
- Sitzsack aus violettem Microfaserstoff - Katharina Ruppert
In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten haben sich Wohnbedürfnisse, Einrichtungsstile, und Lebenswandel derartig verändert, dass der Siegeszug der alternativen Sitzmöbel vorprogrammiert war. Sessel, Couch, und Fouteuil werden nach und nach durch Sitzsäcke, Spielwiesen, Hängematten, und Jellyfish-Hocker ersetzt. Wozu? Um die Einrichtung mit innovativen Formen aufzupeppen und dem Rücken Gutes zu tun. Denn die neuen Po-Schmeichler sind nicht nur optisch schick, praktisch und bequem, sondern fördern meist auch eine aufrechte und rückenschonende Haltung.
Der Sitzsack oder Bean Bag - ein flexibler Alleskönner
Sitzsäcke sind keine neue Erfindung. Bereits 1968 erlebten die Stoffsäcke mit Styroporkugelfüllung ihren ersten Boom. Damals waren sie vor allem bei der revolutionierenden Jugend sehr beliebt. Den Status des "Jugendzimmermöbels" haben sie bis heute nicht ganz abgelegt. Wobei es mittlerweile eine breite Palette an verschiedensten Materialien und Formen gibt, die auch hervorragend in schicke "Erwachsenenzimmer" passen.
Der Klassiker ist der Sitzsack in Birnenform. Er eignet sich vor allem zum aufrechten Sitzen und zum Liegen mit erhöhtem Oberkörper. Neuere Formen sind vorgeformte Sitze, die vor allem den Fans von Konsolenspielen hohen Komfort bieten. Auch flache Sitzsäcke als Spielwiesen oder Liegekissen gewinnen an Beliebtheit. Auch ausgefallene Formen (Doughnut, Ball etc.) sind immer häufiger in Möbelhäusern und Onlineshops zu finden.
Die Füllung aus EPS (expandierbares Polystyrol) verliert mit der Zeit an Volumen. Daher gibt es von vielen Herstellern Nachfüll-Packungen der Styroporkügelchen zu kaufen. Die Bezüge sind in vielen Materialien und Farben erhältlich. Von hellen Farben ist eher abzuraten, da der Sitzsack täglich direkten Boden-Kontakt hat, mit Füßen betreten wird, und daher leicht schmutzig wird. Die angenehmsten Materialien sind Baumwolle und Microfaser.
Jellyfish-Hocker - ein Sitzball, der nicht rollt
Jellyfish Hocker können als Weiterentwicklung von Sitzbällen betrachtet werden. Sitzbälle haben leider zwei negative Eigenschaften: sie sind unglaublich voluminös, und sie rollen gerne weg. Ein Jellyfish Hocker ist ein kleiner Sitzball, der auf einem Metallgestell steht, und mit buntem Stoff überzogen ist. Das Ergebnis sieht einer Qualle (englisch "jelly fish") sehr ähnlich, daher der Name.
Die Hocker haben also zwei Nachteile weniger als ein normaler Sitzsack, und dennoch die selben Vorteile: sie stärken den Rücken, sind bequem, und besitzen einen gewissen Spaßfaktor. Zusätzlich peppen sie mit ihrer Form und ihren Farben jeden Raum auf.
Hängesessel - Karibikflair für das Wohnzimmer
Hängematten verkörpern die pure Urlaubs-Stimmung und Entspannung. Mit Hängesesseln ist diese Stimmung täglich in den eigenen vier Wänden greifbar. Die Sitzfläche (oder Kapsel) kann aus Stoff bestehen, aus einem Korb- oder Kunststoffgeflecht.
Es gibt sowohl Modelle, die an die Decke geschraubt werden, als auch jene, die an einem Gestell hängen. Die Decken-Variante ist aus mehreren Gründen zu bevorzugen: die Kette ist länger, dadurch bleibt mehr Spielraum für das Schaukeln; das Feeling ist eher vergleichbar mit einer Hängematte; und der Boden bleibt frei. Die Gestell-Variante kommt dann zum Einsatz, wenn der Standort nicht fix ist, die Decke nicht tragfähig, oder der Sessel im Freien platziert wird.
Livingstones - Steine zum Wohlfühlen
Livingstones sind Sitzmöbel, die die Grenze zwischen Sessel, Sofa, und Kissen verschwimmen lassen. Sie sehen aus wie echte Steine, sind aber weich wie Kissen. Verschiedene Formen, Farben, und Bezüge erlauben die Gestaltung ganzer Wohnlandschaften. Die Füllung besteht aus Polysiliziumfaser und ist hypoallergen.
Kugelsessel - rundum Behaglichkeit
Ähnlich wie der Sitzsack war auch der Kugelsessel oder "Ball Chair" bereits in den 1960ern sehr beliebt. Er besticht nicht nur durch seine extravagante Optik (eine drehbare offene Halbkugel mit meist kontrastfarbenem kuscheligen Innenleben), sondern auch durch ein einzigartiges Sitz- und Liegegefühl. Nicht nur Kinder fühlen sich darin pudelwohl. Viele der neuen Kugelsessel besitzen eingebaute Boxen, da sich in der Halbkugel der Klang von Musik besonders gut entfaltet.
Online bestellen oder im Möbelgeschäft kaufen?
Zwar können all diese Sitzgelegenheiten online bestellt werden, jedoch sind jene Exemplare in Möbelhäusern meist genauso günstig. Der Versand von Sitzsäcken und Rundsesseln kann teuer werden. Abgesehen davon ist es besonders bei ausgefallenen Sitzmöbeln empfehlenswert, vor dem Kauf "Probe zu sitzen".
Quellen:
