Sehenswürdigkeiten in der Stadt Prenzlau

Dominikanerkloster und St. Nikolai in Prenzlau - Harald Rossa
Dominikanerkloster und St. Nikolai in Prenzlau - Harald Rossa
Die Reste der Stadtbefestigung und etliche mittelalterliche Kirchenbauten lohnen eine Visite in Prenzlau, der Kreisstadt der Uckermark.

Prenzlaus Innenstadt wurde am Ende des Zweiten Weltkrieges weitgehend zerstört. Nur langsam entstand wieder eine städtische Bebauung im Zentrum. So entstand erst nach der Wende das Stadtviertel Sternberg. Hier folgt die neue Bebauung den mittelalterlichen Straßen und Fluchtlinien.

Die Stadtmauer in Prenzlau

1.416 Meter Stadtmauer sind in Prenzlau noch zu sehen. Das ist knapp die Hälfte der mittelalterlichen Wehranlage. Die wurde umfassend saniert und ein 3,1 Kilometer langer Rundweg erschließt sie. Erhalten sind neben einigen Wiekhäusern die folgenden Bauwerke:

  • Steintorturm oder Schwedter Torturm
  • Mitteltorturm, der als Vorbild für den Entwurf der Oberbaumbrücke in Berlin
  • Blindower Torturm oder Stettiner Torturm
  • Wasserpforte
  • Pulverturm
  • Seilerturm
  • Hexenturm

Der Stadtmauerrundweg führt auch durch den Stadtpark mit dem jüdischen Friedhof, historischen Gräbern, dem Ehrenmal der Roten Armee und einem Rosengarten.

Kirchenbauten in Prenzlau

Prenzlau ist stolz auf den Vier-Türme-Blick der Marienkirche, der Heilig-Geist-Kapelle und des Mitteltorturms.

Das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt ist die Kirche St. Marien. Sie gehört zu den herausragenden Beispielen der norddeutschen Backsteingotik. Mit dem Bau der dreischiffigen Feldsteinhalle wurde 1235 begonnen. Ab 1289 erfolgte die Erweiterung im Stil der Backseingotik. Im 14. und 15. Jahrhundert wurden weitere Kapellen angebaut. Der Nordturm mit einer Höhe von 68 Metern entstand im 16. Jahrhundert. Erst im 18. Jahrhundert folgte der 64 Meter hohe Südturm. 1945 brannte die Kirche aus. Ab 1970 wurde sie wieder aufgebaut und der gerettete spätgotische Marienaltar ist wieder aufgestellt. Die Türme bieten einen besonderen Panoramablick über die Stadt und die umgebende Endmoränenlandschaft.

Die Kirche St. Sabinen ist vermutlich die älteste Kirche in Prenzlau. Sie entstand vermutlich um1170 im Gebiet der einstigen slawischen Burgstadt auf dem linken Ufer der Ucker. Ihr Name ist im gesamten deutschsprachigen Raum einmalig. 1799 wurde die Kirche geschlossen, da der Westgiebel unterspült wurde. 1816/17 entstand die Kirche neu und ist in dieser Gestalt bis heute erhalten. Sie ist ein rechteckiger Saalbau. Ihr Fachwerkturm ist von einer geschweiften Haube gekrönt. In der Kirche steht ein Renaissance-Altar aus dem Jahre 1597, der 1817 zu einem Kanzelaltar umgebaut wurde.

Die Dreifaltigkeitskirche war die Kirche des Klosters der Franziskaner. Sie entstand zwischen 1235 und 1250 nach dem Vorbild der Grabeskirchen des Franziskus von Assisi und ist eine der ältesten Franziskanerkirchen Deutschlands. 1253 wurde in ihr der Bischof von Kammin beigesetzt. 1544 wurde das Kloster aufgehoben. 1598 erneuerte die lutherische Gemeinde den Kirchenbau und gab ihr den Namen „Kirche zur Heiligen Dreifaltigkeit". 1735 wurden die Klosterbauten abgerissen und ab 1744 gab die Gemeinde den Kirchenbau auf. 1846 übergab der preußische König Friedrich Wilhelm IV. diese Kirche der reformierten Gemeinde. Die weihte sie nach Umbau 1865 ein. Diese Nutzung endete 1975 und das Gebäude verfiel. Nach der Wende wurde es gesichert und wieder nutzbar für kulturelle Veranstaltungen gemacht.

