Ein sehenswertes Ensemble von Bauten aus verschiedenen Epochen ist rund um den Markt von Kamenz zu finden.

Rathaus

Beim Stadtbrand 1842 wurde das Rathaus zerstört. Von 1847 bis 1848 errichtete Carl August Schramm in Anlehnung an Entwürfe von Karl Friedrich Schinkel den Neubau im Stil der Neorenaissance. Der dreigeschossige Bau mit einem in der Mitte aufstrebenden schlanken Turm dominiert den Marktplatz. Fialen schmücken die Ecken des rot verputzten Gebäudes. Auf dem Markt vor dem Rathaus steht der Andreasbrunnen mit einer Statue der Justitia aus Sandstein.

Roter Turm

Im Süden der Altstadt gibt es Reste der mittelalterlichen Stadt- und Klosterbefestigung. Dazu gehören der Rote Turm, die Stadtschreiberbastei, die Mönchsmauer und das Klostertor. Besonders markant ist der Rote Turm. Er war ein Torturm des ehemaligen Pulsnitzer Stadttores. Seinen Namen gab ihm sein Baumaterial: roter Granit.

Marienkirche

Die spätgotische Hallenkirche St. Marien wurde 1480 eingeweiht. Sie ist aus einheimischem Granit erbaut und dadurch einmalig nördlich der Alpen. Von der mittelalterlichen Ausstattung sind noch u. a. zwei gotische Schnitzaltäre, der Marienaltar von 1519 und der Michaelsaltar von 1498, das geschmiedete Sakramentshaus, Levitensitze, ein Taufstein aus dem 14. Jahrhundert mit Taufschale und Taufdeckel, eine Kreuzigungsgruppe aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, eine Kanzel von Andreas Dreßler aus dem Jahr 1564 erhalten. Die Walcker-Orgel wurde 1891 eingebaut. Im Altarvorraum befinden sich die Grabmale der Eltern und Großeltern von Gotthold Ephraim Lessing. Dessen Vater war über fünfzig Jahre Pfarrer in Kamenz.

Katechismuskirche

Unmittelbar neben der Marienkirche steht die trutzig wirkende Katechismuskirche. Sie wurde 1358 als Kapelle von Kunigunde Kost gestiftet. Ab 1537 bis 1565 nutzten die evangelischen Wenden sie für Gottesdienste in sorbischer Sprache. Dann stand sie leer. Ab 1724 wurde die Kapelle nach längerer Bauzeit für den Katechismusunterricht genutzt. Innen sind Bauernmalerei von 1724 und der in Kamenz einzige Kanzelaltar zu sehen.

Barmherzigkeitsstift

Im Süden der Stadt liegt der Barmherzigkeitsstift. Johann Gottfried Bönisch sammelte seit 1822 Mittel für die Errichtung eines Armenkrankenhauses und begründete das Barmherzigkeitsstift. Das wurde 1826 eröffnet. Seinem Wunsch entsprechend wurde er im Garten des Stiftes beigesetzt und ein Mausoleum erinnert an den Gründer.

Annenkirche mit Sakralmuseum

Am Nordrand der Stadt steht die Klosterkirche St. Annen. Sie wurde um 1512 eingeweiht. Nach der Reformation bezog die Lateinschule den Bau. Nach dem letzten großen Stadtbrand 1842 wurden die Klostergebäude abgerissen und das Innere der Kirche neu gestaltet. 1849/50 wurde die Orgel von Johann Gottlob Mende eingebaut. Die Altäre, Apostel- und Mönchsfiguren kehrten erst 1911 in den Kirchenraum zurück. 2011 konnte sie nach umfangreicher Sanierung wieder eröffnet werden. Dabei wurde im Kirchenraum ein Sakralmuseum eingerichtet. Fünf gotische Altäre und sakrale Kunstschätze der Kirchgemeinde werden gezeigt. Die Vitrinen mit den Museumsstücken sind so im Kirchenschiff aufgestellt, dass die Kirche weiter für kirchliche Veranstaltungen nutzbar ist.

Lessing-Gedenkstätte

Gegenüber befindet sich die Lessing-Gedenkstätte am ehemaligen Standort des abgebrannten Geburtshauses Lessings. Seit 1931 ist in dem Haus as Lessing-Museum untergebracht.

Begräbniskapelle St. Just

Die Kapelle St. Just oder auch St. Jodokus wurde im frühen 13. Jahrhundert als Pilgerkapelle errichtet. Der Flügelaltar kam um 1770 aus der Klosterkirche in die Kapelle. Sehenswert sind die um 1400 entstandenen Wandmalereien im Chor und am Triumphbogen. St. Just wird zu kirchlichen Trauerfeiern genutzt.

Hutbergbühne

Am äußersten Westrand der Kernstadt gibt es die Hutbergbühne. Diese Freilichtbühne für bis zu 10.000 Zuschauer wurde 1934/35 erbaut. Die nie ganz fertig gestellte Anlage ist eine der größten Freilichtbühnen in Sachsen. Hier spielen auch die Großen des Musikgeschäftes gern. Darunter waren u. a. Joe Cocker, Deep Purple, Lynyrd Skynyrd, Jethro Tull, Status Quo, Howard Carpendale und die Puhdys.

Quellen

  1. Stadt Kamenz
  2. Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Kamenz
  3. Lessing-Museum Kamenz
  4. Museum der Westlausitz