Siegen – eine moderne Universitätsstadt

Früher dominierte der Bergbau am Rande des Rothaargebirges

Geschichtlich prägten Prinzen und Grafen sowie der Bergbau und das Hüttenwesen die Stadt. Siegen ist heute eine junge Universitätsstadt

Siegen hat das Wintersportparadies Siegerland-Wittgenstein vor der Haustür, und liegt zudem sehr verkehrsgünstig im Dreieck Köln, Dortmund und Frankfurt. Trennen Frankfurt und Siegen 121 km, liegen zwischen Dortmund und Siegen 99 km. Zwischen Köln und Siegen besteht mit 90 km die kürzeste Entfernung. Mit dem Zug benötigt man etwas über eine Stunde. Damit ist man heute auch schneller in Siegen, als zur Zeit der Deutz-Gießener-Eisenbahn. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Strecke von der Cöln-Mindener Eisenbahn geplant. Sie sollte von Deutz (heute Köln-Deutz) über 183 km durch schwer bebaubares Gelände nach Gießen führen. Zu der im Januar 1862 eröffneten Strecke gehörte auch die Strecke von Betzdorf nach Siegen. Im Südwestfälischen Eisenbahnmuseum in Siegen kann man sich die Geschichte dieses wichtigen Transportmittels ansehen.

Vom 13. Jahrhundert bis zum 2. Weltkrieg

Als der Kölner Erzbischof Engelbert I. 1224 dem Grafen von Nassau, Heinrich dem Reichen, die Hälfte der Stadt Siegen übertrug, thronte schon oben auf dem Siegberg eine Burganlage, die seit dem 18. Jahrhundert „Oberes Schloss“ genannt wird. In der ehemaligen Stammburg der Nassauer befindet sich das Siegerlandmuseum, das Regionalmuseum für Kunst und Kulturgeschichte. Neben Portraitsammlungen der Nassauer und Oranier befinden sich hier Gemälde des 1577 in Siegen geborenen Barockmalers Peter Paul Rubens. Im Dachgeschoss vermittelt die Ausstellung eine Vorstellung davon, wie man im 19. Jahrhundert in der Region gelebt hat.

Im 16. Jahrhundert war die Stadt von einer großen Stadtmauer mit 16 Türmen umgeben. Durch drei Stadttore gelangte man ins Innere. Dort befanden sich Häuser, die überwiegend Strohdächer trugen. Das führte mehrmals zu schrecklichen Verwüstungen nach Bränden. Damals lebten die Menschen von der Landwirtschaft und vom ältesten Wirtschaftszweig, der Siegen Wohlstand brachte: dem Bergbau. Das Besucherbergwerk Reinhold-Foster-Erbstollen in Siegen-Eiserfeld von 1805 vermittelt ein wenig von der stolzen Geschichte, und auch im Schlosshof des Oberen Schlosses demonstriert ein Schaubergwerk den Besuchern bergmännische Arbeit im Siegerland. Durch die Industrialisierung wurde immer mehr Eisenerz benötigt. So entwickelte sich die Region zu einem der bedeutendsten Zentren des Eisenerzabbaus und der Weiterverarbeitung. Das erklärt auch, warum in den letzten beiden Kriegsjahren die Stadt fast vollständig zerstört wurde.

Siegen – die moderne Universitätsstadt

Heute leben in der jungen Universitätsstadt Siegen, die in Unter- und Oberstadt geteilt ist, rund 104.000 Menschen. Aber für annähernd das Fünffache ist Siegen die Einkaufsmetropole in Südwestfalen. Hier gibt es in der Altstadt Fachgeschäfte oder alles unter einem Dach wie in den Shopping-Malls sowie zahlreiche Cafés, Kneipen und Restaurants. Über 11.000 Studenten haben sich an der Universität eingeschrieben. Dort können sie zwischen 12 Fachbereichen und 39 Studiengängen wählen. Kultur und Sport hat in Siegen auch einen großen Stellenwert und bietet ein entsprechendes Angebot. Größere Veranstaltungen bis zu 4.200 Besuchern finden in der Siegerlandhalle statt. Neben Musicalaufführungen treten auch Comedians wie der Kölner Ralf Schmitz auf, oder es finden Veranstaltungen statt, die man auch in der Kölner LANXESS arena findet, wie beispielsweise Helene Fischer, Semino Rossi, Atze Schröder oder die Höhner. Jährlich werden Veranstaltungen wie die traditionelle Kirmes Johannismarkt (Juni), das Rubensfest (Juli) oder der Christopher Street Day (August) durchgeführt.

Sportlich hat sich Fußball überregionale Beachtung erworben. Die Herrenmannschaft der Sportfreunde Siegen ist ein Traditionsverein, der derzeit zusammen mit einem anderen Traditionsverein, Fortuna Köln, fünftklassig in der NRW-Liga spielt. Beide Teams haben schon bessere Zeiten gesehen. Die Frauenmannschaft TSV Siegen war zwischen 1986 und 1996 das beste Frauenteam Deutschlands.

Sie wurden 6 x Deutscher Meister und 5 x DFB-Pokalsieger. Spielerinnen wie Silvia Neid (heute Bundestrainerin), Doris Fitschen (DFB-Managerin), Silke Rottenberg (ehemalige Nationaltorfrau), Martina Voss-Tecklenburg (Trainerin des Erstligisten FCR 2001 Duisburg), Bettina Wiegmann (Ehrenspielführerin) und Sandra Minnert spielten für den TSV Siegen.

Die kleine Stadt Siegen gehört mit ihrer Einwohnerzahl zu den großen Städten in Nordrhein-Westfalen. Ihre grüne Umgebung macht sie lebenswert. Im Winter bietet die angrenzende Winterlandschaft Siegerland-Wittgenstein eine Vielzahl an Wintersportmöglichkeiten. Von Schneewandern über Rodeln bis hin zu Ski alpin und Ski nordisch, für jeden Geschmack ist etwas dabei!