Die Alte Nikolaikirche ist die erste Pfarrkirche auf dem rechten Ufer der Ucker gewesen. Bereits vor dem Dreißigjährigen Krieg wurde sie aufgegeben. Die Ruine wurde von Kasernenbauten eingeschlossen. Die wurden saniert und der Kasernenhof zugänglich. So ist Alt-Nikolai, von der nur noch der Turmbau steht, wieder zu sehen.

St. Jacobi wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet. Im April 1945 wurde sie angezündet und bis auf die Grundmauern zerstört. 1986 entstand in der Ruine ein Kirchraum.

St. Nikolai wurde zwischen 1275 und 1343 als turmlose Kirche des Dominikanerklosters „Zum Heiligen Kreuz“ erbaut. Nach der Reformation wurde das Kloster aufgehoben. Die alte Nikolaikirche war zu dieser Zeit bereits sehr baufällig. Daher zog die Gemeinde 1577 in die ehemalige Klosterkirche um. 1716 wurde sie zur Garnisonskirche und wird heute von der Gemeinde St. Nikolai genutzt. Die Nikolaikirche ist ein frühgotischer Backsteinbau. Sie ist 40 Meter lang und 18 Meter breit. Der Innenraum erreicht eine Höhe bis zu 30,7 Metern. Der vermutlich aus Holland stammende Schnitzaltar folgt noch spätgotischen Vorbildern. Die Taufe stammt aus dem frühen 15. Jahrhundert.

Aus dem frühen 14. Jahrhundert stammt die Ruine der Heiliggeistkapelle. Sie war die Kapelle des Heiliggeisthospitals. 1899 übernahm das Uckermärkische Museum das Bauwerk. Es brannte 1945 aus und ist seitdem eine gesicherte Ruine.

Die Kapelle St. Georg wurde um 1300 aus Backstein auf einem Granitsockel errichtet. Den Westgiebel krönt ein Glockentürmchen. Die Kapelle stand außerhalb der Stadtmauer an der Straße nach Schwedt. Sie gehörte zum St. Georgshospital, das durchreisenden Händlern und Pilgern Unterkunft bot.

Dominikanerkloster Prenzlau

Das einstige Dominikanerkloster Prenzlau gehört zu den besterhaltenden Klosteranlagen aus dem 13./14. Jahrhundert im Nordosten Deutschlands. Noch im Original vorhandene Räume mit typischen gotischen Schmuckelementen sowie spätgotische Wandmalereien sind ein Denkmal für die sakrale Baukunst und das Klosterleben des Mittelalters.

Heute ist das Dominikanerkloster das Kultur- und Veranstaltungszentrum der Stadt:

  1. Kulturhistorisches Museum mit seiner Sammlung mittelalterlicher Objekte
  2. Stadtbibliothek
  3. Historisches Stadtarchiv
  4. den Besucherservice mit der KlosterLadenGalerie

Quellen

  1. Stadt Prenzlau
  2. Tourismusverein Prenzlau
  3. Dominikanerkloster Prenzlau
  4. Thomas Bade: Norddeutsche Backsteingotik - Hallenkirche St. Marien zu Prenzlau. In: suite101.de vom 2.11.2010
  5. Uckermark Kirchen A-Z: St. Sabinen-Kirche Prenzlau
  6. Uckermark Kirchen A-Z: St. Jacobi-Kirche in Prenzlau
  7. Uckermark Kirchen A-Z: St. Nikolai-Kirche Prenzlau
  8. Uckermark Kirchen A-Z: St. Georgskapelle in Prenzlau
  9. Uckermark Kirchen A-Z: Dreifaltigkeitskirche (Franziskanerkirche) in Prenzlau