Angst ist für Senioren ein schlechter Ratgeber. Ein Schwächeanfall in der Fußgängerzone, Schwindelgefühle beim Waldspaziergang – aus Furcht, es könnte so etwas oder ähnliches passieren, trauen sich viele ältere Menschen immer seltener allein aus dem Haus. Und wer will oder kann schon dauernd jemanden um Begleitung bitten?
Der Rückzug aus dem öffentlichen Leben aber markiert den Anfang eines Weges in eine wachsende Passivität, in mehr Unselbständigkeit, in höhere Abhängigkeit von anderen und oft auch in Einsamkeit. Trägt man aber stets ein Handy bei sich, dann ist rasch Hilfe geholt. Das nimmt die Angst und gibt einem die Grundsicherheit, auch weiterhin mobil und gut unterwegs sein zu können.
Handys unterstützen also Senioren dabei, auch im hohen Alter ihre Eigenständigkeit zu erhalten und sind deshalb in vielen Fällen eine sinnvolle Investition. Doch wie muss ein solches Gerät ausgestattet sein, um ein praktikables Hilfsmittel für Senioren zu sein?
Andere Merkmale sind gefragt
Für die großen Handy-Hersteller war die ältere Generation bislang noch keine besonders interessante Zielgruppe, weshalb sich nur wenige kleinere Unternehmen Gedanken darüber gemacht haben, welche Funktionen und Ausstattungsmerkmale beispielsweise ein Handy für Senioren aufweisen sollte.
Die Form des Gerätes muss ganz den Bedürfnissen von Menschen entsprechen, deren Tastsinn sich verändert: Es sollte also wesentlich größer sein und kompakt: Klappbare Modelle sind ebenso ungeeignet wie solche, die sich aufschieben lassen.
Die Abmessungen eines Mobiltelefons bestimmen schließlich auch die Größe seiner Tasten oder bei Berührungsbildschirmen die des Bedienfeldes. Sind die Tasten ausreichend groß – ebenso ihr Abstand voneinander – und ist der Druckpunkt gut spürbar, dann vertippt man sich auch mit zittriger Hand nur selten.
Für Menschen, deren Sehschärfe abnimmt, ist eine kontrastreiche, große Beschriftung der Funktionstasten ein absolutes Muss. Auf den Berührungsbildschirmen, auch Touchsrceens genannt, fehlt dieser Druckpunkt. Ob außerdem ihr Kontrast genügt und auch im hellen Sonnenlicht noch alles zu erkennen ist, sollte man vor dem Kauf unbedingt draußen testen.
Ausprobiert werden sollte auch, ob der künftige Nutzer den Anrufer auch gut versteht, denn im Alter nimmt das Hörvermögen deutlich ab, viele tragen deshalb auch ein Hörgerät. Die Kombination Handy-Hörgerät kann unangenehme Störgeräusche erzeugen.
Weniger und einfachere Funktionen
Was in jüngeren Jahren noch ein absolutes Muss war – eine Unmenge an Funktionen und Komforteinstellungen – auf das kommt es den meisten Senioren gar nicht an. Für viele ist die Vielfalt so verwirrend, dass sie damit kaum zurechtkommen und das Handy weitgehend ungenutzt bleibt.
Wichtig sind deshalb folgende Grundfunktionen:
- Direktwahltasten oder Kurzwahltasten. Sie ermöglichen es eine eingespeicherte Nummer zu wählen, indem man nur ein oder zwei Tasten drückt.
- Freisprecheinrichtung – möglichst während des Gesprächs zuschaltbar. So lässt sich die Hörqualität bei hohen Umgebungsgeräuschen etwas verbessern.
- Automatische Rufannahme – wichtig z.B. dann, wenn man nicht in der Lage ist, das Handy zu erreichen, nach einem Sturz etwa.
- Notruftaste und GPS-Ortungsfunktion. Hier genügt ein Knopfdruck und Hilfe ist unterwegs. Meist wird dazu ein Vertrag mit einem Service-Center abgeschlossen, dessen Mitarbeiter umgehend die notwendigen Maßnahmen einleiten und außerdem auch hinterlegte medizinische Informationen an den Notarzt weitergeben. GPS funktioniert jedoch nicht in geschlossenen Räumen.
Viel mehr Funktionen als die genannten bieten klassische Seniorenhandys denn auch nicht: Mit dem einen lassen sich zusätzlich noch Kurznachrichten schreiben und empfangen (SMS), mit einem anderen außerdem umfangreiches Telefonbuch anlegen. Worauf es aber wirklich ankommt, das ist eine einfache Menüführung und eine Bedienungsanleitung, die ihren Namen verdient: klar strukturiert und für den Laien einfach und verständlich formuliert.
TIPP: Zusätzliche Sicherheit für Senioren zu Hause - vor allem wenn man alleine lebt - bietet der Hausnotruf .
