
- Pesce azzurro - Gianluca Capri
„In Sizilien ist Fisch nicht nur wirtschaftlich bedeutend, sondern auch gesellschaftlich: Er steht für Kultur und Traditionen, die unsere Ressourcen sind“, erklärt Elio D’Antrassi, Referent für Landwirtschafts- und Lebensmittelressourcen der Region Sizilien. Hier blickt man auf eine lange und großartige Fischfangtradition zurück. Die sizilianische Fischereiflotte macht heute etwa 25 Prozent der italienischen Fischereiflotte aus. Den größten Anteil hat die Kleinfischerei mit 67 Prozent. Die Tour „Sicilian Fish on the Road“, die im Laufe dieses Jahres einige europäische Städte besucht, soll den Verbrauchern Qualität und Nährwert von rund 20 in Vergessenheit geratenen Fischarten näher bringen. An dem Versuch, auf diese Weise deren Nachfrage anzukurbeln, beteiligen sich neben der sizilianischen Fischereiwirtschaft auch der Europäische Fischereifonds (EFF) und der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
Unbekannte Artenvielfalt des Pesce azzurro
Oberstes Ziel der Aktion ist es, die so genannten „überflüssigen“ Arten wieder ins Licht zu rücken, die Arten also, die es in den Meeren rund um Sizilien in rauen Mengen gibt, und deren Nutzung das Aussterben bedrohter Fischarten verhindern kann. Im Mittelpunkt des Programms stehen der „Pesce azzurro“ – Fischarten, die alle ganz bestimmte Besonderheiten verbindet und die in den Meeren der Insel leben – und die typisch sizilianischen Fischrezepte. Auf dem Kölner Rudolfplatz erwartet die Besucher heute, 15. Juli, von 11 bis 22 Uhr und morgen, 16. Juli, von 11 bis 20 Uhr ein umfangreiches Programm aus Show-Cooking, Verköstigungen, Diskussionen und Aktionen rund um den Fischfang in Sizilien. Eine tolle Gelegenheit also, vergessene Fischarten und verlorene Genusswelten wieder zu entdecken!
Natale Giunta kocht Strumpfbandfisch
Neben Informationsbroschüren und Multimediapräsentationen setzt die Aktion „Sicilian Fish on the Road“ vor allem auf Gratis-Verkostung. Der italienische Spitzenkoch Natale Giunta wartet mit überraschenden Kreationen nach traditionellen sizilianischen Rezepten auf Basis des „Pesce azzurro“ auf. So etwa mit einem „Törtchen vom Strumpfbandfisch“ oder gefüllten Sardinen mit Caponatina, einer typisch-sizilianischen Gemüsesoße. Für diejenigen Besucher, die sich nicht mit dem Probieren zufrieden geben möchten, bieten Giunta und sein Team auch Kochkurse an. Nachkochen kann man die Gerichte auch zu Hause: Eigens für die Tour wurde ein Download-Kochbuch zusammengestellt.
Italien wird Anuga-Gastland
Aber um das einzigartige Erbe und das kulinarische Vermächtnis der Inselkultur wirklich kennenzulernen, reicht der kurze Aufenthalt der Roadshow in Köln bei Weitem nicht aus. Vielleicht fiel die Wahl auf Köln nur deshalb, weil hier auf der Ernährungsmesse Anuga im Oktober (8. bis 12.10.) Italien als Gastland mit über 1.000 Ausstellern vertreten sein wird. Die nächsten Stationen von „Sicilian Fish on the Road“ sind Kopenhagen (21. bis 23. Juli), Wien (28. bis 30. Juli) und Parma (8. bis 10. September).
