Wenn am Samstag der 1.FC Nürnberg und der 1.FC Köln im Easy-Credit-Stadion zum 24. mal in einem Erstligaduell in Nürnberg aufeinander treffen, geht es für beide Teams darum, den Abstand zu den Abstiegsrängen zu vergrößern. Dass der Erfolg der letzten Saison, der FCN belegte in der Abschlusstabelle Platz sechs, in Folge des Weggangs wichtiger Spieler kaum zu wiederholen sei, hatte Nürnbergs Trainer Dieter Hecking früh in der Saison angemerkt. Als Zielvorgabe galt, "nicht in den Abstiegssog zu geraten." In Köln sollte nach der besten Platzierung der letzten zehn Jahre in der vergangenen Saison endgültig das obere Tabellendrittel in Angriff genommen werden. Die Realität sieht anders aus. Erneut geht es darum, Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln.
Kann Köln den Angriff abwehren?
Für die Geißböcke ist die Ausgangssituation nicht neu. So galt es in den beiden letzten Partien gegen einen Gegner zu bestehen, der in der Tabelle nur knapp hinter ihnen stand und im Falle des Erfolgs an ihnen vorbei ziehen würden. Der erste Angriff wurde bekanntlich nach 22-jähriger Durststrecke mit einem etwas glücklichen Sieg auf dem Betzenberg abgewehrt. Gegen den Hamburger SV lud man die Gäste mit einer für ein Heimspiel nur schwer nachvollziehbaren ängstlichen Defensivtaktik ein, die drei Punkte zu entführen. Dass Guerreros Siegtor erst kurz vor dem Abpfiff fiel, war lediglich der schlechten Chancenverwertung der Hanseaten zuzuschreiben. Kölns Mittelfeldakteur Martin Lanig hatte mit seiner Aussage nach dem Spiel großen Anspruch auf Exklusivität: "Wenn wir das erste Tor schießen, gewinnen wir."
Brecko und Riether sorgten für Wirbel
Das Geschehen rund um das Geißbockheim im Verlauf der vergangene Woche als ruhig zu bezeichnen, käme der Einschätzung gleich, Griechenland stünde kurz vor der Sanierung des Staatshaushalts. Dass Miso Brecko nach der FC-Karnevalssitzung frei nach dem Kölner Karnevalshit von Marie-Luise Nikuta "Mir d'r Straßebahn noh Hus" fahren wollte, dabei aber vergaß, vorher aus seinem PKW in die KVB umzusteigen, wurde vom FC-Management sanktioniert. Eine heftige Auseinandersetzung zwischen Co-Trainer Bard Wiggen und Sascha Riether bei einer Trainingseinheit machte deutlich, dass es unter der Decke heftig qualmt. FC-Coach Stale Solbakken äußerte dazu im Verlauf der turnusmäßigen Pressekonferenz, dass Brecko wieder im Kader sei und keine sportlichen Sanktionen erfolgen würden. Sascha Riether habe sich für seine Reaktion entschuldigt, die im "heat of the moment" geschehen sei.
Solbakken will Sechs-Punkte-Spiel gewinnen
"Für uns ist es ein Sechs-Punkte-Spiel", fokussierte Solbakken die Konzentration auf einen "Sieg in Nürnberg gegen eine Mannschaft in der gleichen Position". Dabei rechnet er damit, dass Kölns Angreifer Milivoje Novakovic nach seiner langen Verletzungspause nun genügend Spielpraxis gesammelt hat und in seinem 100. Bundesligaspiel treffen wird: "Es ist nur eine Frage der Zeit, dass Nova das erste Tor schießt." Die Startaufstellung wird gegenüber dem HSV-Spiel lediglich auf einer Position verändert. Für den verletzten Ammar Jemal wird Miso Brecko in der Abwehr auflaufen. Solbakken erwartet ein kampfbetontes Spiel, sieht die Nürnberger als "eine physisch sehr starke Mannschaft", gegen die man selbst zweikampfstark agieren muss, um zum Erfolg zu kommen. In naher Zukunft wird in Köln nicht damit zu rechnen sein, dass eine spektakuläre Neuverpflichtung für Aufsehen sorgen wird. So antwortete Stale Solbakken einer Fragerin, die wissen wollte, ob er im Gespräch mit Pep Guardiola am Rande des Champions-League Spiels des CF Barcelona in Leverkusen Interesse an möglichen Spielern geäußert habe: "Messi war zu teuer. Wir haben das versucht."
Positive Bilanz des Club
Beim Club baut man auf die positive Bilanz, die besagt, dass die letzten sieben Heimspiele gegen Köln gewonnen wurden. Mit Spannung erwartet wird das Debut von Neuzugang Hanno Balitsch, der als Routinier für Sicherheit sorgen soll. Auch wenn ein Einsatz von Javier Pinola laut Hecking auszuschließen ist, wird die Mannschaft alles daran setzen, ihrem Torwart Raphael Schäfer zum 400. Spiel einen Sieg zu bescheren. Auf eine erneute Mithilfe von Pedro Geromel, der im Hinspiel gleich zwei Elfmeter verursachte, darf der Club allerdings nicht hoffen. In einem Interview versicherte Kölns Mannschaftskapitän: "Ich werde versuchen, Elfmeter zu vermeiden."
Schiedsrichter der Partie ist Christian Dingert (Thallichtenberg), an den Seiten assistieren Sönke Glindemann (Erftstadt) und Marcel Unger (Halle). Vierter Offizieller ist Markus Sinn (Filderstadt). Der 1.FC Nürnberg rechnet mit 39.000 Zuschauern, darunter etwa 2.000 Kölner Fans.
Quellenangabe:
Pressekonferenz 1.FC Köln
1.FC Nürnberg
