Sehr sehenswert: "Micmacs – Uns gehört Paris!" – Neu im Kino!

Micmacs - Uns gehört Paris! Filmplakat - Kinowelt
Micmacs - Uns gehört Paris! Filmplakat - Kinowelt
Liebenswerte, französische Gauner-Komödie von Kult-Film-Regisseur Jean-Pierre Jeunet ("Die Stadt der verlorenen Kinder", "Alien - Die Wiedergeburt").

Nach „Delicatessen“ und „Die fabelhafte Welt der Amélie“ entführt Jean-Pierre Jeunet mit „Micmacs“ (bedeutet übersetzt „kleine Intrigen“) erneut in seine poetische, etwas andere Welt des Französischen Kinos: Im Nordafrika der 70er Jahre wird der kleine Bazil zum Halbwaisen. In den 90er Jahren arbeitet Bazil (Dany Boon, „Willkommen bei den Sch'tis“) in einer Pariser Videothek, vor der eines Tages ein Schusswechsel stattfindet. Eine der Kugeln trifft ihn direkt zwischen den Augen.

Bazil findet neue, skurrile Familie in einer selbst gebauten Höhle

Nach der Operation, nach dem Koma – und mit der Kugel weiterhin im Kopf – sitzt Bazil obdachlos und ohne Job auf der Straße, wo er versucht, sich mit Tricks durchzuschlagen. Er lernt den kauzigen Straßenhändler Canaille (Jean Pierre Marielle, „The Da Vinci Code – Sakrileg“) kennen, der in einer selbst gebauten Höhle aus Gebrauchtwaren in einer Wohngemeinschaft wohnt und findet somit schnell eine neue, skurrile Familie zwischen Fantasie und Wahnsinn!

Fantastische Persönlichkeiten in der neuen Patchwork-Wohngemeinschaft

Cassoulette (Yolande Moreau, „Paris, je t’aime“), die Chefin und Köchin der Truppe; Calculette (Marie-Julie Baup, „Le Cou de la girafe“), der ein Blick genügt, um Maße und Gewichte zu errechnen; die biegsame, in jeden Kühlschrank passende Mademoiselle Kautschuk (Julie Ferrier, „So ist Paris“); Bricàbrac (Dominique Pinon, „Delikatessen“), der jede Menge Ersatzteile in sich trägt; der aus Afrika stammende Ethnograph Remington (Omar Sy, „Envoyés trés spéciaux“) und der Schrott-Künstler Petit Pierre (Michel Cremandes, „Asterix und Obelix: Mission Cleopatra).

Ein Plan wird geschmiedet für die Rache der Kugel im Kopf

Bazil macht die beiden Firmen, die gegenüber der Fundstück-Höhle liegen, für seine Kugel im Kopf verantwortlich (an der er jederzeit sterben kann), da diese Munition und Waffen produzieren, deren Opfer er bereits zwei Mal wurde. Er schmiedet einen Plan: Beiden Firmeninhaber – Erzfeinde – bietet er einen fiktiven Deal mit einem afrikanischen Diktator an und verursacht nicht nur durch seine Ungeschicktheit großes Chaos. Als die beiden ihm auf die Schliche kommen, muss Plan B her...

Regisseur Jean-Pierre Jeunet lehnte Verfilmung Harry Potters ab

Regisseur Jean-Pierre Jeunet wurde u.a. die Verfilmung des 5. Harry Potters angeboten (die ihn bis ans Ende seiner Tage finanziell abgesichert hätte), die er aber ablehnte, da er seinen Platz als Regisseur im etablierten Team nicht fand. Sein Drehbuch für die französische Komödie „Micmacs“ war innerhalb von drei bis vier Monaten fertig. Jean-Pierre Jeunet, der ein großer Fan von Pixar ist, schwebten etwas sonderbare Charaktere vor, die am Rande der Gesellschaft leben, die aber wie in „Toy Story“ auch, über eine ganz besondere Gabe oder Fähigkeit verfügen.

„Micmacs – Uns gehört Paris“ ist eine sehr sehenswerte Komödie

Der Kampf zwischen Arm und Reich, sowie zwischen Gut und Böse wird in „Micmacs“ originell und witzig dargestellt und man ist dabei bestens unterhalten. Regisseur Jean-Pierre Jeunet fotografierte seine neueste Film-Komödie wieder in interessant ausgeleuchteten Bildern und gestalterisch sehr aufwändig, während auch die Darsteller bis in die kleinste Nebenrolle humorvollst und liebenswert überzeugen.

Der Kinofilm „Micmacs – Uns gehört Paris“ startet bundesweit am 22. Juli 2010 im Verleih der Kinowelt

Döringer, Martin, (c) Marlonski

Martin Döringer - Martin schreibt nicht nur Online-Reviews, sondern moderierte/interviewte live bei Radio-ALEX und stellte TV-Clips her, diente dabei ...

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