Sir Peter Ustinov - Künstler, Humanist und Weltbürger

Berühmt wurde als grausamer Kaiser Nero: Dabei setzte sich Multitalent Peter Ustinov zeitlebens für Toleranz und Völkerverständigung ein.

Schon durch seine Herkunft wurde Sir Peter das Weltbürgertum quasi in die Wiege gelegt: Die Ahnenreihe der Diplomaten- und Künstlerfamilie Ustinov weist unter anderem russische, deutsche, französische und äthiopische Wurzeln auf, er selbst wurde 1921 in London geboren und war britischer Staatsbürger.

"Ich bin ethnisch sehr schmutzig und sehr stolz darauf"

Seine Multi-Lingualität nutzte ihm als internationaler Künstler - etwa, wenn er sich selbst deutsch synchronisierte - aber vor allem auch in seiner humanitären Arbeit rund um den Globus. Das Schauspielerhandwerk erlernte er am London Theatre Studio, gefolgt von Lehrjahren an Londonder Bühnen. Von 1942 bis 1946 leistete er Militärdienst bei einer Einheit, die Lehrfilme für die britische Armee herstellte mit David Niven als Vorgesetztem. Der große Durchbruch in Hollywood gelang ihm in dem Monumentalfilm "Quo vadis" (1951), in dem er den wahnsinnigen Kaiser Nero verkörperte. Für seine Auftritte in "Spartacus" und "Topkapi" erhielt er jeweils den Oscar für die beste Nebenrolle. Weitere Erfolge feierte er vor allem als Detektiv Hercule Poirot. Seine letzte Filmrolle spielte er 2003 kurz vor seinem Tod als Kurfürst Friedrich der Weise in "Luther".

Schon seit seiner Jugend war Ustinov auch als Autor tätig: Neben Theaterstücken ("Beethovens Zehnte") und Filmdrehbüchern verfasste er zahlreiche Erzählungen, Reiseberichte und Romane ("Der alte Mann und Mr. Smith") sowie die Memoiren "Ich und Ich". Ustinov war auch ein großer Musikkenner und -liebhaber und führte Regie bei Opernproduktionen. Seine Beobachtungsgabe und sein ausgeprägter Sinn für das Absurde machten ihn nicht zuletzt zu einem unsterblichen Satiriker und Humoristen, wobei er auf einen reichen Anekdotenschatz aus seinem langen und ereignisreichen Leben zurückgreifen konnte. Diese verarbeitete er unter anderem als Comedian in seinem Programm "One man show".

"Der Zweifel einigt die Menschen, die Überzeugung trennt sie"

Der Tausendsassa Ustinov stellte seine Popularität gerne in den Dienst der guten Sache: Selbst Vater von vier Kindern, ist er seit 1968 als UNICEF-Botschafter unterwegs und seit 1999 gibt es die Peter-Ustinov-Stiftung, die sich für benachteiligte Kinder in aller Welt einsetzt. Als Präsident des "World federalist movement" setzte er sich für den Frieden und die Völkerverständigung ein. Sein ganzes Leben lang kämpfte er gegen Vorurteile - für ihn die Wurzel allen Übels. Auf sein Betreiben hin wurden sogar Lehrstühle zur interdisziplinären Erforschung von Vorurteilen eingerichtet: Einer in Wien und einer an der Universität Durham, wo er zehn Jahre lang Kanzler war. 2003 erschien sein letztes Buch mit dem Titel "Achtung! Vorurteil".

Für seine künstlerischen und humanitären Verdienste erhielt Ustinov unzählige Ehrungen, darunter mehrere Ehrendoktortitel, das Bundesverdienstkreuz, den Londoner Kritikerpreis, den Bayerischen Filmpreis und den Bambi für sein Lebenswerk. 1990 verlieh im Queen Elizabeth den Titel "Sir". Dabei blieb Ustinov immer bescheiden und nahm sich selbst nicht zu ernst, wie viele seiner Aphorismen beweisen. Mit seiner optimistischen und humorvollen Haltung ist und bleibt er vielen ein Vorbild als Künstler und als Mensch.

Alexandra Lenzen und Sally, Alexandra Lenzen

Alexandra Lenzen - Musik und Tiere spielen in meinem Leben eine große Rolle, was naturgemäß immer wieder zu Überschneidungen zwischen ...

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