Familie und Selbständigkeit? Ist das überhaupt miteinander zu vereinbaren? Eine Frage, die sich wohl viele Frauen stellen, wenn es um die Entscheidung geht sich eine eigene Existenz aufzubauen, und die Antwort lautet: Ja, das ist es! Laut dem KfW-Gründungsmonitor 2007 ist in den letzten drei Jahren der Anteil von Frauen bei Gründungen in Deutschland kontinuierlich angestiegen. Mittlerweile liegt dieser bei 40 Prozent.
Problemstellungen vor der Gründung
Vor dem Schritt in die Selbständigkeit sind die Bedenken von Frauen mit Kindern oft besonders groß, denn während sie, wie auch ihre männlichen Kollegen, vor vielen Fragen und Problemen der wirtschaftlichen Existenzgründung stehen, müssen Gründerinnen auch besondere familiäre Schwierigkeiten beachten. Die Kindererziehung sowie der Haushalt bleiben auch in der heutigen Zeit größtenteils in der Verantwortung der Frau. Daher stehen die Zeiteinteilung und die Organisation aller anfallenden Aufgaben an erster Stelle!
Überlegungen zur Behebung der Problemstellungen
Der wichtigste Faktor für den Erfolg einer Gründung ist der Rückhalt der eigenen Familie. Daher muss im Vorfeld geklärt werden, ob die Familie verbindlich und zu 100 Prozent hinter dem Vorhaben steht und einem somit den Rücken stärkt. Und wie sieht es im Notfall mit den Kindern aus? Plötzliche Krankheit und Unterrichtsausfall sind häufige Störfaktoren im Gründeralltag. Daher muss man sich vergewissern, wer die Kinder im Ausnahmefall zuverlässig betreuen kann. Neben den Kindern ist der Haushalt eine zeitaufwändige Aufgabe, deswegen ist zu überlegen, wer welchen Part in der Hausarbeit gewissenhaft übernehmen kann, letztendlich muss Zeit eingespart werden.
Die Zeit – die Entscheidung
Gelassenheit und Ruhe sind auch während der Gründung sowie während der späteren Unternehmensführung unerlässlich. Damit die Zeit einem nicht doch davonrennt, muss man sich darüber informieren, wie viel von ihr genau beansprucht wird und wie die Zeit kalkuliert werden kann. Auf keinen Fall darf das Zeitmanagement unterschätzt werden, das man für einen erfolgreichen Unternehmensstart braucht. Wenn in der Zeitberechnung oder in den Überlegungen zur Problemstellung Defizite auftreten, können diese in die Geschäftsidee mit eingebaut werden. Entscheidend ist sich selbst nicht zu überfordern, genügend Informationen einzuholen und mit ganzen Herzen hinter seiner Familie sowie hinter seiner Geschäftsidee zu stehen.
Kleinst-Gründung oder Team-Gründung
Falls trotz allen vorausgegangen Planungen Zweifel auftreten ob sich alle Aufgaben miteinander vereinbaren lassen ist die Kleinst-Gründung eine Möglichkeit Zeit zu schaffen. Hierbei werden etwa nur vier Arbeitsstunden pro Tag angesetzt man muss jedoch beachten, ob die Unternehmensidee in dieser kurzen Zeit umgesetzt werden kann. Zudem ist es wichtig die laufenden Kosten, sowie die Investitionskosten gering zu halten und sich mit dem Blick in die Zukunft zu vergewissern, die Idee weiter auszubauen.
Eine weitere Alternative ist die Team-Gründung. Die Vorteile: Man ist nicht mehr als Einzelperson für alles verantwortlich und kann sich Aufgaben teilen. Im Gründungsteam vertreten könnten weiter Personen sein, die im privaten Leben stark eingebunden sind. So ist man in der Lage verständnisvoll auf aufkommende Probleme (Kinderbetreuung ) zu reagieren und gemeinsam eine Lösung zu finden (etwa gemeinsame Kinderbetreuung ).
