Shalako auf DVD

Routinierter Western mit Sean Connery und Brigitte Bardot

Shalako - Universum Film
Shalako - Universum Film
Eine Gruppe europäischer Adliger wird erst von Indianern, dann von Cowboys verfolgt. Haudegen Shalako organisiert die Flucht.

Sean Connery wird wohl immer James Bond bleiben. Ganz egal, wie viele Rollen er im Laufe seines Daseins als Leinwandschauspieler auch übernommen haben mag. Ob als Richard Löwenherz in „Robin Hood – König der Diebe“, als Captain Marko Ramius in „Jagd auf Roter Oktober“ oder als Jim Malone in „Die Unbestechlichen“, stets möchte man ihn in einen Smoking stecken und einen Martini in die Hand drücken.

Sean Connery als verwegener Trapper Shalako im Wilden Westen

Auch in Edward Dmytryks Western „Shalako“ (1968) spielt Sean Connery mal wieder nicht James Bond. Sein typisches James-Bond-Lächeln kann er aber auch hier nicht ablegen. Allerdings ist Sean Connery in diesem Western nicht mal ansatzweise Geheimagent. In „Shalako“ spielt er die titelgebende Figur Moses Zebulon „Shalako“ Carlin, einen Trapper, der im New Mexico des Jahres 1880 treibt, was Trapper eben so treiben: Ein bisschen auf die Jagd gehen, sich den Bart wachsen lassen (dabei ziemlich verwegen dreinschauen) und hin und wieder den Helden mimen.

Brigitte Bardot als Komtess Irina Lazaar

Genau dazu bekommt Shalako sehr schnell Gelegenheit. Eine Gruppe europäische Adliger hat sich in New Mexico eingefunden. Zusammen mit einigen ortskundigen Cowboys sind sie auf Großwildjagd. Als wäre das nicht schon bestialisch genug, handelt es sich bei den adligen Europäern samt und sonders um arrogante Schnösel. Allen voran der preußische Offizier Baron von Hallstatt (Peter van Eyck), der Indianer für „Wilde“ hält. Mit dieser Einstellung begibt man sich in ein Indianerreservat, da scheint der Ärger vorprogrammiert. Als sich die Komtess Irina Lazaar (Brigitte Bardot) von der Gruppe entfernt, wird sie von einem Indianer angegriffen. Shalako ist als Ehrenmann und Retter in der Not natürlich zur Stelle und kann Irina befreien.

Shalako und Irina – Da bahnt sich was an

Unter der Bedingung, dass Shalako die Gruppe aus dem Reservat führt, geben die Indianer freies Geleit bis Sonnenaufgang. Aber was ein Adliger ist, lässt sich von „Wilden“ keine Befehle erteilen. Also versteckt man sich in einem verlassenen Fort und wartet den Angriff ab. Shalako hält diese Taktik zwar für mehr als falsch, trotzdem hilft er dem Adel. Ganz so uneigennützig wie das klingen mag, ist es natürlich nicht. Wie nicht anders zu erwarten, hat Shalako einen begierigen Blick auf die schöne Komtess geworfen. Die ziert sich zwar, aber man ahnt es bereits dunkel: So wird es nicht bleiben.

Die Jäger werden zu Gejagten

Die Indianer können zwar vertrieben werden, aber leider entpuppen sich die mitgereisten Cowboys nicht als freundliche Reiseleiter, sondern als ausgemachte Schurken, die den Adligen nebst Shalako Essen, Pferde und Gewehre klauen. Die Flucht gelingt, doch jetzt werden die Großwildjäger zu Gejagten der Cowboys. So geht es in Shalako immer hin und her. Belagerung reiht sich an Verfolgungsjagd, bis zum unvermeidlichen finalen Showdown.

Routinierter Western

„Shalako“ ist kein ungewöhnlicher Western. Epische Landschaftsaufnahmen, lange Kameraeinstellungen und eine routiniert inszenierte Story schaffen eine stimmige Westernatmosphäre. Das ist in jedem Fall unterhaltend, ohne überraschend zu sein. Im Protestjahr 1968 atmet „Shalako“ eher den Geist der Evolution. Brigitte Bardot und Sean Connery gibt es als Extra obendrauf, während die DVD ansonsten recht sparsam in der Ausstattung ist. Weder Originalton noch Untertitel.

Shalako. GB: 1968.Regie: Edward Dmytryk. Darsteller: Sean Connery, Brigitte Bardot, Stephen Boyd, Peter van Eyck. Länge: 103 Minuten. FSK: 16.

Martin Höche, Martin Höche

Martin Höche - Martin Höche hat als Journalist für das Interviewportal Planet-Interview gearbeitet und Beiträge in verschiedenen deutschen ...

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