Shame - Michael Fassbender und Carey Mulligan in Kino-Drama

Shame - Steve McQueen - 2011 - Filmplakat - Prokino
Shame - Steve McQueen - 2011 - Filmplakat - Prokino
Ab dem 1. März 2012 zeigt Fassbender, warum er für den Golden Globe nominiert wurde. Mit dabei im Film von Hunger-Regisseur Steve McQueen: Carey Mulligan.

Mit "Hunger" hat Regisseur Steve McQueen ein großartiges, bedrückendes Drama geschaffen, das Hauptdarsteller Michael Fassbender zum Geheimstar machte. Drei Jahre später arbeiten die beiden wieder zusammen. Ihr neuer Film "Shame" ist ebenfalls ein Drama, das jedoch auf andere Weise bedrückt als "Hunger" und dazu allerhand Erotik und Sex zu bieten hat. Für seine Darstellung des Hauptcharakters erhielt Fassbender eine Nominierung für den Golden Globe sowie zahlreiche Kritikerpreise. "Shame" läuft ab 1. März 2012 in Deutschland im Kino.

"Shame" - Die Handlung des Michael-Fassbender-Dramas

Brandon Sullivan (Michael Fassbender) lebt ziemlich trostlos durch den Alltag und beschäftigt sich primär sowohl in der Freizeit, wie auch in der Arbeitszeit mit seiner Überhand nehmenden Sexsucht. Ständig wechselnde Geschlechtspartner, Dauerbesuche von Prostituierten und ein PC voller schmutziger Fotos und Videos sind die Folge. Brandons Leben wird gehörig auf den Kopf gestellt, als seine eigenwillige Schwester Sissy (Carey Mulligan) bei ihm einzieht. Während sich Sissy auf Brandons Chef (James Badge Dale) einlässt, findet Brandon seinerseits großen Gefallen an einer Kollegin (Nicole Beharie).

Steve McQueen - Regisseur von "Shame" und "Hunger"

Zwei Filme, zwei beeindruckende und bedrückende Dramen. Mehr hat Steve McQueen, der Londoner mit Jahrgang 1969, noch nicht inszeniert, dank der Intensität seiner beiden bisherigen Filme hat er sich jedoch bereits einen Namen als Regisseur und Autor seiner Filme gemacht. Bereits sein Debütfilm "Hunger" über einen Hungerstreik in einem Gefängnis wurde von Kritikern sehr umjubelt, es gab zudem einen BAFTA als bester Regie-Newcomer und eine BAFTA-Nominierung für den besten britischen Film. Hauptdarsteller Michael Fassbender wurde durch "Hunger" zum Indy-Star, weshalb er sich nun für McQueens zweiten Film wieder mit diesem zusammen schloss - mit ähnlichem Ertrag: "Shame" lief bei den Filmfestspielen von Venedig und erhielt den Fipresci-Kritikerpreis, Fassbender selbst unter anderem die Coppa Volpi sowie eine Nominierung für den Golden Globe als bester Schauspieler. 2013 gibt es den nächsten, dritten McQueen-Film, das Sklaven-Drama "Twelve Years a Slave", das im 19. Jahrhundert spielt. Wieder mit dabei ist Fassbender, dazu unter anderem Megastar Brad Pitt.

Michael Fassbender - Von "Inglourious Basterds" über "X-Men" zu "Shame"

Der 1977 im baden-württembergischen Heidelberg geborene Michael Fassbender mit deutschen und irischen Elternteilen, steht seit 2001 vor der Kamera und hat sich in den letzten Jahren zu einem von Kritikern und Fans umjubelten Star gemausert. Begonnen mit Serien wie "Hearts and Bones", "Band of Brothers" (2001), "Murphys Gesetz" (2005) und "Hex" (2004-2005) sowie Filmen wie "Sherlock Holmes - Der Seidenstrumpfmörder" (2004) erhielt Fassbender erstmals große Aufmerksamkeit für seine Rolle als Stelios in "300" (2006), den Indy-Durchbruch schaffte er mit "Hunger" (2008). Es folgte unter anderem der Indy-Hit "Fish Tank" (2009), bevor Kult-Regisseur Quentin Tarantino ihm mit "Inglourious Basterds" (2009) eine Riesenchance gab, die Fassbender sofort nutzte. Es folgten die Hauptrolle in "Centurion" (2010) sowie unter anderem "Jane Eyre" (2011), ehe Fassbender als Erik Lensherr alias Magneto in "X-Men - Erste Entscheidung" (2011) seinen ersten Blockbuster-Auftritt hatte. Zuletzt wirkte Fassbender, der schon zahlreiche Preise in Großbritannien gewann und für "Shame" unter anderem eine Golden-Globe-Nominierung erhielt, als Carl Gustav Jung im Cronenberg-Film "Eine dunkle Begierde" und im Soderbergh-Streifen "Haywire" (2011) mit, demnächst folgt das Alien-Prequel "Prometheus" (2012) und "Twelve Years a Slave" (2013), erneut unter Regisseur und Autor Steve McQueen.

