlich hat das gut sortierte Angebot qualitativ hochwertiger und gepflegter Kleidung zu kleinen Preisen bereits viele ihre Meinung ändern lassen.
