
- Lernen - sxc
Die Methoden zum effektiven Lernen funktionieren unabhängig von der rechten Gehirnhälfte, das für die Kreativität und künstlerische Fähigkeiten zuständig ist. Hier arbeitet die linke Gehirnhälfte, die die Logik steuert. Um den zu lernenden Stoff zu bewältigen und mit geringst möglichen Anstrengungen zu Erfolg zu kommen, helfen folgende Tipps:
Trick 1: der optimale Lern-Rhythmus
Die Leistungsfähigkeit des Gehirns ändert sich mit der Tageszeit. Man kann sich zu bestimmten Tages- oder Nachtzeiten besser erinnern, was mit dem biologischen 24-Stunden-Rhythmus zusammenhängt. Allerdings ist dieser bei jedem Menschen verschieden. Man kann aber seine von den Tageszeiten abhängige Leistungsfähigkeit durch Experimentieren herausfinden, also Lerngewohnheiten und entsprechende Erfolge beobachten. Wenn möglich, sollte man jeden Tag eine Stunde lernen. Dies ist zwar oft schwierig, da für Prüfungen Deadlines einzuhalten sind und häufig eine Art Power-Learning bevorzugt wird. 1978 wurde aber in Forschungen herausgefunden, dass Personen, die jeden Tag eine Stunde lernten, doppelt so schnell lernten wie die, die zweimal zwei Stunden lernten.
Ein Rhythmus von zehn Minuten Lernen und fünf Minuten Wiederholung ist optimal. Die Lernperioden sollten gleich lang sein. Es sollte auf keinen Fall zwischen kurzen und langen gewechselt werden. Wiederholen bedeutet, alles noch einmal durchzulesen und sich dabei auf das Wichtigste zu konzentrieren. Außerdem fand der Psychologe Henri Pieron heraus, dass die Merkfähigkeit steigt, wenn jede halbe Stunde eine Pause von ungefähr fünf Minuten eingelegt wird. Dabei ist es wichtig, dass sich die Art der Pause völlig vom Lernen unterscheidet und entspannend und anspruchslos ist. Gerade in Stresssituationen ist Entspannung wichtig. Bequem sitzen, tief durchatmen und die Muskeln lockern.
Trick 2: richtig essen
Zwischen der Nahrungsaufnahme und dem Gedächtnis besteht ein klarer Zusammenhang. Der Blutzucker, also der Zuckeranteil im Blut, steigt nach dem Essen und fällt bei Hunger. Ein zu niedriger Blutzuckerspiegel lässt die Konzentrationsfähigkeit sinken und ermöglicht keine volle Leistung des Gedächtnisses. Jedoch spielt auch eine entscheidende Rolle, wann, wie viel und was man isst. Plötzliche Anstiege des Blutzuckers veranlassen den Körper, Insulin zu produzieren, welches den Zucker aus dem Blut wieder verschwinden lässt. Es sollte nichts gegessen werden, was raffinierten Zucker enthält. Er lässt den Blutzuckerspiegel ebenso schnell ansteigen, wie er ihn sinken lässt. Daher sind besonders Früchte und Protein-Snacks, also Erdnüsse, Sojaprodukte, Linsen, Fleisch, Geflügel und Fisch empfehlenswert.
Trick 3: Sauerstoff fürs Gehirn
Oberstes Gebot ist hier: nicht rauchen! Es ist erwiesen worden, dass Raucher um 24 Prozent schlechter im Erinnern sind als Nichtraucher. Die Länge der merkbaren Zeit wird gravierend durch das Rauchen verkürzt, da die Sauerstoffversorgung des Gehirns durch das Rauchen verringert wird, wodurch es weniger leistet. Das Gehirn verbraucht im Übrigen 20 Prozent des gesamten Sauerstoffvorrats des Körpers. Wer außerdem Bewegung in seinen Zeitplan integriert, beschleunigt die Abrufzeit von Erinnerungen. Die vorteilhafte Wirkung von Bewegung hängt ebenfalls mit der Sauerstoffversorgung des Gehirns zusammen. Jedoch sind damit keine Ausdauerübungen oder Muskeltraining gemeint, sondern leichtes Gehen und aktiv bleiben. Besonders unmittelbar vor einer Prüfung sollte sich bewegt werden, wenn die Informationen abrufbar sein müssen.
