Singapur - Modern und Multikulturell

Schmelztigel und Wirtschaftsriese in Südostasien

Finanzviertel in Singapur - Simon Strauch
Finanzviertel in Singapur - Simon Strauch
Flächenmäßig ist Singapur ein Zwergenstaat. Wirtschaftlich jedoch ein Riese, der eine bedeutende Rolle in der Weltwirtschaft spielt und auch sonst Einiges zu bieten hat.

Singapur liegt im Südosten Asiens, unterhalb der malaiischen Halbinsel. Mit ungefähr 4,8 Millionen Einwohnern ist es eine Stadt von respektabler Größe, jedoch nur ein kleiner Staat, genauer gesagt der kleinste in ganz Südostasien. Heute gehört Singapur zu den reichsten und fortschrittlichsten Nationen der Welt. Das Wirtschaftssystem ist sehr liberal und dereguliert, weswegen sich internationale Unternehmen besonders gerne in dem Stadtstaat niederlassen. Singapur hat im wahrsten Sinne des Wortes sehr klein angefangen. Erst 1819 wurde der Stadtstaat von Sir Thomas Stamford Raffles gegründet und unterstand von da an der britischen Krone. Vorher gab es auf der Insel nur ein paar malaiische Fischerdörfer. Dass Singapur solch eine rasante Entwicklung in so kurzer Zeit möglich war, hat nicht zuletzt mit der Mentalität seiner Bürger zu tun. Fleiß wird in Singapur besonders groß geschrieben.

Singapur hat ein sehr differenziertes Stadtbild

Vor allem im Finanzviertel der Stadt, das am Singapore River gelegen ist, findet man imposante Wolkenkratzer, die allesamt auf Hochglanz poliert sind. Entlang der Haupteinkaufsstraße, der Orchard Road, reiht sich ein Einkaufszentrum an das nächste, über zwanzig sind es insgesamt. Hier sind alle großen Marken dieser Welt vertreten. Der Besucher mit dem etwas schmalerem Geldbeutel kann in den Kellerpassagen der beeindruckenden Bauten das ein oder andere Schnäppchen machen. Wer genug von der futuristischen Architektur Singapurs gesehen und genug Geld in den teuren Läden gelassen hat, kann eines der preiswerteren ethnischen Viertel ansteuern. In Chinatown gibt es unzählige kleine Restaurants, die typische chinese Gerichte zu sehr günstigen Preisen servieren. In Little India bieten kleine Geschäftige günstige Hindu-Trachten an, während man in Little Malaysia schön verzierte Moscheen besichtigen kann. Nur die Schuhe muss man sich vorher ausziehen. Im Kolonialviertel Singapurs liegen die Wurzeln der Stadt. Hier stehen einige englische Kolonialbauten, unter anderem Fort Canning, das alte Parlament. Im Botanischen Garten kann man dem städtischen Treiben entgehen und sich an exotischen Pflanzenarten sattsehen und auf den immergrünen Wiesenflächen entspannen.

In Singapur wird Nichts dem Zufall überlassen

Raumplanung wird hier groß geschrieben. Zwar ist die architektonische Vielfalt groß, die Straßen jedoch laufen alle nach einem festen Muster zusammen und auch die zahlreichen Grünflächen sind nach strengen Bebauungsplänen angelegt worden, um größtmögliche urbane Funktionalität gewährleisten zu können. Doch die Planungsfreude hört keineswegs beim Städtebau auf. Von Seiten der Regierung wird ein harmonisches Zusammenleben der verschiedenen ethnischen Bevölkerungsgruppen untereinander gefördert. So gibt es soziale Wohnprojekte mit sogenannten ethnischen Gruppenquoten, die dafür sorgen sollen, dass Chinesen, Malayen, Tamilen und Menschen anderer Herkunft Tür an Tür wohnen. Auch hier überlässt der Staat nichts dem Zufall. Streng sind auch die Ordnungshüter. Verschmutzung und Vandalismus werden in Singapur mit hohen Strafen geahndet.

Singapur bietet Kultur in großem Umfang

Der Stadtstadt bietet eine enorme kulturelle Vielfalt. Englisch,Chinesisch,Malaiisch und Tamilisch sind allesamt Amtssprachen. Die internationale Ausrichtung, sowie die überwiegende Mehrheit chinesischer Bürger, machen Englisch und Chinesisch zu den wichtigsten Sprachen. Die vielen, unterschiedlich starken Kultureinflüsse denen man in der Stadt begegnet, spiegeln die große ethnische Vielfalt Singapurs wieder. Entgegen weit verbreiteter Meinungen sind ethnische Minderheiten gegenüber der überwiegend chinesischen Bevölkerung nicht unterprivilegiert. Wer auf der Suche nach kulturellen Erlebnissen ist, kann eines der zahlreichen Museen besuchen. Das Singapore Art Museum stellt asiatische Kunst aus, im National Museum of Singapore wird die Geschichte des Inselstaates erzählt. Besonders beeindruckend ist auch die "Battle Box", ein ehemaliger Gefechtspunkt der Alliierten, in dem Szenen vom Angriff der Japaner auf Singapur im zweiten Weltkrieg visuell eindrucksvoll nachgestellt werden. In der "Esplanade" einem Kulturzentrum, errichtet in Form einer exotischen Frucht, direkt am Singapore River werden das ganze Jahr über Musik- Tanz- und ander Kulturveranstaltung angeboten. Hat man genug von Museen und anderen touristischen Hauptattraktionen, bietet ein unorganisierter Spaziergang durch die Stadt Einsicht in die kulturelle Vielfalt Singapurs.

Singapur ist reich - Im wahrsten Sinne des Wortes

Der Inselstaat ist reich an Kultur, reich an demographischer Vielfalt und vor allem reich an Devisen. Das merkt man und manchmal hat man dabei den Eindruck, dass sich die Stadt nach außen wie ein Neureicher gibt, der in Saus und Braus lebt und versucht so viel Geld wie nur möglich in kurzer Zeit zu verprassen. Aufwändige Leuchtreklame an allen Straßenecken, Luxusautos wohin man nur blickt - zumindest im Stadtzentrum, und ein schier unerschöpfliches Angebot an teuren Markengeschäften. Die enorme kulturelle Vielfalt macht einen Besuch in Singapur zu einem ganz besonderen Erlebnis. Man sollte sich auf einige Überraschungen gefasst machen und die Regeln einhalten, um diese einzigartige Stadt zu entdecken.

Simon Strauch, Simon Strauch

Simon Strauch - Geboren und aufgewachsen in Wuppertal. Interesse an fremden Kulturen durch ausgedehnte Reisen nach der Schulzeit geweckt. Mittlerweile ...

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