
- Sexting per Handy - bei US-Teenies voll im Trend - teaa
Im vergangenen Jahr kursierte der Begriff "Sexting" besonders durch die amerikanischen Medien. Vor allem in den USA konfrontierte Sexting die Sittenwächter mit einem sich immer stärker ausweitenden Massenphänomen im Zeitalter der Kommunikation.
Sexting ist eine Wortneuschöpfung die sich aus den Komponenten "Sex" und "texting" (= schreiben) zusammensetzt und ein in den letzten fünf Jahren stärker werdendes Massenphänomen bei US-Teenagern und Twens zwischen 12 und 24 Jahren beschreibt. Dabei senden Jugendliche per MMS anrüchige Bilder von sich selbst.
USA als Ursprungsland des Sexting
Die USA gelten dabei als Ursprungsland des Sexting. Oftmals weitet sich die Verbreitung von Nacktbildern bei Teenagern bis hin zu Gangbang-Partys aus. Laut Spiegel Online lässt sich hierbei ein Trend von Internetkommunikationsflächen wie Chats und ICQ hin zum Verbreitungsweg als Textnachricht über das Handy beobachten. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten stellt dies längst kein Kavaliersdelikt mehr dar, sondern gilt als sexueller Übergriff und wird daher strafrechtlich in diversen US-Bundestaaten verfolgt.
Juristische Konsequenzen in den USA
In den Vereinigten Staaten gibt es kein einheitliches Jugendstrafgesetz. Dies macht die Lage für verurteilte Teenager prekär, denn in einigen Fällen wird Sexting als sexueller Übergriff gewertet und die Jugendlichen werden strafrechtlich radikal belangt. Die veruteilten Kids können somit auch als Sexualstraftäter in öffentlich einsehbare "Sexualstraftäter Register" aufgenommen werden. In den meisten Fällen sind hohe Geldbußen an der Tagesordnung. Die Weitergabe von Sexting-Nachrichten wird in einigen Staaten auch als Kinderpornographie geahndet.
Marissa Miller ist wohl die berühmteste aller Sexting-"Straftäter". Ihr Bild, das sie als zwölfjährige im weißen BH zeigt, war laut George Skumanick, Staatsanwalt des Bundesstaates Pensylvania, Grund genug, die heute 15-jährige aufgrund der provokativ aufreizenden Pose zu verklagen. 100 Dollar Strafe und eine sechsmonatige Bewährungsstrafe verlangte Skumanick und rief somit eine gesellschaftlich krontoverse Diskussion in den USA hervor.
Amerikanisches Massenphänomen Sexting?
Bei den Ausmaßen des Sextings kommt es vor allem auf das Alter an. Bei den 12- bis 17-Jährigen haben laut des angesehenen Pew-Research-Centers lediglich vier Prozent der Handybenutzer ein Nacktbild von sich verschickt. Immerhin 15 Prozent haben laut des Instituts bereits einmal ein Nacktbild eines Bekannten erhalten. Diese Quoten steigen mit zunehmendem Alter an. So verdoppelt sich die Quote bereits bei den 17-Jährigen, da mit steigendem Alter auch die Quote der sexuell aktiven Menschen zunimmt.
Insgesamt gesehen führen beim Sexting laut der "National Campaign to Prevent Teen and Unplanned Pregnancy" die Mädchen mit 21 gegenüber den 18 Prozent der Jungen, die schon einmal Sexting-Bilder von sich versendet haben sollen. Unklar bleibt bei diesen Angaben, welcher Altersklasse diese Prozentzahlen zuzuordenen sind.
Die drei Arten des Sexting
Soziologen haben drei unterschiedliche Arten des Sextings ausgemacht. Oftmals kann das Versenden von Sex- und Nacktbildern als virtuelles Vorspiel von Paaren, die noch nicht sexuell aktiv geworden sind, gesehen werden. Bei bereits sexuell aktiven Paaren gilt Sexting als Teil des Intimslebens und damit einhergehend als Vertrauensbeweis innerhalb der Beziehung. Jugendliche intensivieren laut der Pew-Studie ihre emotionalen Bindungen und vertiefen dadurch ihre Beziehungen. Ein anderes Szenario versteht den Versand von Sexting-Messages als eine Art Werben um eine romantische Beziehung. Besonders Jungen nutzen in diesem Fall die eigenen Nacktbilder zu Werbezwecken in eigener Sache und verlangen im Gegenzug solche Bilder als Liebesbeweis.
Die Entwicklung des Sexting scheint somit auf die gesellschaftlichen Gewichtungen der Kommunikationstechnologie und die Lockerung der moralischen Sitten und Werte zu reagieren. Besonders zweifelhaft ist hierbei, in wie weit Teenager / Kinder die Ausmaße des Sexting beurteilen können. "Wir waren zwölf. Ich wusste doch nicht mal was provozierend bedeutet", kommentierte Marissa Miller ihre Bilder von damals. Sie ist übrigens im Juni 2009 im Alter von 15 Jahren Mutter geworden.
