Die Selbständigkeit ist das Ziel vieler und die Zahl derjenigen, die sich wirklich selbständig machen, ist in den letzten Jahren sehr stark angestiegen. Zum einen sind das Leute, die wirklich einen Traum in Erfüllung gehen lassen. Zum anderen sind es aber auch diejenigen, die aufgrund der schlechten Zeiten auf dem Arbeitsmarkt in der Selbständigkeit ihre einzige Chance sehen, Geld zu verdienen und dazu möglicherweise auch noch finanzielle Unterstützung vom Arbeitsamt nutzen können. Was passiert aber, wenn das Geschäft nicht so läuft, wie man es sich erhofft hat?

Befreiung von der Sozialversicherungspflicht – Chance oder Gefahr?

Als Selbständiger kann man frei entscheiden zwischen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung. Wichtiger ist allerdings die Befreiung von der Pflicht, Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen. Auf den ersten Blick ist das ein riesiger Vorteil, weil man sich die sehr hohen Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung spart. Man sollte dann aber auf jeden Fall eine eigene Altersvorsorge betreiben. Allerdings zahlt man auch keine Arbeitslosenversicherung, was so lange kein Problem ist, bis man von seiner Selbständigkeit nicht mehr leben kann. Da man nicht in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat, darf man auch kein Arbeitslosengeld 1 erwarten, was bei der Fortführung der Selbständigkeit und damit keiner vorhandenen Arbeitslosigkeit sowieso nicht möglich wäre. Aber auch wenn man seine Selbständigkeit aufgibt, das Gewerbe abmeldet und sich arbeitslos meldet, kann man nur das Arbeitslosengeld II beantragen.

Arbeitslosengeld II beziehungsweise Hartz IV bei Selbständigkeit

Egal ob man seine Selbständigkeit ganz aufgibt oder nur zu wenig Geld zum Leben verdient, kann man sich bei der ARGE melden und Arbeitslosengeld II beantragen. Unter dem auch als Hartz IV bekannten Begriff versteht man den Antrag auf Unterstützung, um wenigstens genügend Geld für die Grundabsicherung zu haben, also sich seinen Lebensunterhalt leisten zu können. Um dieses Arbeitslosengeld II zu erhalten, muss man seine finanziellen Verhältnisse offenlegen, um so deutlich zum Ausdruck zu bringen, dass man wirklich auf finanzielle Hilfe angewiesen ist. Zu diesen Angaben gehören neben den monatlichen Einnahmen auch vorhandene Vermögen auf Sparkonten oder sonstigen Geldanlagen und Altersvorsorgeverträgen. Lebt man nicht alleine, müssen auch die Finanzen des Lebensgefährten angegeben werden, die dann auch angerechnet werden. Das Arbeitslosengeld II macht einen ganz sicher nicht reich, es kann einem aber über die Runden helfen, wenn der Erfolg der Selbständigkeit auf sich warten lässt oder vielleicht auch garnicht zustande kommt.

Weitere finanzielle Hilfen für Selbständige

Neben dem Arbeitslosengeld II hat man die Möglichkeit, solang es noch irgendein Einkommen gibt, auch Wohngeld zu beantragen, um damit die Miete zu bezahlen. Besteht kein eigenes Einkommen, bekommt man über das Arbeitslosengeld II Unterstützung zu den Unterkunftskosten. Zudem kann man Zuschüsse zu den Beiträgen zur privaten Krankenversicherung beantragen. Bei der Aufgabe der Selbständigkeit und der somit folgenden Arbeitslosmeldung wird man zudem wieder pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung, sodass die Beiträge zur privaten Krankenversicherung wegfallen und die Beiträge zur Krankenkasse komplett von der ARGE übernommen werden.