
- Buchcover Simons Katze - Verlagsgruppe Randomhouse
Frech, faul und verfressen, das sind die Charaktereigenschaften eines Stubentigers, der zurzeit die Welt erobert. Nein, liebe Leser, Sie wurden nicht in die achtziger Jahre zurück versetzt. Der Kater hat auch keinen Spielgefährten mit Namen Odie und liebt Lasagne. Die Rede ist nicht von Garfield! Vielmehr geht es um einen weißen, immer hungrigen und stets maunzenden kleinen Kater, der mittlerweile als „Kultkatze“ des Web 2.0 gehandelt wird: Simon’s Cat! Bis auf den Hunger und die listige Frechheit haben Garfield und Simon’s Cat nicht viel gemeinsam. Und doch haben beide ihren Platz in der Welt der einmaligen Comickatzen mehr als verdient.
Vom Softwaretest zur Kultkatze
Bei Simon’s Cat war es dabei reiner Zufall, dass es ihn überhaupt gibt. Sein Erfinder Simon Tofield - seines Zeichens Zeichner und Illustrator für die Oscarpreisgekrönte Animationsfilmfirma Tandem Films aus London – wollte eines Tages am heimischen PC eigentlich nur ein neues Zeichenprogramm ausprobieren. Weil am Morgen desselben Tages immer wieder eine seiner drei Katzen versucht hatte, ihn zu wecken, um gefüttert zu werden, begann er zu Übungszwecken damit, einen lustigen eineinhalb Minuten langen Trickfilm rund um diese Begebenheit mit seiner Katze als Hauptdarsteller zu zeichnen. Den Trickfilm schickte er nur so zum Spaß an einige Freunde. Einer davon stellte den Film mit Verweis auf Tofield bei YouTube ein und löste damit eine ungeahnt große, vor Beigeisterung nur so strotzende Resonanzwelle aus. Der Film wurde nicht nur viele Millionen Male angeklickt, sondern Tofield wurde von tausenden YouTube-Nutzern mit unzähligen E-Mails und Kommentareinträgen auf der Filmseite dazu aufgefordert, weitere Filme zu zeichnen und sie bei YouTube einzustellen.
35 Millionen Klicks auf den Kurzfilm mit dem Stubentiger des Web 2.0
Geradezu überwältigt vom Erfolg des ersten Films überlegte Tofield zunächst, was für einen Namen er seiner Comickatze geben sollte. Da er im Zusammenhang mit dem Film immer nur von „Simon’s Cat“ - zu Deutsch schlicht „Simons Katze“- gesprochen hatte, beließ er es auch bei der nachträglich noch mit Tönen versehenen Neufassung des ersten Films „Cat-Man-Do“ und bei den mittlerweile acht nachfolgenden Kurzfilmen rund um den frechen Kater bei diesem Namen. Über 35 Millionen Mal wurden die Filme mit dem frechen Stubentiger bis heute angeschaut. Ein Erfolg, den der Zeichner zum einen mit seinem packenden Zeichen- und Erzählstil begründet, zum anderen jedoch vor allem mit den in den Kurzfilmen gezeigten, witzig aufbereiteten Alltagssituationen im Leben einer gewöhnlichen Katze mit ihrem Menschen beziehungsweise mit der sie umgebenden häuslichen Umgebung. Für Tofield steht fest: Jeder, der eine Katze hat, kennt die von ihm gekonnt in den Filmen verewigten Situationen.
iPhone-Apps, Klingeltöne, Comic-Buch - Simon’s Cat erobert die Welt
Mittlerweile kann man die Filme nicht nur als iPhone-Applikationen bekommen und sich das ausschließlich von Tofield selbst vertonte Maunzen als Klingelton erstehen, sondern es gibt nun auch hierzulande Simon Tofields erstes Comic-Buch mit vielen weiteren lustigen Begebenheiten rund um die immer hungrige freche Katze. Die im bei Goldmann erschienenen Buch „Simons Katze“ von Tofield gezeichneten Begebenheitern erweitern die Welt seines Katers um eine ganze Reihe von weiteren Charakteren, wie einem fischenden Gartenzwerg und ein paar tanzenden Mäusen. Außerdem kommen neue Schauplätze, wie ein Garten mit Teich, eine Mauer und die Weltsicht des Katers in der Dunkelheit hinzu. Alles in allem ein ebenso witziger und lohnenswerter Spaß für Jung und Alt, wie bereits die mittlerweile international mehrfach preisgekrönten Kultkurzfilme im Internet. Es ist wahrlich erstaunlich, wie im Zeitalter des Internets aus einer einfachen, in die Tat umgesetzten Idee so manches Mal etwas Großartiges zu werden vermag. Im Falle von Simon’s Cat kann man dabei auf jeden Fall von einer echten Bereicherung in der Kategorie des Comics und in der Welt der Animation sprechen.
Simon Tofield: Simons Katze (Simon’s Cat): Goldmann Verlag München 2009, Gebunden, 240 Seiten, Euro 12,00
