
- Schloss in Slupsk - Harald Rossa
Die Kreisstadt Slupsk, deutsch Stolp genannt, ist eine ehemalige Hansestadt in der polnischen Woiwodschaft Pommern. Durch Slupsk fließt die Slupia (Stolpe) zur 18 Kilometer entfernte Küste der Ostsee. Heute ist die Stadt ein industrielles Zentrum in der Woiwodschaft Pommern und Standort vieler Bildungseinrichtungen.
Touristen lockt Slupsk mit vielen historischen Gebäuden, dem Mittelpommerschen Museum im wieder hergestellten Schloss und kulturellen Angeboten wie dem städtischen Orchester, einem Theater, einem Puppentheater und Galerien. Schnell erreichbar ist das Ostseebad Ustka (Stolpmünde).
Das Schloss Slupsk
Das Schloss des Herzog Bogislaws X. aus dem Greifengeschlecht wurde 1507 errichtet. Zwischen 1580 und 1587 wurde es im Stil der Renaissance umgestaltet. 1648 ließen die Hohenzollern als die neuen Herren die Ausstattung des Schlosses nach Berlin bringen. 1821 zerstörte ein Feuer das Schloss. Es wurde bis 1945 als Getreidelager genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es in seiner Erscheinung am Ende des 16. Jahrhunderts wieder rekonstruiert. Heute ist im Schloss unter anderem das Mittelpommersche Museum untergebracht.
Seit 1310 ist die Schlossmühle am linken Ufer der Slupia bekannt. Im Laufe der Zeit wurde der Bau mehrfach erneuert. Zwischen 1965 und 1968 wurde das Gebäude grundlegend saniert.
Der Fachwerkbau des Richter-Speichers hinter dem Mühlentor wurde 1780 erbaut. 1991 musste er wegen schwerer Bauschäden abgetragen werden. 1998 wurde er unter Verwendung historischer Teile wieder aufgebaut
Kirchen in Slupsk
Die heutige Kirche Kosciol sw. Jacka oder Schlosskirche wurde bis 1946 St. Johannis Schlosskirche genannt. Sie steht in der Nähe des Schlosses und ist eine im Stil der Backsteingotik errichtete Hallenkirche. Teile des Baus stammen aus dem 13. Jahrhundert, als sie als Kirche des 1278 gegründeten Dominikanerklosters entstand. Ihre heutige Form erhielt die Kirche im 15. Jahrhundert. Anfang des 17. Jahrhunderts wurde der Innenraum der Kirche barock überformt. Dabei wurde ein westlicher Turm mit einer barocken Kupferhaube errichtet. Den Zweiten Weltkrieg überstand die Kirche weitgehend unbeschadet und wird seit 1946 von der Katholischen Kirche genutzt.
Der spätgotische Backsteinbau der einstigen Kirche des Klosters der Prämonstratenser stammt aus dem 14. Jahrhundert. Er wurde im 18. Jahrhundert zu einer Schule umgebaut.
Die Kirche St. Marien ist um 1400 errichtete gotische Backsteinbasilika. Ihr mächtiger Westturm mit der barocken Haube aus dem 18. Jahrhundert hat sich deutlich geneigt. Beachtenswert sind die Kanzel von 1606 und der Altar aus dem Jahr 1658.
Die Kapelle St. Georg ist ein 1492 errichteter achteckiger spätgotischer Backsteinbau. Sie war eine Spitalkapelle. 1912 wurde sie an ihren heutigen Standort umgesetzt.
Die Kreuzkirche wurde von 1857 bis 1859 in neugotischen Formen erbaut. Seit 1945 nutzt die Evangelisch-Augsburgische Kirche das Gotteshaus.
Stadtbefestigung in Slupsk
Das Mühlentor ist eins der ältesten Denkmäler in der Stadt. Es entstand in zwei Etappen. Von 1325 bis 1329 wurde das Tor gebaut. Von 1365 bis 1370 entstanden die oberen Geschosse.
Das Neue Tor ist ein um 1500 errichteter spätgotischer Backsteinbau. 1650 erhielt der Bau seinen Metallhelm. Seine Räume werden heute vom Stadtmuseum genutzt.
Die Hexenbastei ist ein von 1411 bis 1415 entstandenen Teil der Befestigung der Stadt. Im 17. Jahrhundert wurde der Bau als Gefängnis genutzt. Heute wird die Hexenbastei für Ausstellungen genutzt.
Profanbauten in Slupsk
Das Rathaus im neugotischen Backsteinstil entstand 1901. Es hat einen mit 59 Meter hohem Turm. Einige Räume sind mit Bleiglasfenstern versehen. Den Festsaal schmückt ein Glasgemälde mit den Wappen der pommerschen Adelsgeschlechter.
Der Neogotische Bau der Hauptpost wurde 1879 von Heinrich von Stephan errichtet. Der aus Stolp stammende Stephan war später Postminister des Deutschen Reiches. Das Bauwerk hat den Zweiten Weltkrieg unversehrt überstanden, obwohl die Altstadt fast vollständig niedergebrannt wurde.
Von 1903 stammt das Landratsamt. Der vielgestaltige Backsteinbau mit Turm ist ein interessantes architektonisches Objekt. Die Räume des Gebäudes werden in den Originalzustand gebracht.
Lage und Anreise
Slupsk liegt an der Straße DK 6, der Europastraße E 28, von Szczecin (Stettin) nach Gdansk (Danzig) und an der Bahnstrecke von Stargard Szczecinski nach Gdansk.
Steckbrief von Slupsk
- Staat: Polen
- Woiwodschaft: Pommern
- Gemeindetyp: Kreisfreie Stadt
- Fläche: 43,2 Quadratkilometer
- Einwohner am 31.12.2010: 96.655
- Anschrift der Stadtverwaltung: pl. Zwyciestwa 3, PL 76-200 Slupsk
- Touristeninformation: ul. Starzynskiego 8, PL 76-200 Slupsk, Fon +48 (0)59 8424326, Mail it@um.slupsk.pl
- Partnerstädte: Flensburg in Schleswig-Holstein, Ustka (Stolpmünde) in Polen, Archangelsk in Russland, Bari, in Italien, Buchara in Usbekistan, Carlisle in Großbritannien, Cartaxo in Portugal, Vantaa in Finnland und Vordingborg in Dänemark
Quellen
- Stadt Slupsk
- Janusz Wasik: My Slupsk
- Ostsee-Urlaub-Polen: Slupsk
- Baedeker: Polen. 4. Auflage, Karl Baedeker Ostfildern 2000
