
- Feuerwerk - PDP
Sekt, Feuerwerk und Glücksbringer, das sind die Dinge, die man am häufigsten mit Silvester und dem neuen Jahr in Verbindung bringt. Doch nicht immer wurde das neue Jahr am 1. Januar begrüßt und viele unserer Bräuche haben lange Traditionen, von denen heute kaum noch jemand weiß.
Wie viele andere Feste hat auch die Begrüßung eines neuen Jahres heidnische, in diesem Fall konkret germanische, Ursprünge. Die Jahreswende wurde auch zu unterschiedlichen Zeiten gefeiert, oft abhängig von der Vegetationsperiode. Um dem Ganzen einen christlichen Anstrich zu geben, wurde der 31.12. im Heiligenkalender Papst Silvester I. zugesprochen, dessen Todestag dies war. Der Name bürgerte sich langsam als Synonym für den letzten Tag des Jahres ein. Papst Innozenz XII. haben wir es schließlich zu verdanken, dass der 1. Januar als Neujahrstag festgelegt wurde. Viele Kulturen feierten das neue Jahr und im Mittelalter wurde etwa am 1. Januar das „Fest der Narren“ gefeiert, bei dem sich jeder maskieren konnte und Unfug trieb. Zwar wird das neue Jahr auch heute noch ausgelassen gefeiert, das „Fest der Narren“ wurde aber vom Fasching übernommen. Über die Jahrhunderte haben sich viele Bräuche etabliert, aber es kommen auch immer wieder mit neuen Medien neue Traditionen hinzu.
Silvesterbräuche und -rituale
Der lautstärkste und auch farbenprächtigste Brauch zu Silvester ist das Feuerwerk und die Böller. Diesen Brauch haben wir den Germanen zu verdanken, die mit viel Lärm durch Werkzeuge und Peitschen versuchten Geister zu vertreiben. Mit dem Einzug des Christentums übernahmen dies die Kirchenglocken, was heute noch mancher Orts Tradition ist. Mit der Erfindung des Schwarzpulvers wurden die Glocken nun von Böllern und Gewehrschüssen übertönt. Heute wird der Himmel mit den bunten Raketen fast taghell erleuchtet.
Ein weit verbreiteter Brauch ist auch das Bleigießen, allerdings sind dessen Ursprünge nur Mutmaßungen. Bekannt ist jedenfalls, dass dies bereits von den Römern betrieben wurde, da diese bereits Blei im größeren Rahmen verhütteten. Möglicherweise stammt es auch aus der Zeit des ersten Buchdrucks, da zum Drucken in die Matrizen immer flüssiges Blei gegossen wurde. Wann es allerdings zum Silvesterbrauch wurde ist nicht bekannt. Heute ist es aber eine beliebte Tradition, die aber oft falsch ausgeführt wird. Zum Bleigießen braucht man ein Stück Blei und einen Löffel. Das Ganze wird über einer Kerzenflamme erwärmt bis das Blei flüssig ist. Dies wird nun in eine Schüssel kaltes Wasser geschüttet, wo das Metall schlagartig erkaltet und sich daraufhin Figuren bilden. Viele versuchen bereits diese Formen zu interpretieren, das ist allerdings falsch. Zur Deutung hält man die Figur vor eine Lichtquelle, wie eine Glühbirne oder Taschenlampe und interpretiert dann erst das Schattenbild. Dies soll dann zeigen was das kommende Jahr bringen wird.
Ein etwas gespenstischer Brauch zu Silvester ist es auch keine Wäsche zu waschen bzw. diese auf Wäscheleinen aufzuhängen. Die Nacht des Jahreswechsels zählt zu den sogenannten Rauhnächten wo ein Heer aus Gespenstern ihr Unwesen treiben soll. Sollten sie sich bei ihrem Teufelsritt in den Wäscheleinen verfangen, würden sie Unheil über die Menschen bringen.
Daneben gibt es auch moderne Silvesterbräuche wie etwa die Silvesterläufe. Sie sind für viele Hobby-Läufer ein sportlicher Jahresausklang und oft werden die Erlöse karitativen Einrichtungen gespendet. Aber nicht nur der letzte Tag des Jahres wird sportlich begangen, sondern auch am ersten Tag des neuen Jahres findet traditionell das Neujahrsspringen der Skispringer statt.
