Sehenswertes in Weimar: Goethes Wohnhaus

Arbeits- und Sterbezimmer, Christianes Räume und Blick in den Garten

Goethes Wohnhaus - Sigrid Stephenson
Goethes Wohnhaus - Sigrid Stephenson
Im Goethehaus am Frauenplan findet man Museum, Shop und Goethes großes Wohnhaus. Im Sommer kann man draußen sitzen, um mit Blick auf Goethes Garten Kaffee zu trinken.

Am Frauenplan 1 in Weimar residierte einst Goethe. Im direkten Vergleich zum Schillerhaus schneidet sein Domizil ein wenig besser ab. Es ist großzügiger und repräsentativer. Aber immerhin war Goethe ja auch Minister und Geheimrat.

Goethes Liebe zu Christiane Vulpius

Dazu passt, dass seine Kutsche stets startklar in der Remise stand. Über eine gepflasterte schmale Einfahrt fuhr man in den kleinen Innenhof hinein, um aus zu steigen, und auf der anderen Seite hinaus, wenn die Fahrt wieder los ging. Von ihrem gemütlichen Wohnzimmer aus brauchte Goethes Frau Christiane nur aus einem der Fenster in den Hof zu sehen, wenn sie das Klappern der Hufe und das Poltern der Räder hörte. Goethe war wieder da. Der Mann, der sich erst sehr spät zu ihr bekannt hatte, indem er die Mutter seiner Kinder, von vielen als nicht standesgemäß betrachtet, endlich heiratete. Seine Mutter akzeptierte, so ist zu lesen, als einzige diese Verbindung.

Das Treppenhaus in Goethes Wohnhaus nach italienischem Vorbild

Wenn man vom Innenhof aus das Haus betritt, gelangt man durch einen hohen und kühl wirkenden Vorraum ins grün gestrichene Treppenhaus, in dem flache und breite Holzstufen nach oben führen. Seit 1792 sieht es so aus wie heute. Nach Goethes Anregungen wurde es im Stil italienischer Renaissancebaumeister angelegt.

Im Gelben Saal speiste Goethe mit seinen Gästen, im Graphischen Kabinett mit der Familie

Oben gelangt man zunächst in den Gelben Saal. „Salve“ ist auf dem Fußboden zu lesen, bevor man eintritt. Sei gegrüßt. In diesem Raum pflegte Goethe mit seinen Gästen zu speisen. Abgüsse antiker Büsten erinnern an seinen Italienaufenthalt. Hinter diesem repräsentativen Speisezimmer befindet sich ein kleiner Raum, der von der Familie als Esszimmer genutzt wurde. Später wurde es als „graphisches Kabinett“ benutzt und beherbergte in einem Mappenschrank Handzeichnungen alter Meister.

Johann Wolfgang von Goethe und seine Frau Christiane liebten den Blick in den Garten und das Gartenhaus

Sein Garten war Goethe sehr wichtig. Vom Gartenzimmer aus konnte er ihn sehen. Beim Umbau des Hauses 1792 bis 1794 wurde dieser sehr kleine Raum eingerichtet, in dem der Dichter gern mit Freunden beim Gespräch saß.

Gleich nebenan befanden sich Christianes Räume. Hier wohnte Christiane Goethe geborene Vulpius bis zu ihrem Tod. Porträts schmücken die Wände im Vorzimmer und der beiden größeren Wohnräume, die alle drei einen Ausblick in den Garten mit dem Gartenhaus gewähren. Das ist nicht zu verwechseln mit dem berühmten Gartenhaus Goethes, das sich im Park an der Ilm befindet.

Repräsentative Räume - Sammlungszimmer mit Majoliken und der Junosaal

Die vorderen Räume, zum Frauenplan hin gelegen, sind repräsentativ. Hier zeigt sich, dass Goethe an Naturwissenschaften sehr interessiert und ein großer Sammler war. Kleinplastiken, Malereien, Majoliken sind zu bewundern. Im Junozimmer, dem Empfangs- und Musikzimmer, steht ein Konzertflügel der Firma Streicher. Ins Auge fällt in diesem Raum die Kolossalbüste der Juno Ludovisi, die erst 1823 hier aufgestellt wurde.

Goethes Arbeitszimmer, sein Sterbezimmer und die Privatbibliothek

Von besonderem Interesse für die meisten Besucher dürften Goethes Arbeits- und Privaträume sein. Hier befindet sich in einem fensterlosen Raum seine Bibliothek mit 7.000 Bänden, Schränke mit Mineralien, das überaus schlichte Zimmer des Schreibers mit einem winzigen Schreibtisch und Goethes Schlaf- und Sterbezimmer.

Im Weimar Haus kann man sich im Rahmen der Multimedia-Show der Illusion hingeben, Goethe lebe immer noch. Da führt er dann sozusagen als Geist von Raum zu Raum.

Sigrid Ruth Stephenson, Sigrid Ruth Stephenson

Sigrid Stephenson - Als Zehnjährige begann ich, meiner kleinen Schwester aus dem Stegreif Geschichten zu erzählen. Etwas später setzte unser ...

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