Trick 4: viel schlafen
Man sollte nicht lernen, wenn man müde ist, das klingt logisch. Aber wie stark Müdigkeit tatsächlich die Konzentration verschlechtert, ist den Wenigsten klar. Das Erinnerungsvermögen sinkt rapide. Bevor man sich in kritischen Situationen zum Lernen zwingen will, lieber eine kurze Schlafeinheit einlegen. Kaum zu glauben, aber Ausschlafen zählt sogar generell zur guten Lernstrategie. Es ist nachgewiesen, dass zwischen dem Gedächtnis und den Träumen eine Verbindung besteht. In der Traumphase verarbeitet das Gedächtnis die Informationen des Tages. Ob jemand träumt, lässt sich an den schnellen Augenbewegungen erkennen, wie sie sie bei Katzen und Hunden oder einer anderen schlafenden Person beobachten lassen. Ein leichtes Flackern der Augenlider ist erkennbar. Die erste Traumphase setzt nach anderthalbstündigem Schlaf ein und dauert zwischen zehn und fünfzehn Minuten. Im Laufe des Schlafs werden Traumperioden immer länger. Die meisten Träume hat man also am Morgen vor dem Aufwachen. So kann einem das frühe Aufstehen zwar Stunden für Lernzeit verschaffen, jedoch geht das auf Kosten der Merkfähigkeit.
Trick 5: den Lernstoff sortieren
Der Lernstoff scheint unmöglich zu bewältigen und überall türmen sich die Blätter und Informationen. Als erster Schritt sollte der Lernstoff daher geordnet, die Informationen sortiert und die Menge der Materialien in kleinere Portionen geteilt werden. Allein durch das Ordnen des Lernmaterials wird dieses ins Langzeitgedächtnis verschoben. Der kanadische Psychologe Dr. Endel Tulving teilte Studenten in zwei Gruppen und gab ihnen 100 Wörterkärtchen. Eine Gruppe sollte sich die Wörter innerhalb einer bestimmten Zeit merken, die andere Gruppe sollte diese in derselben Zeit nach Begriffsklassen sortieren. In einem anschließenden Test stellte sich heraus, dass diejenigen, die lediglich sortiert hatten, sich an genauso viele Wörter erinnerten, wie diejenigen, die gepaukt hatten.
Trick 6: Fehler machen und sich drüber freuen
Die Gesellschaft um uns herum ist sehr erfolgsorientiert, weshalb Fehler schnell als Misserfolge abgebucht werden. Dabei sind es gerade die Fehler und das Bemerken dieser wichtig für den Weg zum Lernerfolg. Je größer die Möglichkeit, Fehler zu machen, desto höher die Erfolgsquote. Die inkorrekte Information wird als Fehler im Gedächtnis abgespeichert und beim nächsten Mal automatisch korrigiert.
Trick 7: auf eine Sache konzentrieren und sich selbst testen
Die Merkfähigkeit des Menschen leidet unter der Quantität des Lernstoffes. Auch wenn sich die Menge des Stoffes nicht immer aussuchen lässt, so ist es wichtig, sich einen Punkt nach dem anderen vorzunehmen und in mehreren kleineren Sitzungen zu erledigen. Dabei ist es wichtig, den Stoff nicht nur passiv zu lesen, sondern sich selbst Fragen zu stellen und zu versuchen, diese zu beantworten. Das hilft nicht nur dabei, sich die Informationen durch Wiederholung einzuprägen, sondern lenkt auch die eigene Aufmerksamkeit auf die wesentlichen Informationen und hilft beim Verständnis.
Quellen: Brennan, Herbie: Think big! , Ueberreuter (1999)
