Editor's Choice

Sekt aus Äpfeln

Schaumwein aus dem Süden Österreichs

Bonsec wird nach den Richtlinien der Champagnerherstellung gekeltert und lagert in einem kleinen Kellereibetrieb in St. Georgen (Kärnten/Österreich).

Fünfhundert Liter vergorener Apfelwein (Most) gehen an eine Partner-Kellerei in Gols, die innerhalb von sechs Monaten aus dem Apfelsaft den prickelnden und feinen Bonsec macht.

Champagnermethode

Dem Lavanttaler Most werden Champagnerhefe und Zucker zugesetzt. Diese Mischung muss ganz langsam vergären, wobei sich die Kohlensäure aufbaut. Die Hefe lagert sich währenddessen langsam am Flaschenhals ab. Um sie schonend aus der Flasche herauszulösen, wird der Flaschenkopf in eine Kühlwanne gesteckt. Bei 18 Grad gefriert die Hefe. So ist sie leicht herauszunehmen. Erst dann wird die Flasche mit einem Korken verschlossen. „Nach der Champagnermethode perlt der Sekt viel feiner, die Kohlensäure bleibt länger erhalten", schwärmt Kellermeister Karl Kopp. Der Unterschied zu Sekt besteht darin, dass dem Sekt in großen Tanks meist zusätzliche Kohlensäure mechanisch zugesetzt wird, weil die natürliche Gärung zu wenig Perlwirkung erzielt. Bei Prosecco und Frizzante wird die Kohlensäure ausschließlich eingeblasen, und entweicht aus einer geöffneten Flasche oder einem Glas somit auch schnell.

Preisgekrönt

Der Kellermeister Kopp ist aber mittlerweile nicht nur für seinen kleinen feinen Vorrat an Bonsec berühmt, sondern konnte auch mit seinen anderen Produkten aus der Obstverwertung eine Vielzahl an Auszeichnungen verbuchen. Liköre, Schnäpse, Edelbrände aber auch Apfelwein und Birnensaft aus der kleinen Kellerei in St. Georgen sind von Top-Qualität und beliebte Spezialitäten bei der jährlichen Fachmesse „Mostbarkeiten" am Zogglhof in St. Paul im Lavanttal.

Champagner

Champagner wird üblicherweise aber nicht aus der Verarbeitung von Äpfeln, sondern aus Trauben hergestellt.

Der Benediktinermönch Dom Pierre Pérignon (1638 - 1715) war Kellermeister und Prokurator der Abtei Saint Pierre d´Hautevillers und ein großer und findiger Weinbauer seiner Zeit. Ihm wird die Erfindung der Herstellung von Champagner zugeschrieben, zu der nur drei Rebsorten zugelassen sind: Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay. Die geernteten Trauben werden aussortiert und gehäutet und erst dann gepresst und nach der im Volksmund so genannten Champagnermethode gekeltert. Die legendären Weine der Abtei stammten aus den Trauben vieler angrenzender Weingüter, die Steuern in Form von Naturalien abliefern mussten. Die unbeständige Wettersituation und der Zwang immer beste Qualität der Weine zu gewährleisten animierten Dom Pierre Pérignon zu experimentieren und erfolgreich jene Verschnitte festzulegen, die jährlich konstant hochwertige Weine garantierten. Sein Konzept des Cuvée ist heute noch Basis einer zuverlässigen Champagnerqualität. Weiter sorgte er für die Verbesserung der Verschlüsse, indem er die bis dahin gängigen Hanfpfropfen gegen Eichenkorken zum Verschließen der Flaschen einführte, wie es damals in Großbritannien schon längst üblich war.

Sterne trinken

Dom Pierre Perignon soll ja eher ein Liebhaber stiller Weine gewesen sein. Leicht moussierende, perlende Weine sollen auch damals schon sehr beliebt gewesen sein und Pérignon soll bei seiner ersten Verkostung eines solchen Weines ausgerufen haben „Brüder, kommst und seht her, ich trinke Sterne."

Allerdings war Dom Pierre Pérignon nicht der einzige Kellermeister, der sich um die Erfindung des Champagners verdient gemacht hat. Neben seinem kollegen Frère Oudart von der Abtei Saint-Pierre aux Monts de Chalons und Dom Thierry Ruinart wurde Claude Moet für seine erlesenen Weine bekannt. Die Kellerei Moet, bis heute ein Familienbetrieb, kaufte kurz nach der Französischen Revolution (1789 - 1799) die verlassene Abtei Huatvillers samt den dazugehörigen Weinbergen, später auch den Markennamen Dom Perignon.

Anders als bei bekannten Weinsorten wird Champagner eher nach seiner Marke benannt als nach seiner Herkunft, bzw. seiner Rebe.

Champagnerarten

  • Blanc de Blancs - ausschließlich Chardonnay Trauben
  • Brut - sehr trocken
  • Crémant - leicht schäumend
  • Demi-Sec - lieblich
  • Rosé - es werden 10 bis 15 Prozent roter Champagner zugegeben
CJ, Jon

Christina Jonke - Geboren in Villach, Kindheit in Napplach im Mölltal und Triest, lebt jetzt in Klagenfurt. Nach VS und AHS, Lehre zur ...

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