Sinkende Zahlen bei HIV-Neuinfektionen machen Hoffnung

Symbol der Solidarität: Aidsschleife - Christian Schultze
Symbol der Solidarität: Aidsschleife - Christian Schultze
Die Zahl der HIV-Neuinfektionen sinkt und Betroffene haben eine immer größere Lebenserwartung. Die Berichte der UNAIDS und des Robert-Koch-Instituts.

Immer mehr Menschen leben dank medizinischer Fortschritte und verbesserter Medikamente länger mit dem HI-Virus. Mit etwa 34 Millionen Menschen weltweit ist dies eine neue Rekordzahl, so die UNAIDS (Joint United Nations Programme on HIV/AIDS ) laut einem am Montag veröffentlichten Jahresbericht. Im Jahre 2010 starben circa 1,8 Millionen Menschen an Aids, 2006 betrug die zahl noch 2,2 Millionen. Auch in der Bundesrepublik Deutschland ist die Zahl der Neuinfektionen zurückgegangen.

Behandlung in Afrika wurde intensiviert

Laut dem Jahresbericht der UNAIDS sind die Neuinfektionen mit HIV vor allem durch eine intensivere Aufklärungs- und Präventionsarbeit sowie ein gestiegenes Verantwortungsbewusstsein gesunken. Durch eine flächendeckendere Behandlung von Betroffenen ist ihre Lebenserwartung weltweit deutlich angestiegen. So konnte im Jahr 2010 etwa 700.000 Infizierten durch Medikamente das Leben gerettet werden. Weltweit können inzwischen fast 50 Prozent der Betroffenen mit den lebensrettenden Arzneimitteln versorgt werden. Vor allem in Afrika, wo immerhin fast 70 Prozent der HIV-Patienten leben, wurde die Behandlung vorangetrieben. Hier stieg die Zahl der behandelten Personen in den letzten Jahren um ungefähr 20 Prozent. Wenn dies auch nach Meinung vieler Fachleute immer noch viel zu wenig ist, so ist doch zumindest der eingeschlagene Weg der richtige.

Weniger Neuinfektionen in Deutschland und der Welt

Der Jahresbericht der UNAIDS betont auch, dass die Zahl der HIV-Neuinfektionen weltweit rückläufig sei. In den letzten 13 Jahren, von 1997 bis 2010, gab es fast 21 Prozent weniger Infektionen und die Zahl sank weltweit auf 2,7 Millionen. Knapp 400.000 Neuinfizierte waren dabei Neugeborene. Aber nicht nur weltweit sinken die Zahlen, sondern erfreulicherweise auch in der Bundesrepublik Deutschland. Nach den aktuellsten Zahlen des in Berlin ansässigen Robert-Koch-Institut (RKI) ist die Zahl der Neuinfektionen von etwa 3.400 im Jahr 2006 auf ungefähr 2.700 im Jahr 2011 gesunken. Laut RKI gibt es momentan rund 73.000 Menschen in der Bundesrepublik, die mit dem HI-Virus leben oder an Aids erkrankt sind. Hiervon sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts etwa 45.000 Männer, die Sex mit Männern praktizieren. Für 2011 erwartet das RKI etwa 500 Todesfälle.

Pharmakonzerne bei der Behandlung von HIV und Aids in der Pflicht

So positiv diese Nachrichten klingen, es gibt noch viel zu tun. Einerseits muss die medizinische Forschung weiter vorangetrieben und gefördert werden, andererseits stehen die Pharmakonzerne in der Pflicht, die entwickelten Medikamente auch wirklich allen Betroffenen zugänglich zu machen. Vor allem die Forschung hat in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht und Medikamente entwickelt, die Betroffenen helfen, ihren Alltag besser zu gestalten. Der Schwerpunkt der Forschung wird zukünftig darin liegen, die Nebenwirkungen starker zu reduzieren, Resistenzentwicklungen zu verhindern, die Verehrung des Virus zu hemmen, die Therapien weiter zu vereinfachen und natürlich den Preis zu senken. Denn inzwischen gibt es hervorragende Präparate zur Bekämpfung der Immunschwächekrankheit, diese werden von den führenden Unternehmen aber viel zu teuer verkauft, so dass sie für Betroffene in ärmeren Ländern kaum erschwinglich sind. Im Jahre 2007 konnte der ehemalige US-Präsident Bill Clinton einen großen Fortschritt erzielen, als er mit indischen Pharmaunternehmen, die sich auf die Herstellung von Generika (preisgünstigere Variante eines wirkstoffgleichen Markenprodukts) so günstige Preise vereinbarte, dass die Medikamente in der Folge auch für ärmere Menschen zugänglich wurden. Auch die Forderungen von UNICEF halfen bei der Verbesserung der Situation.

Quellen:

  • stern.de
  • queer.de
  • unaids.org
Christian Schultze, Christian Schultze

Christian Schultze - Geboren wurde ich 1967 in Berlin. Nach dem Realschulabschluss und einer anschließenden Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann ...

rss