
- Nemi Shirt - Sven Fauth / Nemi©Lise, distr. iblis@nemi.no
Als Siebdruck wird ein Druckverfahren bezeichnet, bei dem durch ein feinmaschiges Sieb Farbe auf das zu bedruckende Medium gedruckt wird. Der Rahmen besteht aus Holz oder Aluminium und das textile Gewebe des Siebes kann verschiedene Maschengrößen aufweisen (zum Beispiel 38, 64 oder 140 Fäden pro Zentimeter). Aufgrund der unterschiedlichen Gewebefeinheiten kann der Farbauftrag variiert werden.
Beschichtung des Siebes
Dieses feinmaschige Gewebe wird mit einer lichtempfindlichen Schicht dünn bestrichen. Die sogenannte Kopierschicht wird dabei in eine Beschichtungsrinne gefüllt und diese von unten nach oben mit leichtem Druck gegen das senkrecht gehaltene Sieb geführt. Durch diesen Vorgang werden die Siebgewebemaschen mit der Kopierschicht gefüllt. Anschließend muß das Sieb umgehend in eine lichtgeschützte Umgebung (Dunkelschrank) mit der Druckseite nach unten ungefähr 24 Stunden lang getrocknet werden.
Belichtung des Siebes
Das Motiv ist am besten als schwarz-weiß Negativ auf Folie zu drucken und zur Sicherheit sollten zwei identische Folien übereinandergelegt und fixiert werden, um zu gewährleisten, daß die schwarzen Bereiche kein Licht durchlassen. Wichtig dabei ist, daß das Motiv keine Grauabstufungen enthält, sondern ausschließlich schwarze und transparente Stellen aufweist.
Das zu druckende Motiv wird auf einen sogenannten Lichttisch gelegt, der bis dahin noch ausgeschaltet ist. Das Sieb wird nun mit der Druckseite nach unten auf das Motiv gelegt, dabei sollte der Raum nach Möglichkeit abgedunkelt sein. Die Belichtungsdauer sollte ungefähr 20 Minuten betragen.
Die schwarzen Stellen der Folie verhindern den Lichteinfall bei der Belichtung des Siebes. Die Stellen des Siebes, die mit der lichtempfindlichen Schicht bestrichen wurden und nun dem Licht ausgesetzt sind werden verschlossen. Nach dem Belichten läßt sich der Bereich der Beschichtung, der das zu bedruckende Motiv darstellt vorsichtig abwaschen.
Der Druckvorgang
Nach dem Trocknungsvorgang wird das Sieb auf das zu bedruckende Material (zum Beispiel Papier oder Textilien) aufgelegt. Beim Textildruck bietet es sich an, das zu bedruckende Objekt mittels eines Spezialsprühklebers an der Unterlage für den nachfolgenden Druckvorgang zu befestigen.
Nun wird eine für das Motiv geeignete Farbe in der erforderlichen Menge vor das Motiv auf das Sieb gegeben. Mit einer sogenannten Rakel (Abstreichholz) wird die Farbe vorsichtig gleichmäßig über die Stellen des Siebes verteilt, die gedruckt werden sollen. Nun wird das Sieb heruntergedrückt und mit Hilfe des Rakels wird die aufgetragene Farbe durch die offenen Maschen des Siebes gleichmäßig in einer Richtung mit Druck auf das darunterliegende zu bedruckende Medium aufgetragen. Nun ist das Motiv bedruckt und sollte trocknen und am besten mit einem Bügeleisen fixiert werden.
Die Reinigung des Siebes
Nun erfolgt der langwierige Prozess der Siebreinigung, um das Sieb auch für neue Motive nutzen zu können. Dabei wird eine Entschichtungsemulsion mittels eines Schwammes beidseitig auf das Sieb aufgetragen und in eine „Dusche“ gestellt. Nach einer kurzen Einwirkungsphase kann das Sieb mit Hilfe eines Hochdruckreinigers zumeist problemlos gereinigt werden.