In kultureller Hinsicht ist wohl das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker das Highlight. Jedes Jahr verfolgen Millionen Zuschauer vor den Fernsehschirmen weltweit diese musikalische Darbietung und die Live-Aufzeichnung auf CD ist ebenfalls ein Verkaufsschlager. Am Silvesterabend wird auch immer ein besonderes Fernsehprogramm geboten, dass aber auch jedes Jahr traditionell fixe Sendungen ausstrahlt. Im deutschen Sprachraum ist der Schwarz-Weiß-Klassiker „Dinner for One“ fest im Silvesterprogramm verankert und natürlich darf die Neujahrsansprache des Bundespräsidenten auch nicht fehlen.
Glück und Vorsätze
Was wäre Silvester ohne einen Rückblick auf das vergangene Jahr und die guten Vorsätze für das Nächste. Der Jahreswechsel stellt für viele auch ein psychologisch wichtiges Datum dar und ist für sie ein Grund alter Laster loszuwerden und neu durchzustarten. Einige der häufigsten Vorsätze sind beispielsweise mit dem Rauchen aufzuhören oder abzunehmen, allerdings wird dies in den wenigsten Fällen eingehalten.
Mit dem Jahreswechsel sind auch gute Wünsche verbunden, sowie die Aussprüche „Einen guten Rutsch ins neue Jahr!“ oder „Prosit, Neujahr!“. Der erste Wunsch ist jiddischen Ursprungs und wurde über das Rotwelsche in Deutsche übertragen. Ursprünglich bedeutete dies übersetzt „Anfang“, man wünschte also einen guten Jahresanfang. Das Wort „Prosit“ hingegen stammt aus dem lateinischen und übersetzt bedeutet es „es möge nützen“. Diese Wünsche sollen dem Gegenüber im kommenden Jahr Glück, Gesundheit, Erfolg und Frieden bringen.
Natürlich dürfen zu Silvester auch diverse Glücksbringer nicht fehlen. Diese glückbringenden Symbole, sollen nicht nur dem Beschenkten Glück bescheren, sondern auch dem Schenker. Das Tragen dieses Talismans soll das Glück für das er steht anziehen und Böses abwehren. Eines der häufigsten Glückssymbole ist das Schwein. Bereits in vielen alten Kulturen, wie bei den Ägyptern, Griechen oder germanischen Völkern hatte das Tier einen besonderen Stellenwert. Es steht für Wohlstand und Fruchtbarkeit und damit man im kommenden Jahr Glück hat, sollte man zu Neujahr Schweinefleisch essen, denn bereits früher galt, wer sich Schweinefleisch, in Zeiten wo es nur wenig Fleisch gab, leisten konnte, als reich und glücklich. Ein weiteres Glückssymbol ist das Hufeisen. Das Hufeisen ist eine Erfindung der Römer und sollte die wertvollen und kraftvollen Pferde schützen. Nach oben geöffnet soll es das Glück auffangen und wurde daher früher auch oft so an den Türrahmen genagelt, wo es zudem noch Haus und Hof schützen sollte. Das nächste Glückssymbol, das zu Silvester verschenkt wird ist das vierblättrige Kleeblatt. Alleine die Tatsache, dass es sehr selten ist, bedingt schon Glück es zu finden. Eva soll es als Andenken an das Paradies mitgenommen haben, wer also ein vierblättriges Kleeblatt hat, besitzt ein Stück vom Paradies. Ein weiteres Glückssymbol ist der Schornsteinfeger, denn besonders früher, wenn noch mit Holz geheizt wurde musste der Schornstein regelmäßig gekehrt werden, da er sonst zu brennen anfangen konnte und so schnell ein ganzes Dorf mit Holzhäusern ein Raub der Flammen wurde. Außerdem war bei den Schornsteinfegern Silvester traditionell Abrechnungstag und somit war er dann auch der Erste der zum Neuen Jahr gratulierte, weil er der erste Besuch im Jahr war. Weitere Glückssymbole sind der Marienkäfer, der Unglück bannen soll, der Fliegenpilz, sowie der Glückspfennig, der für Reichtum sorgen sollte.
