
- Farbenfrohes Sibiu - Rumänisches Fremdenverkahrsamt
Sibiu, das alte Hermannstadt ist eine Stadt im Aufbruch. Zusammen mit Luxemburg wurde Hermannstadt 2007 Europäische Kulturhauptstadt. Unter dem Motto „Eine Stadt mit vielen Kulturen, Sprachen und Religionen“ zeigt die Stadt Sibiu am Fluss Zibin mit einem bunten Kultur-Programm wie ein harmonisches Miteinander unterschiedlicher ethnischer Gruppen möglich ist.
Bewegte Geschichte
So fröhlich bunt die Stadt heute wirkt, so bunt bewegt ist auch ihre Geschichte. Mitte des 12. Jahrhunderts wurde sie von deutschen Siedlern aus der Rhein-Mosel-Region gegründet. Trotz Bedrohung und Zerstörung durch Tartaren, Türken und Österreicher entwickelte sie sich im 14. Jahrhundert zu einem wichtigen Handelszentrum. Traurige Berühmtheit erlangte Sibiu im September 1916. Hier fand während des Ersten Weltkrieges die erste große Schlacht an der Ostfront zwischen dem rumänischen und dem österreich-ungarischen Heer statt. Nach dem Krieg kam das hauptsächlich von Deutschen bewohnte Hermannstadt zu Rumänien.
Stärke haben die Einwohner Sibius auch im Kampf gegen die kommunistische Diktatur Nicolae Ceausescus bewiesen. Für die Freiheit in Rumänien erhoben sich die Hermannstädter 1989 während der Dezemberrevolution vier Tage nach der Stadt Temeswar/Timisoara. Der Kampf gegen den kommunistischen Terror kostete 91 Menschen das Leben, seitdem gilt Sibiu als „Märtyrerstadt“.
Sibiu heute
Überall in der Stadt sind heute wieder zweisprachige Straßenschilder und Haustafeln zu sehen, obwohl nur noch etwa 2000 der rund 170.000 Einwohner Deutsche sind. Doch das Erbe wird auch von der rumänischen Bevölkerung weitergeführt: Die deutschsprachigen Schulen werden zu 90 Prozent von Schülern besucht, deren Muttersprache Rumänisch ist. Und 2004 wurde mit einer überwältigenden Mehrheit von 90 Prozent der Stimmen der Deutsche Klaus Johannis als Bürgermeister wieder gewählt.
Schon in seiner ersten Amtszeit nämlich begann sich Sibiu zur einer Boomtown zu entwickeln. Johannis schaffte die Quadratur des Kreises, lockte deutsche Großinvestoren an und beschaffte europäische Fördermittel. Vom Status einer Kulturhauptstadt verspricht er sich einen weiteren Schub für die Stadt, vor allem im Tourismusbereich. Nicht nur die Zahl der 200 000 Touristen jährlich hofft er bald zu verdoppeln. Wenn Hermannstadt in der EU sichtbarer wird, erwartet der Bürgermeister auch eine mittelfristige Korrektur des Rumänienbildes.
Verschont vom kommunistischen Regime und den zwei Weltkriegen hat sich Sibiu mit seiner Altstadt ein ganz besonderes Flair erhalten können. Hermannstadt ist eine der schönsten und am besten erhaltenen mittelalterlichen Städte Rumäniens und Europas. Das historische Zentrum bildet der Große Ring, ein imposanter Platz, umgeben von bedeutenden Gebäuden aller Epochen von der Renaissance bis zur Gründerzeit. Wo früher öffentliche Hinrichtungen stattfanden, blicken heute die „Augen der Stadt“ auf den Besucher. So werden die Dachfenster der Häuser genannt, die den Betrachter hier besonders eindrucksvoll „anschauen“ sollen.
Mittelalterlicher Stadtkern
Aus dem mittelalterlichen Stadtkern ragt die Evangelische Kirche aus dem 14. Jahrhundert mit ihren berühmten Türmen, dem Ratsturm, dem Sagstiegenturm, dem Torturm und dem Zimmermannsturm heraus.
Weitere Sehenswürdigkeiten, die man nicht verpassen sollte sind das Alte Rathaus, das Blaue Stadthaus, die Franziskanerkirche, die Kreuzkapelle, die Lügenbrücke und die Reste der alten Stadtmauer mit den vier erhaltenen Türmen.
In Sibiu befinden sich eine ganze Reihe interessanter Museen. So findet sich im Apothekenmuseum eine große Sammlung des Homöopathie-Begründers Samuel Hahnemann, der in Hermannstadt gelebt und gearbeitet hat. Er war der Leibarzt des Barons Samuel von Brukenthal, der Sibiu ein wunderschönes Barock-Palais hinterlassen hat. Hier befindet sich heute eine große Gemäldeausstellung mit rund 1200 Werken europäischer Maler aus vier Jahrhunderten. Eine Sammlung rumänischer Kunst mit Gemälden, Grafiken, Skulpturen, Möbeln und Porzellan vom 7. Jahrhundert bis heute gibt Einblicke in das Siebenbürger Leben damals und heute. Geschichte zum Anfassen bietet das Astramuseum, das vier Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegt. Auf einer Fläche von 100 Hektar sind dort 120 Gehöfte zu sehen, die ländliche Architektur und Technik zeigen. Regelmäßig stattfindende Handwerkermärkte, Lager für künstlerisch begabte Kinder und Folkloredarbietungen lassen frühere Zeiten lebendig werden.
Weitere lohnende Urlaubsziele in Rumänien sind die Schwarzmeerküste und das Donaudelta.