Carey Mulligan, James Badge Dale und Nicole Beharie in "Shame"

Die 1985 geborene Londonerin Carey Mulligan liefert in "Shame" eine ähnlich klasse Darstellung ab wie Hauptdarsteller Fassbender. Mulligan steht erst seit 2005 vor der Kamera, wirkt aber bereits wie ein alter Hase. Mulligan begann mit der Roman-Verfilmung "Stolz & Vorurteil" (2005), es folgten zahlreiche TV-Serien wie "Bleak House" (2005) sowie Filme wie "Die Zeit, die uns noch bleibt" (2007) und "Zeit der Trauer" (2009), ehe mit "An Education" (2009) der große Durchbruch gelang, der ihr unter anderem eine Oscar-Nominierung einbrachte. Es folgten "Public Enemies" (2009), "Brothers" (2009), "Wall Street: Geld schläft nicht" (2010), "Alles, was wir geben mussten" (2010) und "Drive" (2011), im Jahr 2012 steht sie für "The Great Gatsby" vor der Kamera. In "Shame" spielt Carey Mulligan unter anderem mit James Badge Dale ("24", "Departed", "The Pacific") und Nicole Beharie ("American Violet", "Nie mehr ohne Dich", "Die Sünden der Mütter").

Film-Kritik - Drama "Shame" mit Michael Fassbender und Carey Mulligan

"Shame" = "Scham" lautet der Titel des neuesten Steve-McQueen-Films. Genau das sollte man als Zuschauer definitv nicht haben, denn es dauert nicht lange, bis Hauptdarsteller Michael Fassbender splitternackt vor der Kamera herumläuft, sein Genital fröhlich, aber vom Beischlaf erschöpft, durch die Gegend baumelnd. Sex ist das Hauptthema des von ihm gespielten Charakters, ständig gibt es Sexszenen mit allerhand Penissen und nackten Brüsten zu sehen, Gestöhne zu hören. Zum Pornofilm mutiert "Shame" jedoch glücklicherweise nicht, da vor allem anderen die Gefühlswelt des gequälten Protagonisten steht, der mit seiner Sexsucht nun wirklich gar nicht zufrieden ist, sondern einfach gelernt hat, mit diesem Laster zu leben. Die Gefühlswelt jedoch ist durch das scheinbar pausenlose Herumgevögel und der fehlenden, wirklichen, emotionalen Nähe zu anderen Menschen völlig verkümmert, was sich erst so richtig zeigt, als die emotionale Schwester einzieht. Fassbender und Carey Mulligan spielen großartig wie immer und tragen den Film, der zur Charakterstudie wird, aus darstellerischer Sicht vollkommen alleine. Und es ist gut, dass derart klasse Darsteller gewählt wurden, denn bei weniger talentierten Schauspielern wäre die Effektivität des Films eine deutlich geringere gewesen. So jedoch ist "Shame" ein gefühlvolles Drama, das von den Leistungen seiner Schauspieler profitiert und mit viel Ruhe in die geschundene Gefühlswelt der Hauptfigur blicken lässt. Und darüber hinaus auf die hübschen nackten Körper von Fassbender, Mulligan und zahlreichen anderen Personen, die als Sex-Statisten durchs Bild bzw. Bett huschen. Auf den dritten Film von Steve McQueen, "Twelve Years a Slave" im Jahr 2013 mit Fassbender und Brad Pitt, darf man sich jedenfalls schon mal freuen.

Filmangaben

  • Titel: Shame
  • Originaltitel: Shame
  • Land, Jahr: Großbritannien, 2011
  • Genre: Drama
  • Regie: Steve McQueen
  • Drehbuch: Abi Morgan, Steve McQueen
  • Darsteller: Michael Fassbender, Carey Mulligan, James Badge Dale, Nicole Beharie
  • Laufzeit: 101 Minuten
  • FSK-Freigabe: noch ungeprüft
  • Kinostart: 1. März 2012

Quellen

Mathias Wagner, Christine Wagner

Mathias Wagner - Ich bin seit dem 23. April 2010 Mitglied von Suite101 und weiß inzwischen die Möglichkeiten zu schätzen, die mir dieses ...

rss